Jugendhilfeausschuss

Alles wieder auf Anfang: Kein Kita-Container in Ossenberg

Die Grundschule Ossenberg könnte eine Alternative sein.

Die Grundschule Ossenberg könnte eine Alternative sein.

Rheinberg.   Sozialdezernentin Rosemarie Kaltenbach räumte beim Jugendhilfeausschuss ein, dass man ein langfristiges Konzept finden müsse.

Es kam schon einer Schockstarre unter den Mitgliedern des Jugendhilfeausschusses gleich, nachdem Sozialdezernentin Rosemarie Kaltenbach zu Beginn der Sondersitzung bekannt gegeben hatte, dass die Stadt den Kita-Container nicht kaufen werde. Eigentlich hatte wohl jeder in Raum 249 des Stadthauses gedacht, man werde sich an diesem sonnigen Dienstagnachmittag eher über das geeignete Interieur und Spielzeug unterhalten. Doch mit dieser zweifelsohne nachvollziehbaren Entscheidung – der Container war wie berichtet in einem katastrophalen Zustand und ohne Baugenehmigung ausgestattet – heißt es jetzt: Alles wieder auf Anfang! Karin Ricking (CDU) ergriff als erste das Wort, brachte als mögliche Alternative für die Einrichtung einer Notgruppe den Kindergarten St. Theresia in Millingen ins Spiel. „Zudem sollte man mal offiziell beim Bistum anfragen, welche Kapazitäten von dort aus regelbar sind.“ Etwas „ungehalten“ zeigte sich Friedhelm Kung (SPD): „Es zieht einem schon die Schuhe aus, dass wir in dieses Problem reingerutscht sind. Nun ist guter Rat teuer – und deshalb müssen wir alles prüfen, auch mit der katholischen Kirche sprechen.“ Im Sinne der Kinder müsse aber eine langfristige Lösung her. Erich Weisser (CDU) regte an, Eigentümer von Räumlichkeiten in der Nähe von Kindergärten bei einer Tasse Kaffee auf die Notsituation anzusprechen. „Vielleicht gibt es in der Nachbarschaft ja vorübergehend Kapazitäten, da muss man sich am Markt umschauen.“

Rosemarie Kaltenbach räumte ein, dass man ein langfristiges Konzept finden müsse. „Aber wir haben uns in der Verwaltung schon viele Gedanken gemacht, haben mit verschiedenen Trägern gesprochen. Und es gibt so viele Vorschriften, die man bedenken muss.“ So eigne sich die ehemalige Montessorischule beispielsweise nicht, da die Toiletten dort im Keller liegen. Und die ebenfalls mehrfach ins Gespräch gebrachte Kita St. Anna stehe nicht zur Verfügung. „Wir favorisieren den Altbau der ehemaligen Schule in Ossenberg.“ Diese Alternative sehe sie als die einzige, die noch „einigermaßen kurzfristig umzusetzen“ sei. Zudem gäbe es dort bereits einen Träger, die Kinder bekämen somit keine neuen Erzieherinnen. Mit dem Technischen Beigeordneten Dieter Paus wolle sie sprechen, mit welchem Aufwand ein Umbau verbunden sei. Erich Weisser (CDU) beharrte aber darauf, auch das Gespräch mit kirchlichen Trägern zu suchen. „Wenn ich etwas will, gehe ich fragen.“ Diesem Vorschlag pflichtete Ralf Vogel (FDP) bei, der von einer „unbefriedigenden“ Situation sprach: „Ich erwarte von der Verwaltung mehr Vorschläge. Das kann nicht Aufgabe des Ausschusses sein.“ Und auch der Ausschuss-Vorsitzende Markus Geßmann appelierte daran, mit den Leitern der Kirchengemeinden das Gespräch zu suchen. Rosemarie Kaltenbach erklärte abschließend: „Wir werden die Kosten für Ossenberg ermitteln, diese Lösung ist am besten umsetzbar.“ Die Zeit drängt: Im August startet das neue Kindergartenjahr...

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