Ausbildungsmarkt

Zwei Bewerber kommen in Oberhausen auf eine Azubi-Stelle

Ausbildungsplätze sind in Oberhausen Mangelware.

Foto: Marc Albers

Ausbildungsplätze sind in Oberhausen Mangelware. Foto: Marc Albers

Oberhausen.   Mehr als tausend junge Menschen in Oberhausen haben weder einen Ausbildungs- noch Studienplatz. Arbeitsagentur zieht Zwischenbilanz.

Der Ausbildungsmarkt in Oberhausen bleibt angespannt. Mehr als tausend Jugendliche gelten bei der Agentur für Arbeit als „unversorgt“, haben also weder einen Ausbildungs- noch einen Studienplatz bekommen. Jürgen Koch, vorsitzender Geschäftsführer der Oberhausener Arbeitsagentur, spricht von der „ungünstigen Relation, dass sich in Oberhausen zwei Bewerber eine Ausbildungsstelle teilen müssen“.

Man könne zwar immer wieder auch neue Stellen akquirieren, „aber auch diese werden nicht ausreichen, um allen jungen Menschen einen Ausbildungsvertrag in Aussicht zu stellen“.

Aber es gebe auch gute Nachrichten: So habe die Arbeitsagentur mehr Menschen mit ihren Angeboten erreicht als noch im Vorjahreszeitraum. Zudem hätten Oberhausener Betriebe mehr Ausbildungsplätze zur Verfügung gestellt als zum gleichen Zeitpunkt 2016. Seit dem 1. Oktober vergangenen Jahres haben sich insgesamt 1618 Bewerber für Ausbildungsstellen bei der Berufsberatung gemeldet – 83 mehr junge Menschen als im Vorjahr. 539 sind bereits mit einer Stelle versorgt, 1079 suchen noch – 30 mehr als im Vorjahr.

551 unbesetzte Stellen

Dem gegenüber stehen 891 Ausbildungsplätze, die Oberhausener Unternehmen zur Verfügung stellen. Das sind immerhin 79 mehr als noch 2016. Inbegriffen sind 17 außerbetriebliche Lehrstellen, also Ausbildungsverhältnisse, die durch staatliche Programme beziehungsweise Mittel der Agentur für Arbeit finanziert werden. 551 Stellen sind noch nicht besetzt.

Das Ausbildungsjahr befindet sich in der „Halbzeit“, die Arbeitsagentur könne also gut Zwischenbilanz ziehen, erklärt Jürgen Koch. Zu den gemeldeten freien Ausbildungsstellen könnten in den kommenden Wochen und Monaten durchaus weitere hinzukommen, erklärt dazu auch Michael Kinzler, Pressesprecher der auch für Oberhausen zuständigen Regionalstelle Ruhr. Bislang hätten nur die großen Unternehmen ihre Ausbildungsstellen gemeldet. Kleine und mittelständische Betriebe würden in der Regel aber erst später über ihre Kontingente entscheiden. Dieses Prozedere laufe noch.

Viele Jugendliche hätten zudem auch ganz bestimmte Vorstellungen von der gewünschten Stelle. Sie warten lieber ab, wenn sie nicht auf Anhieb ihre Traumstelle finden. Deshalb seien die Statistiken eine „vorläufige Momentaufnahme“ und würden eventuell ein „schiefes Bild“ vermitteln. Daher veröffentlicht die Arbeitsagentur nach der Zwischenbilanz jeden Monat frische Zahlen. Trotzdem: „Ein erster Trend ist erkennbar“, sagt Michael Kinzler.

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