Starker Juckreiz

Zahl der Krätzefälle in Oberhausen ist wieder gestiegen

In der ersten Jahreshälfte wurden in Oberhausen 78 Krätzefälle gemeldet. Die Krankheit, auch Skabies genannt, verursacht starken Juckreiz.

Foto: dpa Picture-Alliance / Daniel Naupold

In der ersten Jahreshälfte wurden in Oberhausen 78 Krätzefälle gemeldet. Die Krankheit, auch Skabies genannt, verursacht starken Juckreiz.

Oberhausen.   Die Krätze ist wieder auf dem Vormarsch. Die juckende Hauterkrankung ist nicht nur nervig, sondern auch gefährlich. 78 Fälle im ersten Halbjahr.

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Wie in ganz Nordrhein-Westfalen sind auch in Oberhausen in diesem Jahr mehr Kinder und Jugendliche an Krätze erkrankt. In der ersten Hälfte dieses Jahres wurden der Stadt 78 Krätzefälle gemeldet. Das sind fast 20 mehr als in der ersten Jahreshälfte 2017.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 111 Krätzeerkrankungen registriert. Laut Oberhausener Gesundheitsamt gibt es in den Schulen deutlich mehr Fälle als in Kindertageseinrichtungen.

Was ist Krätze?

Bei der Krätze, auch Skabies genannt, handelt es sich um eine ansteckende, stark juckende Hauterkrankung. Ausgelöst wird sie durch Skabiesmilben. Das sind winzige Parasiten, die durch längeren engeren Hautkontakt von Mensch zu Mensch übertragen werden.

Dies erfolgt zum Beispiel beim gemeinsamen Schlafen im Bett, Kuscheln, beim Liebkosen von Kindern oder auch bei einer intensiven Betreuung und Pflege von Menschen. Eine Infektion über Gegenstände wie Wäsche oder Handtücher ist dagegen eher unwahrscheinlich.

Beim Befall gräbt die Krätzmilbe kleine Gänge in die Haut und legt dort ihre Eier ab. Die geschlüpften Tiere gehen dann wochenlang durch die Haut, ohne dass man es merkt. Erst nach vier bis sechs Wochen entwickelt sich eine Allergie gegen die Tiere, so dass Juckreiz und Hautveränderungen wie stecknadelgroßen Bläschen, geröteten Knötchen oder Pusteln und nach längerer Zeit auch ein großflächiger allergischer Hautausschlag auftreten. Der starke Juckreiz an Händen und Oberkörper verleitet zum Kratzen, woher der Name Krätze stammt.

Wie bemerkt man eine Erkrankung?

Erste Anzeichen der Krätze sind häufig das Brennen der Haut und ein Juckreiz, der bei Bettwärme besonders stark auftritt. Diese Anzeichen machen sich vor allem in den Zwischenräumen von Fingern und Fußzehen, an Handgelenken, Knöcheln, Achseln, Ellenborgen, Brustwarzen und Genitalien bemerkbar. Bei Säuglingen und Kleinkindern können auch der behaarte Kopf, das Gesicht, Hand- und Fußflächen betroffen sein.

Ab zum Arzt

Sollten die genannten Krankheitszeichen beziehungsweise ein Verdacht auf Skabies auftreten, sollte schnellstmöglich ein Arzt aufgesucht werden.

Für die Behandlung gibt es wirksame Medikamente als Cremes, Sprays oder Salben oder Tabletten. Wäsche und Kleidung sollte täglich gewechselt und gewaschen werden.

Schulen und Kindertageseinrichtungen sind sofort zu informieren. Von dort geht dann eine entsprechende Mitteilung ans Gesundheitsamt Oberhausen. Kinder oder dort arbeitende Erwachsene müssen zunächst zu Hause bleiben. Wie lange, entscheidet der Arzt oder das Gesundheitsamt. Nach der Behandlung sind Erkrankte im Regelfall relativ schnell, meist nach rund 24 Stunden, nicht mehr ansteckend. Der Juckreiz kann aber noch ein bis zwei Wochen anhalten.

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