Parkgebühren

Wutbrief aus dem Oberhausener Rathaus zu teuren Parkplätzen

Oft mit vielen Autos zugeparkt ist der Vorplatz des Oberhausener Rathauses an der Schwartzstraße 72.

Oft mit vielen Autos zugeparkt ist der Vorplatz des Oberhausener Rathauses an der Schwartzstraße 72.

Foto: Gerd Wallhorn

Oberhausen.   Ein Oberhausener Bediensteter war nach eigenen Angaben trotz vieler Widrigkeiten bisher geduldig mit seinem Arbeitgeber. Doch jetzt reicht’s.

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Er habe ja schon so einiges mit seinem Arbeitgeber erlebt. Aber jetzt „platzt ihm der Kragen“. In einem Brief wendet sich der Rathaus-Mitarbeiter an die Redaktion. Die geplante Erhöhung der Parkgebühren nimmt er zum Anlass, gehörig Dampf abzulassen. Sein Name darf nicht in der Zeitung stehen – „aus hoffentlich verständlichen und nachvollziehbaren Gründen“.

Schwierig, Parkplatz in angemessener Nähe zu finden

Wie bereits berichtet, regt sich bei den Mitarbeitern der Stadtverwaltung heftiger Widerstand gegen die Entscheidung des Rates, die Parkgebühren in der Stadt kräftig zu erhöhen. Auch der Parkraum rund um das Rathaus an der Schwartzstraße soll künftig bewirtschaftet werden. Eine Stunde Parken soll dann einen Euro kosten.

Es sei doch wohl nachvollziehbar, dass das kaum jemand bereit ist zu zahlen. Bei einer 41- beziehungsweise 39-stündigen Arbeitswoche beliefen sich die Kosten immerhin auf knapp 170 Euro pro Monat, schreibt der Verwaltungsmitarbeiter. Schon jetzt sei es schwierig, einen Parkplatz mit angemessener Parkzeit in Rathausnähe zu finden. „Die Mitarbeiter können schlecht während einer Beratung/Bearbeitung den Arbeitsplatz verlassen, nur weil die Parkzeit abgelaufen ist.“ Auch ein eventuelles Tagesticket von zum Beispiel fünf Euro mache es nicht besser.

Das Problem wird verlagert

Das Problem, so der Schreiber, verlagere sich in die Randbezirke. Von dort müssten die Rathaus-Mitarbeiter dann künftig zu Fuß zum Arbeitsplatz gelangen. Doch gehbehinderte Kollegen oder Alleinerziehende, die wegen der Kinderbetreuung flexibel bleiben müssten, „können täglich kaum 30 bis 40 Minuten Fußweg einplanen“. Die Bus- und Bahnverbindungen seien gerade für nicht in Oberhausen wohnende Mitarbeiter „nicht akzeptabel“.

Der Schreiber sieht die Stadt, also seinen Arbeitgeber, in der Pflicht, für Abhilfe zu sorgen. „Für die Mitarbeiter des Technischen Rathauses wurde doch auch ein Parkhaus gebaut. Das neue Arbeitsamt erhält eine Tiefgarage. Jeder Vermieter muss für Stellplätze sorgen.“ Er fragt provokativ: „Zahlen die Ratsmitglieder eigentlich Parkplatzgebühren, wenn sie einer Ratssitzung beiwohnen?“ Sein Lösungsvorschlag: ein neues Parkhaus an der Düppelstraße, so wie von der CDU gefordert.

Motivation der Mitarbeiter sei ohnehin schlecht

Zynisch schreibt der städtische Mitarbeiter, die freigezogenen Parkplätze könnten dann von den Bürgern genutzt werden, die „die Innenstädte zumüllen und ihre Hunde überall hinkacken lassen“. Die Motivation und Zufriedenheit der städtischen Mitarbeiter sei ohnehin schon schlecht. „Man möchte in diesem armseligen Oberhausen schon nicht mehr wohnen, aber das Arbeiten wird auch von Jahr zu Jahr schlimmer.“

Man habe über die Köpfe der Mitarbeiter entschieden. Man hätte sie in den Entscheidungsprozess involvieren müssen. Man hätte doch ahnen können, dass sich Widerstand bildet.

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