Oberbürgermeister-Stichwahl

Wo die Oberhausener OB-Kandidaten besonders beliebt sind

Kämpfen um die Entscheidung: Thorsten Berg (SPD) und Daniel Schranz (CDU) auf ihren Wahlplakaten an der Duisburger Straße in Oberhausen.

Kämpfen um die Entscheidung: Thorsten Berg (SPD) und Daniel Schranz (CDU) auf ihren Wahlplakaten an der Duisburger Straße in Oberhausen.

Foto: Michael Dahlke / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Mit weitem Vorsprung von über 10.000 Stimmen gewann Amtsinhaber Daniel Schranz (CDU) in Oberhausen die OB-Wahl – doch das reichte nicht.

Manchem Wahlkämpfer scheint es in diesen Tagen vorzukommen, als befände man sich in einem nicht mehr enden wollenden Wahlkampf. Kaum ist ein Wahlsonntag nach wochenlangen Diskussionen auf Straßen und an Haustüren geschafft, da muss man schon wieder die Ärmel hochkrempeln und für seine Partei kämpfen.

Diesmal geht es nur um zwei Personen, aber um die wichtigste Position, die diese Stadt zu vergeben hat: den Oberbürgermeister. Amtsinhaber Daniel Schranz (CDU) und sein Herausforderer Thorsten Berg (SPD) müssen in die Stichwahl am Sonntag, 27. September 2020, weil keiner von beiden die 50-Prozent-Marke knackte. Sie beide wollen die Stadtverwaltung bis 2025 führen, an der Spitze des Rates stehen und die Oberhausener nach außen repräsentieren.

Besondere Bedeutung für den Stadtrat

Die gleichen Wahllokale wie bei der Rats- und OB-Wahl am 13. September 2020 werden wieder geöffnet sein. Die Entscheidung zwischen diesen beiden Köpfen gewinnt nun auch noch deshalb eine besondere Bedeutung, weil SPD und CDU nach der Ratswahl im Stadtrat gleichauf liegen – mit 19 Ratsmandaten. Eine Pattsituation zwischen den beiden großen Parteien also – da gewinnt die Oberbürgermeister-Stimme bei vielen wichtigen Beschlüssen des Rates noch eine besondere Macht.

Trotz des großen Vorsprungs von Schranz bei der ersten OB-Wahl am vergangenen Sonntag (45,5 zu 29,7 Prozent) könnte es noch einmal spannend werden: Immer wieder sind bei der Stichwahl sicher geglaubte Mehrheiten doch noch verloren gegangen. Deshalb lohnt ein Blick auf die Wahlanalyse der Stadt Oberhausen: Wo sitzen die Anhänger von Schranz und Berg? Wie haben diese am vergangenen Sonntag im Detail abgeschnitten?

Wahlbeteiligung bei 42,1 Prozent

Die Wahlbeteiligung lag am Sonntag bei der OB-Wahl bei 42,1 Prozent. Bei der vorherigen Wahl zum Oberbürgermeister im September 2015, ohne irgendeine Ratswahl, gingen nur 36,7 Prozent zur Wahl. Damals gewann Schranz bei sechs OB-Kandidaten im ersten Durchgang – und erhielt 31.400 Stimmen (52,5 Prozent). Sein damaliger Konkurrent, Stadtkämmerer Apostolos Tsalastras (SPD), 22.545 Stimmen (37,7 Prozent).

Der Christdemokrat überzeugte bei dieser Wahl 30.150 Wähler (45,5 Prozent), das sind 1250 Stimmen (minus 7,1 Prozent) weniger als 2015, aber 8678 Stimmen mehr als seine Partei jetzt bei der Ratswahl erkämpfte. Schranz hat also Anhänger auch außerhalb der CDU-Wähler.

Berg wiederum gewann mit knapp 20.000 Stimmen (exakt: 19.699, 29,7 Prozent) über 2800 Wähler (acht Prozentpunkte) weniger als Tsalastras 2015 – doch der war in der Stadt als langjähriger Kulturdezernent viel bekannter als der Sterkrader Sparkassen-Filialleiter. Berg schaffte es allerdings nicht, alle Wähler der SPD auf seine Seite zu ziehen: Gut 1000 Wähler der SPD machten ihr Kreuz nicht bei ihrem OB-Kandidaten. Und sein Abstand zu Schranz beträgt über 10.450 Stimmen.

Die Hälfte mehr Wähler

Insgesamt entschieden sich 50 Prozent mehr Wähler für Daniel Schranz als für Thorsten Berg. Die wenigsten Stimmen holte Daniel Schranz in Lirich-Süd, die meisten in Sterkrade-Nord. Da bekam er mit 53,5 Prozent die absolute Mehrheit. Über diese Hürde sprang er auch in der Sterkrader Heide, in Königshardt und in Rothebusch.

Thorsten Berg schnitt am besten in Alstaden-West mit 34,8 Prozent ab. In Sterkrade-Nord punktete Berg am wenigsten (24,5 Prozent). Über 31,7 Prozent, also mehr als seine Partei im Stadtgebiet, holte der SPD-Politiker in den Wahlbezirken Schlad, Vennepoth, Alstaden-West, Alstaden-Nord, Lirich-Süd, Weierheide und Sterkrade-Mitte-Süd – aber nirgendwo mehr als 34,8 Prozent.

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