Stadtgeschehen

Wie man sich gegen Abzocke durch Telefonanbieter schützt

Heinz-Dieter Engels, Tochter Alexandra und Sascha Frings werfen Vodafone unlautere Methoden vor.

Heinz-Dieter Engels, Tochter Alexandra und Sascha Frings werfen Vodafone unlautere Methoden vor.

Foto: Ulla Emig WAZFOTOPOOL

Oberhausen.  Die Themen Telekommunikation, Internet und DSL sorgen bei Oberhausener Bürgern oft für Ärger. Das bekommt auch die Verbraucherberatungsstelle zu spüren. Sie gibt Tipps, wie sich Verbraucher vor den Maschen von Telekom, Vodafone und Co. schützen können.

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Abgezockt von Vodafone, Tele2 und Co.: 37 Prozent aller Nachfragen bei der Verbraucherberatungsstelle Oberhausen drehten sich im Jahr 2011 bereits um Telekommunikation, Internet und DSL.

Jüngster Vorfall: Alexandra Engels hatte ihren Handy-Vertrag kündigen wollen. Doch Vodafone schickte ihr statt dessen per SMS die Bestätigung für eine teurere „Tarifanpassung“ samt zweijähriger Verlängerung. Erst auf Nachfrage dieser Zeitung hatte das Düsseldorfer Unternehmen die Umstellung rückgängig gemacht – und der 20-Jährigen zur Entschädigung einen Blumenstrauß geschickt.

Auch Vodafone bediente sich bei der Tarifumstellung einer Masche, die in der Branche verbreitet zu sein scheint: Die Kundin erhielt per SMS ein Tarifwechsel-Angebot mit dem Hinweis, dass der Wechsel gilt, wenn sie dem nicht widerspricht. Alexandra Engels hatte sich um diese Benachrichtigung nicht weiter gekümmert.

Fragwürdige Vorgehensweise

„Diese Vorgehensweise von Vodafone ist rechtswidrig“, betont Petra Gülker von der Verbraucherberatungsstelle Oberhausen. SMS gelten nicht als offizieller Schriftwechsel und hätten damit vor Gericht keinen Bestand. „Die Rechnung sollte zurückgebucht werden – und anschließend nur den rechtmäßigen Betrag überweisen.“ Außerdem sollte das Unternehmen schriftlich (am besten per Einschreiben) informiert werden.

Um Ärger zu vermeiden, sollten Kunden ihre Telefonrechnungen möglichst detailliert anfordern und stets überprüfen. „Selbst wenn hier und da nur ein paar Euro zu viel berechnet werden, kann ein schönes Sümmchen zusammenkommen“, weiß die Verbraucherschützerin.

Billigvorwahlen als Kostenfalle

Davon kann auch Marianne Fischer ein Lied singen. Der Festnetzanschluss der 81-Jährigen läuft über die Telekom. Doch für Gespräche ins Ausland bevorzugt die Seniorin gerne so genannte Billigvorwahlen wie etwa die 01013 von Tele2. Genau damit aber ist sie offensichtlich in eine Kostenfalle geraten. „Ich erhielt zusätzlich zur normalen Telefonrechnung eine Abrechnung von Tele2, immer so in Höhe von vier oder fünf Euro“, erzählt Marianne Fischer.

Anfangs habe sie gedacht, dass damit eben jene Gespräche beglichen würden. „Doch inzwischen habe ich diese Vorwahl schon seit zwei Jahren nicht mehr genutzt, erhalte die Rechnungen aber weiter“, sagt sie verärgert. Alle Versuche, den Düsseldorfer Telekommunikationsanbieter Tele2 persönlich zu erreichen, seien gescheitert.

Petra Gülker vermutet: „Da hat die Seniorin wohl ohne es zu merken, ein Abonnement für was auch immer abgeschlossen.“ Auch in diesem Fall gelte: „Sofort schriftlich kündigen!“

Vodafone-Sprecher Thorsten Höpken betont, dass sein Unternehmen „alle gesetzlichen Vorgaben“ einhalte. „Den Vorwurf, dass das Vorgehen rechtswidrig sei, können wir nicht nachvollziehen“, so Höpken weiter. Die SMS habe sich auf einen von der Kundin gewünschten Tarifwechsel bezogen und lautete: „Lieber Vodafone-Kunde, Ihren Tarif haben wir wie gewünscht zum 06.09.2012 auf VF SuperFlat 60/1 umgestellt. Ihr Vodafone-Team.“. Nur: Alexandra Engels kann sich gar nicht daran erinnern, einen solchen Wunsch überhaupt geäußert zu haben.

Tele2 bestätigt, dass Marianne Fischer seit 2005 über Tele2 Service telefoniere. Sie habe wohl eine Voreinstellung bei der Telekom, die alle Gespräche umleite. Diese habe Frau Fischer selbst irgendwann eingerichtet. „Mit einem Anruf bei der Deutschen Telekom lässt sich diese Voreinstellung aber ganz leicht wieder herausnehmen“, betont Tele2-Sprecherin Polina Witte. So weit, so gut. Nur leider gilt auch in diesem Fall: Marianne Fischer ist sich sicher, nie eine solche Voreinstellung beantragt zu haben.

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