Wenn Mama Abitur macht

Dümpten.   Während in vielen Bereichen der Gesellschaft über eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf diskutiert wird, haben zwei Mütter am Niederrhein-Kolleg Oberhausen dies in den letzten drei Jahren in die Praxis umgesetzt. Das berichtet Marcel Rosenbaum, Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit am Kolleg, in einer aktuellen Mitteilung. Maria Otworowski (32) und Huong Nguyen (23) erhielten „als Lohn für ihre Anstrengungen das langersehnte Abiturzeugnis“, wie der schulische Öffentlichkeitsarbeiter betont.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Während in vielen Bereichen der Gesellschaft über eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf diskutiert wird, haben zwei Mütter am Niederrhein-Kolleg Oberhausen dies in den letzten drei Jahren in die Praxis umgesetzt. Das berichtet Marcel Rosenbaum, Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit am Kolleg, in einer aktuellen Mitteilung. Maria Otworowski (32) und Huong Nguyen (23) erhielten „als Lohn für ihre Anstrengungen das langersehnte Abiturzeugnis“, wie der schulische Öffentlichkeitsarbeiter betont.

Vielfalt der Bildungsbiografien

Dieser zweifache Abitur-Erfolg zeigt die Vielfalt der Bildungsbiografien auch in Oberhausen. Beide Mütter erfuhren eher durch ei­nen Zufall, dass sie als Erwachsene das Abitur am Niederrhein-Kolleg nachholen können.

Huong Nguyen, seit sechs Jahren junge Mutter, kam beim gemeinsamen Kaffeetrinken mit einer ehemaligen Studierenden auf dieses Thema. „Nachdem ich nach der Geburt meines Sohnes ein Jahr lang zuhause geblieben war, arbeitete ich zwei Jahre im Einzelhandel“, berichtet die 23-Jährige über ihre damalige Lebenssituation.

Ein wenig anders die Geschichte von Maria Otworowski. Sie wurde als Endzwanzigerin von ihrer Mutter, deren Arbeitsweg stets am Niederrhein-Kolleg vorbeiführte, auf die Chancen des Zweiten Bildungsweges hingewiesen. Dieser Tipp sei damals zum genau richtigen Zeitpunkt gekommen, ist sie überzeugt, da „der Wunsch nach Bildung – vor allem nach zehn Jahren Kindererziehung“ über einen längeren Zeitraum gewachsen sei.

Gefragt nach den Erfahrungen der letzten drei Jahre, zieht die dreifache Mutter ein beeindruckendes persönliches Fazit: „Ich habe meinen Horizont erweitert; ich habe gelernt, dass Bildung ein unabgeschlossener Prozess ist; ich habe meine Perspektive gewechselt, viel dazugelernt und dafür auch Wertschätzung erfahren.“

Huong Nguyen lobt das besondere Miteinander von Studierenden und Lehrern am Niederrhein-Kolleg und hebt hervor: „Man wird wie ein Erwachsener behandelt und entwickelt damit eine andere Einstellung zu Schule und Lernen.“ Dies habe zu einer angenehmen Lernatmosphäre geführt, resümiert die angehende Lehramtsstudentin der Fächer Deutsch und Mathematik. Beide geben allen Interessierten am Zweiten Bildungsweg den guten Rat, klare Prioritäten auf dem Weg zum Abitur zu setzen. So dürfe nicht das elternunabhängige BAföG den Ausschlag für die Entscheidung geben, das Abitur nachzuholen, sondern der Spaß am Lernen und das persönliche Erfolgserlebnis müssten im Mittelpunkt stehen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben