Kommentar

Was die Oberhausener Jusos unterschätzen

Ein Kommentar von WAZ-Redakteur Peter Szymaniak zur Meinung der Oberhausener Jungsozialisten, die Große Koalition sollte man lieber strikt ablehnen.

Ein Kommentar von WAZ-Redakteur Peter Szymaniak zur Meinung der Oberhausener Jungsozialisten, die Große Koalition sollte man lieber strikt ablehnen.

Foto: Wallhorn/Emig

Oberhausen.   Löblicherweise haben die Oberhausener Jusos den Inhalt des 179 Seiten starken Koalitionsvertrages analysiert. Sie ziehen aber falsche Schlüsse.

Die Oberhausener Jusos kümmern sich intensiv um Inhalte – das ist nach dem bundespolitischer Wirrwarr ihrer Mutterpartei mehr als löblich.

Ihr Verhalten zeigt, dass sich junge Menschen ernsthaft Sorgen um die Zukunft unserer Republik machen – und genau diese Auseinandersetzung um den Kern politischen Schaffens, die Welt für Menschen ein Stück besser zu machen, ist eine gute Werbung dafür, sich als Bürger in Parteien zu engagieren.

Doch leider ziehen die Jusos den falschen Schluss, weil sie zu hohe Erwartungen haben: Hätten die Bürger das SPD-Programm eins zu eins umgesetzt haben wollen, hätte die SPD über 50 Prozent der Stimmen bekommen. Sie erhielt nur 20 Prozent – und daher sind Kompromisse nötig.

Was die Jusos unterschätzen: Stimmt die Basis angesichts des aus SPD-Sicht recht ordentlichen Verhandlungsresultats mit „Nein“ zur GroKo, erweist sie sich als nicht regierungsfähig – und besiegelt ihr Schicksal als künftige Splitterpartei.

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