Vereinswesen

Was die Handballer des TBO alles tun, um Sponsoren zu locken

Trainer Tim Kullmann (rechts außen) und sein Team: Die Handballer des Turnerbundes Oberhausen (TBO) halten zusammen – und spielen erstmalig in der Landesliga.

Trainer Tim Kullmann (rechts außen) und sein Team: Die Handballer des Turnerbundes Oberhausen (TBO) halten zusammen – und spielen erstmalig in der Landesliga.

Foto: Kerstin Bögeholz

Oberhausen.   Die Handball-Herren des Turnerbundes Oberhausen sorgen mit allerhand Ideen dafür, dass Sponsoren Schlange stehen. Auch sportlich läuft es rund.

Ein Heimspiel, eine Party. Wenn die erste Herrenmannschaft des Turnerbunds Oberhausen (TBO) spielt, ist das ein Erlebnis. Ein DJ hämmert Beats aus den Boxen, Cheerleader tanzen und die Spieler tragen Trikots, Anzüge und Jacken – alles selbst entworfen. Ein paradiesisch-buntes Treiben in der Hans-Jansen-Halle. Und warum das Ganze? Um Erfolg zu haben, das Team zusammenzuschweißen und Sponsoren zu locken.

Erstmal neue Klamotten

Doch von Beginn an: Grund für den Eventcharakter, das sagen die Vereinsmitglieder, ist der Mann an der Seitenlinie, der seit zwei Jahren die Männer des TBO als Trainer betreut. „Extrovertiert, arrogant, überheblich – so werde ich oft genannt. Und das stimmt“, erzählt Tim Kullmann mit einem breiten Grinsen. Scheu kennt der 33-Jährige nicht. Offenbar zu Recht, denn ihm ist in kurzer Zeit so viel gelungen, dass andere Vereine staunen – und vielleicht auch ein bisschen neidisch werden.

Innerhalb der vergangenen zwei Jahre hat sich beim TBO viel getan. Zunächst einmal modisch: Shirts in Camouflage, neue Taschen, Bälle, Caps und Schals, Trikots so bunt wie ein Regenbogen und schneeweiße Anzüge. Dem TBO mangelt es klamottentechnisch an absolut nichts. „Wir sind da schon ein bisschen bekloppt“, gibt Kullmann zu. Doch damit nicht genug: Der kleine Verein mit Sitz an der Mülheimer Straße hat einen Videowürfel in der Halle, veranstaltet Tombolas, schlürft Cocktails, spielt Playstation neben Turnmatten oder beamt Deutschlands WM-Spiele auf eine Leinwand.

Die Liste der Ideen und Einfälle aus dem Kullmann-Kopf ist lang und sorgt dafür, dass die Sponsoren mittlerweile beim TBO anfragen, ob sie etwas tun können. Üblicherweise ist es andersherum. „Wir sind eine Familie“, sagt Kullmann und tippt auf das Logo eines befreundeten DJs auf der Schulterpartie seiner Jacke. Die Werbung für einen Mediendesigner, ein Burrito-Restaurant oder ein Tattoo-Studio ist nicht zufällig entstanden. Tim Kullmann und Jennifer Nink, eine Spieler-Freundin, sind ständig auf der Suche nach Partnern, die beiden sind so gut vernetzt, dass sie jeden ihrer Geldgeber kennen.

Freundschaft zu Sponsoren

Der ganze Verein pflegt ein freundschaftliches Verhältnis zu den Sponsoren: Er feiert gemeinsam Partys in Altenberg, weil ein Sponsor eben Events organisiert oder lässt sich dort Körperschmuck piercen und Tattoos stechen, wo das Geld für den letzten Trikotsatz herkommt. Der Satz, „Wir sind eine Familie“, sei also nicht bloß ein Lippenbekenntnis. „Wir wollen uns nicht nur gut verstehen mit unseren Sponsoren. Wir wollen, dass sie am Wochenende mit in der Halle stehen und uns anfeuern. Alle sollen sich mit uns identifizieren können und wir uns mit ihnen,“ versichert der charismatische Trainer.

Identifikation schaffe das Team unter anderem auch deshalb so gut, weil Tim Kullmann und Jennifer Nink es ihren Sponsoren meist selbst überlassen, was sie dem Verein für die Werbung zahlen wollen. Oft seien es kleine dreistellige Beträge. Auf dem Trikot landen dann eben fünf statt dem sonst üblichen einzelnen (Groß-)Sponsor auf Brust, Arm oder Rücken. Design und Entwürfe kommen in der Regel vom Trainer.

Beim Turnerbund packen alle mit an: Damit die Spieler in der Halle spezielles Handball-Harz verwenden dürfen, wird selbst geputzt. Die Maschine der Stadt ist kompliziert, eine Einweisung nötig und so steht eben wieder jener Tim Kullmann um acht Uhr am Montagmorgen auf der Matte – oder besser Platte – und lässt sich im Bodenschrubben unterweisen.

Sportlich läuft’s übrigens auch hervorragend: Zum ersten Mal überhaupt spielen die TBO-Handballer in der Landesliga.

4000 Euro für das Kinderhospiz Möwennest

Das nächste Heimspiel der TBO-Handballer steigt am Sonntag, 10. Februar, 13.15 Uhr, in der Hans-Jansen-Halle, Mülheimer Straße 173. Anlässlich des Tages der Kinderhospizarbeit informiert zudem das Kinderhospiz Möwennest über seine Arbeit. Als Bonus zaubert ein Magier für die kleinen Gäste.

Der TBO sammelte bei einem Benefiz-Turnier bereits 4000 Euro für die Einrichtung. Weitere Infos über den Verein: facebook.com/tbo1handball

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