Mühlentag

Viel los in Baumeisters Mühle in Buschhausen

Mühlenbesitzerin Angelika Baumeister erklärte Besuchern am Pfingstmontag, wie das Mahlwerk der Baumeister Mühle an der Homberger Straße funktioniert.

Mühlenbesitzerin Angelika Baumeister erklärte Besuchern am Pfingstmontag, wie das Mahlwerk der Baumeister Mühle an der Homberger Straße funktioniert.

Foto: Foto: Kerstin Bögeholz

Oberhausen.  Die Baumeister Mühle ist die einzige noch betriebsfähige Mühle in Oberhausen. Am Pfingstmontag war sie wieder für die Öffentlichkeit zugänglich.

Wenn die Familie Baumeister an der Homberger Straße in Buschhausen zum Mühlentag einlädt, ist ihr großer Publikumsandrang sicher. Schließlich gehört ihr die einzige noch betriebsfähige Windmühle in Oberhausen. Prächtiges Wetter leistete am Pfingstmontag seinen Teil dazu, dass es auf dem Vorplatz der historischen Windkraftanlage, zwischen Sitzgelegenheiten, Getränke- und Imbissständen, bei Musik kaum ein Durchkommen gab.

Denn wer ins Innere der Mühle blicken wollte, musste die Stiegen hochsteigen. Vor allem Eltern mit Kindern waren hier zu finden. „Alles sehr gut erhalten“, musterte ein älterer Herr die Balkenkonstruktion und das mächtige Mahlwerk in der zweiten Etage. Hier sah Inhaberin Angelika Baumeister nach dem Rechten. Ein Vater erklärte seiner Tochter an zwei Miniatur-Mahlsteinen, wie die Mühle funktioniert. Die echten Mahlsteine haben 1,30 Meter Durchmesser und wiegen 1,2 Tonnen. Einer von ihnen ist statisch, der andere zerreibt darüber beim Betrieb das Mehl.

Bis zu 13 Meter hoch geklettert

Auf dem breiten Umlauf im ersten Stock, der Galerie, war Inhaber Hermann Baumeister mit Besuchern im Gespräch. „Es gibt Neuigkeiten“, berichtete der Müllermeister. „Ich habe im Frühjahr die vier Flügelgatter, auf denen das Segel aufliegt, mit den Flügelrouten neu verkeilt“, erklärte er. Die Flügelrouten, das sind die Träger der Gatter und diese wiederum die Träger der Segel. 500 Holzkeile sorgen dafür, dass zwischen den Holzlatten der Gatter und der jeweiligen Flügelroute keinerlei Spielraum ist. Hermann Baumeister selbst ist jede der vier Routen selbst bis zu 13 Meter hoch auf das Gatter gestiegen, um die Arbeit zu erledigen. „Ich war aber gesichert“, erzählt der Müller.

Einem holländischen Mühlenbauer hat er es dagegen 2018 überlassen, den wichtigen Querbalken jener Holzkonstruktion zu erneuern, mit deren Hilfe der Mühlenkopf mit den Flügeln nach dem Wind gedreht werden kann. „Dazu war ein Kran nötig“, berichtete der Mühlenchef.

Romantische Erinnerungen

Als am Nachmittag etwas Wind aufkam, ließ Hermann Baumeister die Mühlenflügel drehen. Aber der Wind hielt nicht lange.

„Ich finde es faszinierend, mit welch ,einfachen’ Mitteln man es früher geschafft hat, die Windkraft zu nutzen“, sagte Besucher Bernhard Reinert aus Duisburg. Als Techniker interessiere ihn das.

Romantische Erinnerungen verbindet dagegen Bertram Hain aus Duisburg mit der Mühle: „Ich habe hier geheiratet“, erklärt er.

25 Kilowatt Strom könnte die Mühle pro Stunde erzeugen, hätten Studenten einmal errechnet, berichtet Baumeister. Das sei ungefähr auch die Tagesleistung jener 350 Quadratmeter Solarzellen, mit denen neuerdings das Dach des ehemaligen Sacklagers bestückt ist.

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