Landgericht

Versuchter Mord in Flüchtlingsunterkunft: Prozess startet

Ein Blick in die Asylbewerber-Unterkunft an der Weierstraße.

Ein Blick in die Asylbewerber-Unterkunft an der Weierstraße.

Foto: Kerstin Bögeholz (Archiv)

Oberhausen/Duisburg.   Asylbewerber soll zwei Mitbewohner in einer Flüchtlingsunterkunft in Oberhausen mit einem Messer attackiert haben - offenbar aus banalem Anlass.

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Ein aus Tunesien stammender Asylbewerber muss sich ab der kommenden Woche vor dem Duisburger Landgericht wegen versuchten Mordes und Körperverletzung verantworten. Der inzwischen 31-Jährige soll am 23. Juni dieses Jahres zwei Mitbewohner in einer Flüchtlingsunterkunft auf der Weierstraße in Oberhausen attackiert haben - offenbar aus banalem Anlass. Gegen 23 Uhr am Tattag, so die Anklage der Staatsanwaltschaft, habe er einen damals 23-jährigen Marokkaner aus einem Zimmer vertreiben wollen, als der auf einer Couch lag und Fernsehen guckte.

Mit einem Klappmesser mit einer zwölf Zentimeter langen Klinge habe der Angreifer in Richtung des Opfers gestochen und ihm so eine fünf Zentimeter tiefe Schnittwunde an der linken Halsseite verpasst. Der 23-Jährige hatte offenbar großes Glück: Laut damaligem Polizeibericht konnte der Mann schon nach ambulanter Behandlung wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden. Auf die Schwere des Tatvorwurfs hat das aber keinen Einfluss: Die Staatsanwaltschaft sieht das Mordmerkmal der Heimtücke erfüllt, weil das Opfer arg- und wehrlos gewesen sei. Nach der Attacke war der Tunesier aus dem Fenster geflüchtet, die Polizei konnte ihn aber später festnehmen. Ein Richter ordnete gegen den Mann Untersuchungshaft an.

Stunden vor der abendlichen Attacke soll der Angeklagte bereits einen weiteren Mitbewohner angegriffen haben, ebenfalls um ihn aus einem Zimmer zu vertreiben. Ihm soll der 31-Jährige zunächst ins Gesicht geschlagen haben. Als sich das Opfer das Blut aus dem Gesicht wischen wollte, habe der Tunesier erneut zum Messer gegriffen. Diesen Übergriff wertet die Staatsanwaltschaft als gefährliche Körperverletzung. Das erste Opfer erlitt Hämatome und Schnittwunden im Gesicht. Die Tatwaffe konnte die Polizei im Zuge ihrer Ermittlungen sicherstellen. Für den Prozess gegen den 31-Jährigen sind nach dem Auftakt am Montag zunächst drei weitere Verhandlungstage angesetzt. Auf eine Nebenklage haben die beiden Opfer verzichtet.

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