Jazzkarussell

Verónica Castro Ravelo erwärmt die Herzen der Jazzfreunde

Südamerikanische Folklore präsentierte die chilenische Sängerin Verónica Castro Ravelo.

Südamerikanische Folklore präsentierte die chilenische Sängerin Verónica Castro Ravelo.

Foto: Sven Thielmann, Essen

Im „Tonino-Guerra-Park“ brachte Verónica Castro Ravelo Wärme in die Herzen der Freunde des Jazzkarussells. Zum Schluss kam sogar die Sonne raus.

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Dass der „Blaue Turm der vielen Bücher“ inmitten der legendären Arbeitersiedlung Eisenheim ein „poetischer Ort“ ist, mag sich der ein oder andere längst gedacht haben. Zumal sich hinter dem markanten Gebäude in bester Bauhaus-Tradition ein mit zahlreichen Skulpturen ausgestatteter „Garten der Dichter“ befindet, der inzwischen als „Tonino-Guerra-Park“ firmiert.

Womit sich ein Kreis schließt, war der bedeutendste Drehbuchschreiber Italiens, dem wir so famose Filme wie Michelango Antonionis „Blow Up“ oder Federico Fellinis „Amarcord“ verdanken, doch auch der Schöpfer zahlreicher poetischer Orte zwischen Rimini und dem Hochappennin. Und weil Prof. Roland Günter, der Retter von Eisenheim, eng mit dem 2012 verstorbenen Tonino Guerra befreundet war, entstanden in den späten 1990er Jahren neben den italienischen auch im Ruhrgebiet zahlreiche Stätten, wo die Verbindung von Kunst und kurzen Texten zum Nachdenken anregen soll.

Vermutlich hätte es dem italienischen Lyriker gefallen, dass nun an einem zunächst nicht sonderlich lauschigen Sommertag in dem nach ihm benannten Park südamerikanische Klänge Wärme in die Herzen zahlreicher Freunde des Jazzkarussells brachten. Präsentierten Eva Kurowski und Dirk Balthaus doch auf der Terrasse des Blauen Turms mit Verónica Castro Ravelo eine chilenische Sängerin, die mit einer wunderbar duftig agierenden Band zwischen Tango-Tristezza und Latin-Seligkeiten oszillierende Folklore kredenzte.

Ein heiteres Vergnügen in entspannter Atmosphäre mit flirrender Gitarre (Hernán Ruíz), klagendem Bandoneon (Matías Pedrana) und perlenden Klavierlinien (Dirk Balthaus), das Elías General am lässig pulsenden Bass zu den tuckernden Beats von Marcos Baggiani souverän grundierte. Und weil Ulli Langenbrink die spanischen Texte von Verónica Castro Ravelo zwischendurch ins Deutsche übertrug, konnte man auch die Poesie ihrer Lieder in voller Schönheit genießen. Dass sich schließlich auch die Sonne und ein italienischer Eismann sehen ließen, rundete den unterhaltsamen Nachmittag im „Tonino-Guerra-Park“ perfekt ab.

Jazzfestival im September

Demnächst wird es in Oberhausen vier volle Tage Jazzmusik zu hören geben. Vom 14. bis 17. September treffen sich regionale und internationale Jazzgrößen auf dem „Hömma 17, Jazzfestival in Oberhausen“. Organisiert wird das Festival von der Agentur „sensitive colours“. Der Schwerpunkt soll auf junge Talente gelegt werden, die sich mit etablierten Musikern, auch aus dem Ausland, in Oberhausen einfinden. Spielorte werden das Ebertbad, das Theater Oberhausen und der Altmarkt sein. Hier soll ein „Open Air Tag“ auch zur Belebung der Innenstadt beitragen. Außerdem sind das Gdanska, das K14, der Leerstand im Bahnhof und das Theaterrestaurant Falstaff als Austragungsort angedacht.

Das Jazzkarussell dreht sich weiter: Am 1. Juli ist die Veranstaltungsreihe im Yesterday, Neumühler Str. 2, in Oberhausen-Sterkrade zu Gast. Und zwar mit Dian Pratiwi, der “Soul Voice of Bali“, die ab 20 Uhr im Quartett mächtig grooven wird.

Das Jazzkarussell umfasst 20 Konzerte im Jahr - 16 im Gadanska, vier in den Stadtteilen Osterfeld und Sterkrade.

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