Staatsanwaltschaft

Oberhausen: Vermisster Bulgare in Emscher geworfen - Verdächtige frei

Zwei Männer wollen den Leichnam eines damals 35-jährigen bulgarischen Staatsbürgers vor rund zweieinhalb Jahren in die Emscher geworfen haben.

Zwei Männer wollen den Leichnam eines damals 35-jährigen bulgarischen Staatsbürgers vor rund zweieinhalb Jahren in die Emscher geworfen haben.

Foto: Jörg Schimmel / FUNKE Foto Services (Archiv)

Oberhausen.  Verdächtiger 22-Jähriger könnte Mann aus einer Notwehr-Situation heraus getötet haben. Leichnam eines vermissten Bulgaren wurde nie gefunden.

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Nach dem immer noch rätselhaften Verschwinden eines Bulgaren in Oberhausen ist auch ein zweiter Verdächtiger wieder auf freiem Fuß. Die Duisburger Staatsanwaltschaft hat beantragt, den Haftbefehl wegen Totschlags gegen einen 22-Jährigen aufzuheben. Der für die Fortdauer der Untersuchungshaft dringende Tatverdacht gegen den Mann habe sich nicht nachweisen lassen, sagt Staatsanwalt Martin Mende. Der 22-Jährige hatte zugegeben, am Tod des Bulgaren beteiligt gewesen zu sein. Ein 23-Jähriger soll ihm dann geholfen haben, die Leiche in Oberhausen in die Emscher zu werfen.

Der 22-Jährige könnte auch aus einer Notwehr-Situation heraus gehandelt haben, sagt Mende. Der Mann habe entsprechende Angaben gemacht. In dem Fall hätte er zuerst von dem schmächtigen Bulgaren angegriffen worden sein müssen: „Das können wir nicht widerlegen, solange wir die Leiche nicht haben“, sagt Mende. Nach den Überresten des Bulgaren und nach weiteren Spuren hatte die Polizei vor kurzem auch nochmal am Ufer der Emscher gesucht, fündig wurde sie nicht. Überraschend ist das nicht, der Bulgare verschwand schon vor rund zweieinhalb Jahren.

„Akribische und langwierige Ermittlungen in komplexem Umfeld“

Um den Fall zu klären, hatten Polizei und Staatsanwaltschaft in den vergangenen Monaten mit Hochdruck ermittelt. Das führte Anfang September zur Festnahme der beiden jungen Männer. Die Behörden sprachen von „akribischen und langwierigen Ermittlungen in einem komplexen Umfeld“. Der Haftbefehl gegen den Älteren war bereits kurz nach seiner Festnahme außer Vollzug gesetzt worden. Abgeschlossen sind die Ermittlungen noch nicht, eine Mordkommission arbeitet weiter an dem Fall. Allerdings, das räumen die Ermittler ein, sind es nicht mehr viele Ansätze, denen sie noch nachgehen können.

Der 35-jährige Bulgare, dem Kontakte ins Rotlicht-Milieu nachgesagt worden waren, war am 1. Mai 2017 letztmals gesehen worden. Möglicherweise war er schon kurz darauf getötet worden. Seine Familie hatte den Mann drei Wochen später als vermisst gemeldet. Da deutete noch nichts daraufhin, dass sein spurloses Verschwinden im Zusammenhang mit einem Verbrechen stehen könnte.

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