Stadtentwicklung

Vereine müssen alle Oberhausener Bunker räumen

Auch der Bunker an der Eichelkampstraße in Sterkrade muss geräumt werden.

Auch der Bunker an der Eichelkampstraße in Sterkrade muss geräumt werden.

Foto: wazfotopool

Oberhausen.   Bis Ende 2013 sollen acht verbleibende Hochbunker leer sein, so will es der Bund. Schützen- und Musikvereine fürchten um ihre Existenz

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Es ist wahrlich keine frohe Botschaft, die bis zu 30 Oberhausener Vereine und Gruppierungen so kurz vor der Adventszeit erreicht. Ihre über Jahrzehnte preiswert angemieteten Vereinsräume in den Hochbunkern dieser Stadt müssen sie überraschend räumen.

Erste Kündigungsschreiben hat der zuständige Dezernent Frank Motschull bereits an einige der rund 30 Mieter verschickt, bis Ende 2013 müssen alle acht bundeseigenen Hochbunker im Stadtgebiet geräumt sein. Die Eigentümerin, die Bundesimmobilienanstalt, hatte die Stadt dazu aufgefordert – und drängt zur Eile.

Stadt will bei Lösung helfen

Damit geht die Furcht in den Schützen-, Musik-, Schach- oder Tauchsportvereinen um: Müssen sie ersatzlos aus den Bunkern ausziehen, drohe das Ende ihrer langjährigen ehrenamtlichen Arbeit, heißt es aus den Reihen der Bunkermieter. Musikgruppen verlieren Proberäume, die in Oberhausen Mangelware sind.

Dezernent Motschull und der Stadtsportbund suchen das Gespräch mit den Mietern, um für sie eine Lösung zu finden. Er sagt sehr deutlich: „Wir kündigen den Vereinen nicht freiwillig. Wir haben uns lange dafür eingesetzt, dass sie bleiben dürfen, gegen die Forderung der Bundesimmobilienanstalt können wir uns nicht wehren.“

Geräumt werden müssen die Bunker an der Baustraße (Osterfeld), an der Eichelkamp- und Brandenburger Straße (Sterkrade) sowie in der Girondelle (Lirich) und an der Helmholtzstraße (Alt-Oberhausen). Unangetastet bleibt das Bürgerzentrum Alte Heid, das in einem Bunker für mehrere Millionen Euro errichtet wurde. Leer stehen bereits die Hochbunker an der Friedrich-Karl- (City), der Wesselkamp- (Eisenheim) und der Bahnstraße (Holten): Sie soll die Stadt ebenfalls Ende 2013 an die Bundesimmobilienanstalt mieterfrei übergeben.

Grund für die Räumung

Warum die Bunker geräumt werden müssen? Eine Antwort bleibt die Behörde schuldig. Gemutmaßt wird, dass die Grundstücke in teils bester innerstädtischer Lage verkauft werden, weil sie als Schutzräume nicht mehr benötigt werden. Ähnliches geschieht derzeit unter anderem in Krefeld und Hannover.

Allein im Bunker an der Eichelkampstraße in Sterkrade sind über 550 Mitglieder von sieben Vereinen und mehrere Musikgruppen betroffen. Bunkersprecher Norbert Gamerschlag hat am heutigen Dienstag, 19 Uhr, zu einer Mieterversammlung im Bunker eingeladen. „Die Vereine sind aufgeregt, einige überlegen, ob sie gemeinsam das Geld aufbringen können, um einen Bunker zu kaufen.“