Poco

Verdi sieht Poco-Übernahme in Oberhausen kritisch

Im Poco-Markt am Stahlwerksgelände gegenüber des Centros arbeiten derzeit rund 70 Mitarbeiter.

Im Poco-Markt am Stahlwerksgelände gegenüber des Centros arbeiten derzeit rund 70 Mitarbeiter.

Foto: Hans Blossey

OBERHAUSEN.   Der Möbeldiscounter mit der Filiale am Brammenring wurde kürzlich von der XXXLutz Gruppe übernommen. Schon oft Konflikte mit der Gewerkschaft.

Die XXXLutz Gruppe, zu der auch das Einrichtungshaus XXXL Rück an der Straßburger Straße gehört, hat die gesamten 125 Poco-Einrichtungsmärkte übernommen. Darunter ist auch die erst im November 2017 eröffnete Poco-Filiale am Stahlwerksgelände gegenüber des Centros. Die Gewerkschaft Verdi bewertet die Übernahme eher negativ. Sie kritisierte die XXXLutz Gruppe bereits in der Vergangenheit mehrfach. Gründe waren dafür laut Verdi unter anderem Kündigungen von Mitarbeitern sowie Lohndumping nach der Übernahme der früheren Möbelstadt Rück.

Laut der XXXLutz Unternehmensgruppe werden 8000 Poco-Mitarbeiter übernommen. Der Umsatz von Poco beläuft sich nach Konzernangaben auf rund 1,6 Milliarden Euro. Der Möbeldiscounter soll zudem weiter als eigenständiges Unternehmen mit eigenem Management geführt werden.

Lohndumping und Betriebsratsmobbing

Verdi sieht die Übernahme durch XXXLutz trotzdem kritisch, erklärt NRW-Gewerkschaftssekretär Nils Böhlke. „Die Gruppe ist in der Vergangenheit immer wieder durch Betriebsratsmobbing und gewerkschaftsfeindliches Verhalten aufgefallen. Bei anderen Übernahmen wurden Betriebsräte aus dem Unternehmen gedrängt und Löhne gesenkt“, erläutert er.

Zuletzt habe es 2017 einen solchen Fall in Würselen gegeben, im Juli 2016 sah die Verdi-Bezirksgeschäftsführerin Henrike Eickholt bei XXXL Rück eine „systematische Vorgehensweise bei der Zerschlagung des Betriebsrats.“ Für Böhlke steht fest: „Wenn ein solches Unternehmen immer mehr Marktmacht erringt, prägt dies die gesamte Branche.“

Poco ist zufrieden mit Markt am Stahlwerksgelände

Nach Angaben eines Sprechers wird sich in der Poco-Filiale am Brammenring durch die Übernahme durch XXXLutz erstmal nichts ändern. Poco zeigt sich mit dem Markt sehr zufrieden, er gehöre zu den leistungsstärksten des Unternehmens. Konkrete Zahlen zum Umsatz und zur Kundenfrequenz möchte das Unternehmen mit Verweis auf Wettbewerbsgründe nicht nennen.

Der Sprecher räumte allerdings ein, dass die Jahresergebnisse hinter den Erwartungen zurückgeblieben sind. „Die Entwicklung des Oberhausener Poco-Marktes vollzieht sich jedoch im Rahmen der Planung und wird sich mit zunehmender Bekanntheit weiterentwickeln“, sagte der Sprecher.

Stabiles Stellenangebot

Für den Poco-Markt am Stahlwerksgelände, in dem derzeit rund 70 Mitarbeiter beschäftigt sind, rechnet das Unternehmen aufgrund der Expansionen mit einem stabilen oder sogar wachsenden Stellenangebot.

Nach Angaben der XXXLutz Gruppe entstehen durch die Übernahme von Poco „viele neue Vorteile im Interesse der Kunden“. Dazu gehöre „eine größere Auswahl, schnellere Verfügbarkeiten und bessere Preise“.

>>> POCO NUN IM GIGA-EINKAUFSVERBAND

Poco gehört seit der Übernahme dem Giga-Einkaufsverband an. Im Verband, den die XXXLutz Gruppe 2015 gründete, sind 14 verschiedene Handelsmarken in 15 europäischen Ländern mit über 790 Filialen organisiert.

Der Umsatz von XXXLutz steigt mit der Übernahme auf 5,8 Milliarden Euro, die Mitarbeiterzahl beträgt nun mehr als 30.000. Es gibt über 385 Filialen.

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