Terror-Bekämpfung

Verdächtige Terror-Helfer verstecken sogar Machete im Keller

Die Polizei hat in Oberhausen am 8. Mai während einer Razzia acht Verdächtige festgenommen, die den „Islamischen Staat“ (IS) finanziell unterstützt haben sollen.

Die Polizei hat in Oberhausen am 8. Mai während einer Razzia acht Verdächtige festgenommen, die den „Islamischen Staat“ (IS) finanziell unterstützt haben sollen.

Foto: WTV News

Oberhausen  Die große Razzia gegen Terroristen-Helfer in Oberhausen hat viele Bürger überrascht. Jetzt hat das Innenministerium Details bekannt gegeben.

. Sie kamen am frühen Mittwochmorgen und durchsuchten am 8. Mai gleich sieben Wohnungen in Oberhausen, darunter mindestens eine an der Duisburger Straße/Wernerstraße. Grund des nächtlichen Hausbesuchs der polizeilichen Sondereinsatzkräfte in Lirich: Vier Männer und vier Frauen im Alter zwischen 19 und 58 Jahren werden vom Generalstaatsanwalt Düsseldorf verdächtigt, die Terroristen des „Islamischen Staates“ (IS) finanziell unterstützt zu haben.

Die Verdächtigen wurden festgenommen, aber nach den Vernehmungen wieder freigelassen. Jetzt hat NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) auf Bitten des Landtags einen dreiseitigen Zwischenbericht zu dieser Razzia erstellt – und neue Details zu dem Vorfall enthüllt. So sind sechs der verdächtigen Oberhausener miteinander verwandt. Sie haben einen deutschen Pass, ihre Wurzeln liegen in Bosnien-Herzegowina.

Ein Mann in Syrien als IS-Kämpfer gestorben

Das Ermittlungsverfahren der „Zentralstelle für Terrorismusverfolgung NRW“ hatte zunächst neun Oberhausener ins Visier genommen, davon soll jedoch ein Mann in Syrien als IS-Kämpfer gestorben sein. Nach Auskunft des Generalstaatsanwaltes sollen die Beschuldigten seit August 2017 über verschiedene Finanzagenten per Western Union einen Gesamtbetrag von 20.000 Euro zum „Islamischen Staat“ transferiert haben. Damit hätten sie eine „Vereinigung im Ausland unterstützt, deren Zwecke darauf ausgerichtet ist, Mord, Totschlag und Kriegsverbrechen zu begehen“.

Mehrere Waffen gefunden

Damit nicht genug: Im Keller fanden die Sondereinsatzkräfte eine Machete, eine Fahne mit IS-Bezügen und zwei Pistolen; zudem stellten die Polizisten Fotos, Videos und Dokumente sicher. Sie sollen belegen, dass drei Beschuldigte gegen das Waffengesetz verstoßen und Strafvereitelung betrieben haben.

Mehrere Computer als Beweismittel sichergestellt

Bei der Razzia am 8. Mai nahmen die Beamten auch mehrere Smartphones, SIM-Karten, Tablets und Laptops mit, um diese auszuwerten. Sie fanden auch noch 12.000 Euro als Bargeld und kassierten diese als Beweismittel ein – weil dies ein Betrag sei, der „sich nach dem derzeitigen Kenntnisstand nicht mit den finanziellen Lebensumständen der Beschuldigten in Einklang bringen lässt“, wie es in dem Bericht des Generalstaatsanwaltes heißt.

Schwunghafter Kokainhandel?

Eine Erklärung für hohe Bargeldbeträge könnte sein, dass einer dieser Oberhausener verdächtigt wird, einen schwunghaften Kokain-Handel in seiner Oberhausener Wohnung betrieben zu haben: Er verpackte diese gefährliche Droge laut Vorwurf der Staatsanwaltschaft in kleine Kapseln und verkaufte sie dann weiter.

Bei den unter Verdacht stehenden Oberhausenern handelt es sich also nicht um Terroristen selbst, die in Anschläge eingebunden sind, dennoch sieht der NRW-Innenminister die finanzielle und ideelle Unterstützung von Terroristen nicht als geringfügige Straftaten an. „Die Gefahr geht eben nicht nur von Personen aus, die Terroranschläge planen, sondern auch von Personen, die terroristische Organisationen finanziell, logistisch oder durch Propaganda unterstützen“, schreibt Reul in seinem Bericht an den Innenausschuss des Landtags. „Das werden wir mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln konsequent unterbinden.“

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