Coronavirus

Unterricht an Oberhausener Grundschulen mit Masken gestartet

Jede Klassengruppe hat einen Aufstellplatz auf dem Schulhof, Markierungen zeigen, wo die Schüler den richtigen Abstand voneinander haben.

Jede Klassengruppe hat einen Aufstellplatz auf dem Schulhof, Markierungen zeigen, wo die Schüler den richtigen Abstand voneinander haben.

Foto: Gerd Wallhorn / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Die Oberhausener Grundschulen sind seit Donnerstag wieder geöffnet – erstmal nur für die Viertklässler. Der erste Schultag mit besonderen Regeln.

Der erste Schultag nach der Corona-Pause ist alles andere als normal. Nun sind erste Schultage nie normal, aber dieser ist doch sehr besonders und bringt neue Regeln mit sich.

Beispiel Wunderschule in Lirich: Plötzlich sind da Markierungen auf dem Schulhof, damit die Schüler an ihren Aufstellplätzen im vorschriftsmäßigem Abstand voneinander auf die Lehrerin warten. An der Eingangstür gibt’s einen Desinfektionsspender und den Mädchen und Jungen wird erklärt, dass sie das Ding mit dem Ellenbogen bedienen sollen und nicht mit den Händen. Die Tische in den Klassenräumen sind mit 1,5-Meter-Distanz aufgestellt, die Klassengruppen gedrittelt, das Schulgebäude an der Wunderstraße ist eine Einbahnstraße: Zur einen Tür geht’s nur rein, zur anderen nur raus.

Die rund hundert Viertklässler der Schule hätten sich brav an die Vorgaben gehalten, so der erste Eindruck von Schulleiterin Sabine Mentgen. Und „jeder ist mit Maske gekommen“, damit hätten sie und das Kollegium nicht gerechnet, vorgeschrieben sei es ohnehin nicht.

An normalen ersten Schultagen, wenn sich die Schüler nach den Ferien wiedertreffen, dann ist meist ein großes „Hallo“ angesagt, alle wuseln aufgeregt durcheinander. Doch die Stimmung sei am Donnerstagmorgen schon ein bisschen gedämpft gewesen, hat Sabine Mentgen beobachtet, auch sonst so wilde Kerle standen bedröppelt an der Linie auf dem Schulhof. Kein Wunder, die Situation ist für alle, Lehrer, Schüler, Eltern, ungewohnt.

Eltern froh bis besorgt

In der Elternschaft sei die Haltung mit Blick auf den Schulstart an diesem 7. Mai und folgend ab 11. Mai gemischt. Es gebe diejenigen, die sich freuten, dass es endlich wieder Unterricht vor Ort gibt – seit 15. März sind die Schulen im Land geschlossen –, anderen Eltern gehe das Ganze zu schnell, sie machten sich Sorgen, die Öffnung zum jetzigen Zeitpunkt komme überstürzt.

Eine Mutter musste auch Petra Püttmann, Leiterin der Adolf-Feld-Schule, davon überzeugen, ihr Kind wieder zur Schule zu schicken. „Nachdem wir ihr erklärt haben, wie wir den Unterricht und das Drumherum organisieren, war sie beruhigt.“ Die meisten Eltern seien aber froh über die Öffnung der Schule, sagt die Leiterin der Grundschule in Oberhausen-Mitte. „Der Start heute ist gut gelaufen, die Kinder sind sehr diszipliniert.“ Wie das mit den jüngeren Jahrgängen funktionieren wird, die ab 11. Mai tageweise in die Grundschulen zurückkehren sollen, „bleibt abzuwarten“, sagt Püttmann, „das müssen wir beobachten und dann nachsteuern“. Die meisten Mädchen und Jungen aus den vierten Klassen freuten sich, dass die Schule endlich wieder losgegangen ist. Stichwort: Langeweile zu Hause.

Es habe super geklappt, das sagt auch Susanne Amrehn, Leiterin der Steinbrinkschule in Sterkrade. Auch von anderen Schulleitungskollegen habe sie ähnliche Rückmeldungen bekommen, so die Sprecherin der Grundschulen in Oberhausen. „Wie gut es läuft, wenn die Kleinen kommen, müssen wir schauen“, bestätigt Amrehn.

Kein Normalbetrieb bis zu den Sommerferien

An einen Normalbetrieb ist jedenfalls an den rund 30 Oberhausener Grundschulen noch lange nicht zu denken. Sie müssen nun jeweils überlegen und entscheiden, mit welchem Modell sie ab nächsten Montag weiterarbeiten wollen, wenn auch die Klassen eins bis drei wieder in die Schule kommen: Wie viele Lehrer stehen zur Verfügung? Welches Schichtmodell passt am besten (auch den Eltern, die über die Schulkonferenzen mitberaten können)? Die Klassen kommen jeweils zwei Tage hintereinander und den Rest der Woche nicht – oder an abwechselnden Tagen. Oder der eine Jahrgang kommt vormittags, der andere nach der Mittagspause. All das beraten die Schulen am Donnerstag und Freitag und informieren dann Eltern- und Schülerschaft. Je nach Unterrichtsmodell hat das Auswirkungen auf die Reinigungspläne, die mit dem Schulträger abgestimmt werden müssen.

Die Oberhausener Steuergruppe der Grundschulen hat sich verschiedene Szenarien überlegt, doch nicht jedes Modell ist für jede Schule passend: Je nachdem, wie das Kollegium altersmäßig zusammengesetzt ist, wie viele vorerkrankte Lehrer es gibt, je nachdem, wie groß oder klein die Schulen sind (Klassenzahl, Raumsituation), muss unterschiedlich gearbeitet werden. Was die Teams jetzt machen: Pläne schreiben. Tages-, Wochen-, Pausen- und Toilettengang-Pläne, nichts kann dem Zufall überlassen werden unter den besonderen Corona-Bedingungen, „wir müssen jeden Schritt vorausdenken“, sagt Susanne Amrehn.

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