Ausbildungsmarkt

Unternehmer: Jugendlichen fehlt es an Engagement

Der Unternehmerverband appelliert an Jugendliche, sich um eine Lehrstelle zu bewerben, beispielsweise als Schweißer.

Der Unternehmerverband appelliert an Jugendliche, sich um eine Lehrstelle zu bewerben, beispielsweise als Schweißer.

Foto: Sebastian Kahnert / dpa

Oberhausen.  Der Unternehmerverband nimmt junge Oberhausener in die Pflicht. Wer noch keinen Ausbildungsplatz hat, solle sich schleunigst bewerben.

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Eindeutig in der Pflicht sieht der hiesige Unternehmerverband junge Oberhausener, die noch keinen Ausbildungsplatz haben. Trotz großer Anstrengungen vieler Betriebe mangele es in vielen Fällen am Engagement der Bewerber, beklagen die Unternehmer. Der Appell an Jugendliche: Sie sollen die Sommerferien nutzen, um sich auch kurzfristig noch um eine Lehrstelle zu bewerben. Das neue Ausbildungsjahr beginnt schon bald, am 1. August.

Die Mühen der Betriebe sieht der Verband in den aktuellen Zahlen der Arbeitsagentur bestätigt: Firmen melden derzeit 6,4 Prozent mehr Ausbildungsplätze als im Vorjahr. Im Juni waren der Agentur rund 700 noch unversorgte Jugendliche gemeldet – und knapp 530 unbesetzte Lehrstellen.

Unternehmer fordern mehr Flexibilität

Wolfgang Schmitz, Geschäftsführer des Unternehmerverbandes, wünscht sich mehr Flexibilität auf beiden Seiten: Unternehmen könnten durchaus von der geforderten „Zwei“ in Mathe abweichen und mit ein wenig Nachhilfe im Betrieb die notwendigen Kenntnisse vermitteln. Die Jugendlichen könnten auf der anderen Seite ihre Fühler etwas weiter ausstrecken als bislang, sich auch in anderen Städten bewerben oder vom eigentlichen Wunschberuf abrücken.

Doch warum bleiben immer mehr Ausbildungsstellen unbesetzt? Das habe mehrere Gründe, erklärt Schmitz. „Neben dem demografischen Wandel wird das Problem dadurch verschärft, dass immer mehr junge Leute studieren wollten, anstatt eine Ausbildung anzufangen.“ Deshalb müsse die Wahrnehmung zurechtgerückt werden, eine Ausbildung sei altmodisch oder zweitrangig. „Die Ausbildung muss wieder mehr Wertschätzung erfahren, die Berufsschulen müssen zudem gut mit Lehrpersonal und digitaler Technik ausgestattet werden.“

Verband macht Mut

Der Unternehmerverband möchte Jugendlichen Mut machen: „Nicht jeder braucht Abitur. Eine Duale Ausbildung ist ein tolles Fundament, um später einen ordentlichen Beruf ausüben zu können, mit dem man seinen Lebensunterhalt bestreiten kann.“ Insbesondere richtet sich Schmitz‘ Appell an Jugendliche, die lieber auf einem Berufskolleg die „sichere Schulbank“ wählen, weil sie sich zu Unrecht wenig Hoffnung auf eine erfolgreiche Bewerbung bei einem Unternehmen machen. „Die Betriebe suchen Leute, die motiviert und engagiert sind, gute Noten sind nicht das Wichtigste. Viele Firmen unterstützen ihre Azubis auch beim Unterrichtsstoff, weil sie so dringend Leute suchen, die einen gewerblich-technischen Beruf erlernen und mit dem Gesellenbrief in der Tasche weiter im Ausbildungsbetrieb tätig bleiben wollen.“

Termine zur Berufsberatung können Jugendliche kostenfrei unter 0800-4555500 vereinbaren, nähere Infos auf arbeitsagentur.de

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