Miese Beleuchtung

Umrüstung der Oberhausener LED-Laternen wird noch teurer

Der SPD-Ortsverein Osterfeld machte sich im Oktober vergangenen Jahres vor Ort ein Bild von den neuen LED-Laternen, von links: Silke Jacobs, Stefan Zimkeit, Angelika Hesse und Thorsten Kamps.

Der SPD-Ortsverein Osterfeld machte sich im Oktober vergangenen Jahres vor Ort ein Bild von den neuen LED-Laternen, von links: Silke Jacobs, Stefan Zimkeit, Angelika Hesse und Thorsten Kamps.

Foto: Kerstin Bögeholz

Oberhausen.   Seit 2015 ärgern sich viele Oberhausener über zu dunkle Straßen. Die Umrüstung der LED-Straßenlaternen zieht sich hin – und wird immer teurer.

Die Umrüstung der mangelhaften Straßenlaternen in Oberhausen dauert länger als geplant – und wird auch erneut teurer als ursprünglich einmal kalkuliert. Die Arbeiten werden nicht wie angekündigt in diesem Jahr beendet, sondern aller Voraussicht nach erst im Laufe des kommenden Jahres. Geschätzte 3,4 Millionen Euro wird die Nachbesserung dann gekostet haben – und damit sogar mehr als die eigentliche, planmäßige Umrüstung im Jahr 2015.

Bürger übten Kritik

2,85 Millionen Euro hatte der Austausch der herkömmlichen Glühlampen in moderne LED-Lampen damals gekostet. Der Austausch von alten Quecksilberleuchten war wegen einer neuen EU-Richtlinie notwendig. Doch nach der Umrüstung hagelte es Kritik an der Umsetzung; an vielen Straßen war es nach dem Umbau zu dunkel, Bürger fühlten sich nicht mehr sicher.

Eine Prüfung ergab: Die Oberhausener Straßenlaternen waren für die LED-Technik tatsächlich nicht optimal ausgestattet und teilweise zu weit voneinander entfernt aufgestellt.

Politik machte Druck: Straßenzüge nachbessern

Die Politik reagierte im September 2016 mit einem entsprechenden Beschluss: Die Beschwerden der Bürger sollten geprüft, Straßenzüge bei Bedarf nachgebessert werden. Doch mit dieser Nachbesserung hinkt die Stadt nun hinterher. Schuld seien „witterungsbedingte Verzögerungen“, heißt es aus dem zuständigen Fachbereich. Zudem seien nach und nach immer weitere schlecht ausgeleuchtete Straßen hinzu gekommen, die nun sukzessive abgearbeitet würden.

Arbeiten verzögern sich bereits zum zweiten Mal

Es ist nicht das erste Mal, dass die Stadt eine Verzögerung der Arbeiten verkünden muss. Ursprünglich ging sie davon aus, die Mängel bis Mitte 2018 beseitigt zu haben. Dann war von Ende 2019 die Rede. Nun wird es wohl Mitte bis Ende 2020. Auch die kalkulierten Kosten sind mittlerweile explodiert: Ging die Stadt 2017 noch von maximal 1,5 Millionen Euro für die Nachrüstung aus, ist es mit 3,4 Millionen Euro mittlerweile mehr als doppelt so viel.

Die Politik ist bereits informiert, die entsprechende Vorlage hat die Bezirksvertretungen, den Planungsausschuss sowie den Rat der Stadt passiert. Doch lediglich in den Bezirksvertretungen gab es Kritik – angesichts der enormen Kosensteigerung allerdings recht maßvolle.

Geringere Ersparnis bei Stromkosten als gedacht

Werner Nakot (CDU) bezeichnete die Umrüstung als „teuren Spaß“. Kirsten Bohnes (CDU) und Werner Nowak (Offen für Bürger) wollten wissen, wie sich die Nachrüstung auf die erhoffte Ersparnis beim Strompreis auswirkt – LED-Lampen verbrauchen weniger Strom als Quecksilber-Dampfleuchten.

Doch die Amortisierung der Kosten rückt in weite Ferne: Weil die Stadt zusätzliche Laternen installieren muss, steigen die einst geplanten Stromkosten um rund 17.500 Euro jährlich.

>>INFO: Stromrechnung beträgt fast eine Million Euro

Die Beschwerden der Bürger nach dem Umbau der Laternen hat die Stadt in einer Mängelliste zusammengetragen. 335 Straßen sind darauf vermerkt. An 245 Straßen ist laut Stadt eine normgerechte Beleuchtung vorhanden. 131 Straßen wurden bis Ende 2018 bereits nachgerüstet.

Bis dato hat die Stadt 571 zusätzliche Laternen eingerichtet. Damit steigt die Zahl der Straßenlaternen insgesamt auf 20.893. Der Stromverbrauch für die Beleuchtung der Straßen liegt bei 5.346 Megawattstunden im Jahr, wofür die Stadt 2018 fast eine Million Euro gezahlt hat.

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