Public Viewing

Uefa verbietet Arena Oberhausen Public Viewing zum Champions League-Finale

So feuerten die Fußball-Fans während der Weltmeisterschaft 2010 in der Arena die deutsche Mannschaft an.

So feuerten die Fußball-Fans während der Weltmeisterschaft 2010 in der Arena die deutsche Mannschaft an.

Foto: Christoph Wojtyczka

Oberhausen.  Die UEFA hat der Arena Oberhausen untersagt, das Champions-League-Finale zu zeigen. Die Oberhausener hatten, ebenso wie Dortmund, auf eine Sondergenehmigung für die Übertragung gehofft, Donnerstag aber die endgültige Absage bekommen. Bisher gekaufte Karten können zurückgegeben werden.

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Alles war vorbereitet in der Arena Oberhausen für das große Rudelgucken zum Champions-League-Finale am 25. Mai. Bis zu 10.000 Fans hätten am Centro ein sicherlich packendes Spiel miterleben können. Hätten, denn daraus wird nun nichts. Die UEFA hat den Organisatoren des Events einen Strich durch die Rechnung gemacht und das Public Viewing verboten. Jetzt müssen die Fußball-Fans umdisponieren. Um die 3600 Karten à 5 Euro hatte die Arena bislang verkauft.

Dass in Oberhausen eine Absage eintrudelt, damit hatte hier im Grunde niemand gerechnet. "Wir hatten bis zuletzt gehofft, eine Sondergenehmigung zu erhalten, wie das in Dortmund der Fall war", so Arena-Sprecherin Nicole Mai. Eine Ausnahme macht die UEFA jedoch nur für nichtkommerzielle Vorführungen mit maximal 500 Besuchern und ein Eintritt darf auch nicht fällig werden. Außerdem ist Werbung und Sponsoring bei der Veranstaltung verboten. Und in diesem Fall ist das UEFA-Reglement eindeutig: "Prinzipiell wird für andersartige Veranstaltungen keine Lizenz gewährt werden." Insofern könnte auch bei anderen Veranstaltern Ärger drohen.

Arena-Management sieht Versäumnis der UEFA

Das Public Viewing dennoch zu veranstalten und auf Konfrontationskurs zu gehen, dieses unternehmerische Risiko - auch wenn es sich um eine rechtliche Grauzone handele, wollte Arena-Geschäftsführer Johannes Partow dann nicht tragen. "Es tut uns sehr leid für die vielen Fans im Ruhrgebiet. Wir hätten gerne eine tolle Fußballparty in der Arena gefeiert."

Die Schuld für die Absage sieht Partow nicht beim Arena-Management, sondern bei der UEFA: "Sie war anscheinend nicht darauf vorbereitet, dass diese Partie auf ein so großes Interesse in Deutschland stößt und hat erst vor zehn Tagen ein mögliches Prozedere für die Durchführung von Public Viewing-Veranstaltungen in Deutschland kommuniziert."

Bisher gekaufte Eintrittskarten können ab sofort direkt an den Kassen der Arena zurückgegeben werden. Diese sind montags bis freitags von 8.30 Uhr bis 19 Uhr und samstags von 8.30 Uhr bis 16 Uhr geöffnet.

Nicht der erste Streit um Lizenzen für Public Viewing-Veranstaltungen

In Oberhausen will man jetzt nicht weiter Trübsal blasen, sondern sich ganz auf die Planungen für die WM 2014 konzentrieren. Die wird zum Glück vom Weltfußballverband Fifa veranstaltet, und der hatte zumindest in der Vergangenheit ein anderes Reglement angewendet. Da gab es die Lizenz für eine Gebühr, die sich aus Leinwandgröße und erwarteter Besucherzahl errechnete. Im Vorfeld der Weltmeisterschaft in Südafrika hatte es aber auch mit der Fifa Streitereien ums Public Viewing gegeben. (mawo/knü)

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