Literaturhaus

Trommeln für den feinen Lesestoff in der Oberhausener City

Markus Binder lässt das Schlagzeug „dahoam“, das er sonst im Linzer Duo Attwenger

Foto: Manfred Werner

Markus Binder lässt das Schlagzeug „dahoam“, das er sonst im Linzer Duo Attwenger Foto: Manfred Werner

Oberhausen.   Jane Austen ist die sichere Bank im aktuellen Programm des Literaturhauses. Weitere große Namen folgen dem Auftakt mit Musiker Markus Binder.

Womöglich klingt das jetzt nach der Fabel vom Fuchs unter den sauren Trauben – aber soviel ist gewiss: Im Literaturcafé an der Markstraße 146 kommen Bücherliebhaber den „live“ lesenden Literatinnen und Literaten viel näher als jüngst auf der rummeligen „Lit.Ruhr“. Und problemlos an einen guten Tropfen zu kommen, gelingt ebenfalls am künftigen Arbeitsplatz des „Straßenschreibers“.

Doch bis der Berliner Schriftsteller Ralph Hammerthaler im November sein Amt antritt, hat der Literaturhaus-Verein schon die Hälfte seines druckfrischen Quartals-Programms absolviert. Den Anfang macht furchtlos am Freitag, 13. Oktober, um 19 Uhr ein furchtlos schreibender Musiker: Der 54-jährige Österreicher Markus Binder trommelt seit Jahren im Duo „Attwenger“ an der Seite von Hans Peter Falkner. Sein Buch „Teilzeitrevue“ widmet sich einem Paar und dessen Beobachtungen – und bildet so das Chaos ab, durch das wir uns bewegen.

Silvie Schenks kleiner Geheimtipp

Auf den Jane Austen (1775 bis 1817) gewidmeten Abend sind schon viele Literaturhaus-Freundinnen hoch gespannt: Kundige Referentin zu Leben, Epoche und Werk der frühesten englischen Erfolgsautorin am Freitag, 20. Oktober, um 19 Uhr ist Dr. Janelle Pötzsch vom Kulturwissenschaftlichen Institut in Essen. Sie will eine Zeit lebendig werden lassen, die uns Heutigen viel mitteilen kann.

Eine jüngere Vergangenheit beleuchtet Silvie Schenk am Freitag, 10. November, um 19 Uhr: Ihr Buch „Schnell Dein Leben“ erzählt erst die einfache Geschichte einer Französin, die sich in einen Deutschen verliebt. Doch die Zeit dieser Erzählung ist die unmittelbare Nachkriegszeit – und nichts ist einfach. „Ein kleiner Geheimtipp“ sagt Hartmut Kowsky-Kawelke vom Literaturhaus zu diesem Büchlein.

Rüttenscheider Hinterhoftheater schaut vorbei

Als Rüttenscheider Hinterhoftheater ist das „Sago“-Duo Isabel Sandig und Ralf Gottesleben vertraut mit klitzekleinen Bühnen: Am Freitag, 24. November, um 19 Uhr spielen, rezitieren und erzählen sie von Mascha Kaleko (1907 bis 1975), Berlins schreibendem Fräuleinwunder der wilden Jahre um 1930 und einst die frechste Stimme der sogenannten „Neuen Sachlichkeit“. Erst im 21. Jahrhundert erntet das Werk des Allround-Talents den fälligen Nachruhm.

Eva Menasse liest

Die 47-jährige Journalistin und Schriftstellerin Eva Menasse (Halbschwester des aktuellen Deutschen Buchpreisträgers Robert Menasse) kündigen die Literaturhäusler mit berechtigtem Stolz als Höhepunkt ihres Programms für Freitag, 8. Dezember, um 19 Uhr an: Die Wienerin veröffentlichte als ihr erstes Buch den Reportagen-Band „Der Holocaust vor Gericht. Der Prozess um David Irving“. Ihr Debüt-Roman „Vienna“ erzählt hinreißend ausschweifend die Geschichte ihrer teils katholischen, teils jüdischen Verwandtschaft. Im Literaturhaus liest sie aus ihrem aktuellen Band „Tiere für Fortgeschrittene“. Bei der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels an Margaret Atwood wird Eva Menasse übrigens die Laudatio halten.

Finale eines starken Literatur-Quartals

„Mit Feuereifer und Herzenslust“ geht’s am Freitag, 15. Dezember, um 19 Uhr ins Finale eines starken Literatur-Quartals: Prof. Hartmut Günther beschreibt zum Ausklang des Reformations-Jubiläums, wie Martin Luthers Bibelübersetzung unsere deutsche Sprache bis in die Gegenwart prägte. Den Referenten schildert Hartmut Kowsky-Kawelke als „einen sehr unterhaltsamen Menschen, der selbst schön mit Sprache spielt“. Was will man mehr an einem inspirierenden Leseabend?

>>>>>INFO: Karten gibt’s in drei Stadtteilen im Vorverkauf

Die Kartenpreise sind gestaffelt: Mit 12 Euro am teuersten sind die Abende mit dem Sago Theater und mit Eva Menasse. Silvie Schenk ist für 10 Euro zu erleben, Markus Binder, Dr. Janelle Pötzsch und Prof. Hartmut Günther für 8 Euro. Den Vorverkauf übernehmen die Weinlounge Le Baron, Marktstraße 146, mit Emile Moawad als Patron und guter Nachbar des Literaturcafés, sowie in Sterkrade die Buchhandlung Wiebus, Steinbrinkstraße 249, in Schmachtendorf Tabakwaren Markus Brinkmann, Dudelerstraße 7.

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