Sport

Tanzen wie in 1001 Nacht

Die Bauchtanzgruppe „Farida Fatal“ trainiert in einem Gymnastikraum im Sterkrader Hallenbad.

Die Bauchtanzgruppe „Farida Fatal“ trainiert in einem Gymnastikraum im Sterkrader Hallenbad.

Foto: Funke Foto Services

Oberhausen.  Die Bauchtänzerinnen der Gruppe „Farida Fatal“ trainieren seit zwölf Jahren in Oberhausen.Die Trainerin sucht Nachwuchs für den Anfängerkurs im April

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Ein Arm ist nach oben gestreckt, der andere nach unten. In kreisförmigen Bewegungen hebt sich das Becken abwechselnd mal auf der linken, mal auf der rechten Seite. Die Hände zwirbeln imaginäre Spiralen in die Luft. Neun Frauen bewegen sich schlangengleich und synchron zu rhythmisch-orientalischen Klängen. Sie sind alle Teil der Oberhausener Bauchtanzgruppe „Farida Fatal“, die bereits seit zwölf Jahren besteht.

„Wenn man einmal Blut geleckt hat, will man nicht mehr aufhören“, sagt Lea Gajewski, die bereits vor fünf Jahren angefangen hat, Bauchtanz zu lernen. Mit ihren 19 Jahren ist sie „das Küken“ in der Gruppe, wie die Kursleiterin Constanze Wiebus sie nennt. Recht hat sie: Die anderen acht Damen tanzen im Schnitt schon seit acht bis neun Jahren in der Gruppe und sind auch alle älter als sie.

Barbara Ebert zum Beispiel ist schon seit 14 Jahren dabei. „Ich bin hier wohl das Urgestein“, schmunzelt die zierliche Frau, die wie alle anderen in der Truppe einen mit silbernen und goldenen Münzen veredelten Satin-Rock und ein bauchfreies Oberteil trägt. Wenn alle neun Frauen nebeneinander ihre Becken kreisen, blinkt und glitzert es in allen Farben: Lila, Blau, Grün, Rot, Gelb, Silber und Gold.

Keine Spiegel im Gymnastikraum

„Leider haben wir hier im Gymnastikraum über dem Hallenbad keine Spiegel“, bemängelt Wiebus. Aber ihre Silhouetten können die Damen trotzdem erahnen. Denn eine Fensterfront, die gleichzeitig einen Blick auf die Schwimmer im Hallenbad ermöglicht, schafft Abhilfe. Barbara Ebert, Lea und Susanne Gajewski begutachten gerade ihre schlängelnden Bewegungen in den Fenstern. Die drei haben gemeinsam ein Solo einstudiert.

Als Lea vor fünf Jahren anfing zu tanzen und ihre Mutter Susanne sie zum Training brachte, war sie vom Sport begeistert: „So jung bin ich nicht mehr. Aber in der Gruppe ist das Alter egal, der Zusammenhalt ist einfach super“, schwärmt Susanne Gajewski. Zu rhythmisch-expressiven Klängen schwingen die drei nun ihre Hüften. „Aufpassen, jetzt kommt der Trommelwirbel“, ruft Constanze Wiebus den Drei zu. Der sei ein besonders schwieriger Moment, dazu müssen die Tänzerinnen aus der Hüfte ihre Taille in einer Zitterbewegung über eine längere Sequenz drehen. Es funktioniert, Wiebus applaudiert.

Sandra und Angela sind als nächstes an der Reihe. Sie üben ihren Solo-Auftritt zum Lied „We will rock you“. „Die Körperbeherrschung ist sehr anstrengend, aber es macht wahnsinnig Spaß“, sagt Sandra nach der Probe. Und ihren Fleiß lobt die Trainerin ebenfalls: „Das war sehr gut.“ Wiebus selber ist bereits seit 25 Jahren Hobby-Bauchtänzerin und entwickelt auch die Choreographien für die Tänze selber. „Man muss Feuer fangen, dann bleibt man dabei“, weiß sie. Ihre ersten Erfahrungen sammelte sie in Tunesien während eines Urlaubs. Dann trainierte sie bei den Falken in Gelsenkirchen, bis sie nach Oberhausen zog und dort beim Bildungswerk des Stadtsportbundes Oberhausen weitermachte.

Der Anfängerkurs steht auf der Kippe

Damals waren 23 Personen in ihrem Anfängerkurs. Doch die Zeiten hätten sich geändert: „Vor vier Jahren hat Bauchtanz geboomt, Frauen begeistern sich normalerweise für Glitzer und die Musik. Aber heutzutage reist niemand mehr in die Türkei oder Ägypten.“ Dadurch kämen Frauen nicht mehr in Berührung mit den Ursprüngen des Tanzes und begeisterten sich weniger dafür. Für den diesjährigen Anfängerkurs hat Wiebus noch keine einzige Anmeldung erhalten. „Um den Kurs starten zu können, sollten sich sechs bis sieben Personen anmelden“, so die Diplom-Sozialpädagogin. Auch für ihren Kurs „Golden Girls“ sucht die Hobby-Tänzerin noch Interessierte. Die bisherigen sechs Tänzerinnen sind zwischen 55 und 68 Jahren alt. Es könnten sich aber auch durchaus 50- oder 75-Jährige anmelden.

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