Ausstellung

Tankstelle für Farben und Gedanken öffnet in Sterkrade

Eine Gedanken- und Farbtankstelle zeigen Jens Dirk Kamps, Heike Schrader und Maria Nattermann in der Stadtbibliothek Sterkrade.

Foto: Kerstin Bögeholz

Eine Gedanken- und Farbtankstelle zeigen Jens Dirk Kamps, Heike Schrader und Maria Nattermann in der Stadtbibliothek Sterkrade.

Oberhausen.   Die Sterkrader Bücherei zeigt in einer Ausstellung die Bilder von Dirk Jens Kamps. Sein Interesse an abstrakten Formen motivierte ihn zur Schau.

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Zahlreiche Familienangehörige und Wegbegleiter kamen am Sonntag zur Eröffnung der Ausstellung mit Bildern von Dirk Jens Kamps in die Stadtbibliothek Sterkrade. „Gedanken- und Farbtankstelle“, so hat er sie genannt. Der pensionierte Gymnasiallehrer hat früher Deutsch und Evangelische Religion unterrichtet. Seit 2016 malt er wieder sehr intensiv. Die bisherigen Ergebnisse sind in den nächsten Wochen an den Wänden dort zu sehen.

Schon als Jugendlicher hat der heute 58-Jährige viel gemalt. Eine Kunsttherapie gab vor zwei Jahren dann den Anstoß, es wieder sehr intensiv zu tun. „Interesse habe ich eigentlich nur an abstrakten Formen und vor allem an Farben“, erklärte er am Samstag.

Für ihn bedeutet Farbigkeit Offenheit und Freiheit

Farbigkeit, das Experimentieren damit, hat für ihn etwas mit Offenheit, mit Demokratie und Freiheit, zu tun. Das sei ihm vor Jahrzehnten als Zivildienstleistendem bei einer Reise in die damalige DDR klar geworden. „Die tristen, farblosen Fassaden, die es überall gab, hatten nicht nur etwas mit Mangel an Farbe zu tun“, meint der Maler. Den damaligen Machthabern sei vielmehr auch bewusst gewesen, dass Farbigkeit den Freigeist beflügele und das sei im Sozialismus verpönt gewesen.

Der Schmachtendorfer sieht sich selbst als „fröhlichen Melancholiker“. Die knalligen Töne sind deshalb nicht seine Sache. Es sind eher die leichten Färbungen, auch mal mit kräftigen Hervorhebungen, die seine Bilder kennzeichnen.

Einige Bilder sind auch einfarbig gehalten

Und es darf auch einfarbig zugehen, wenn man von Farbschattierungen innerhalb eines Bildes absieht. Zum Beispiel bei einer Arbeit, die in orange gehalten ist, deren Struktur wie ein vergrößerter Fingerabdruck aussieht. „Wer Sehnsucht nicht mehr spürt, muss sich Gedanken machen“, hat Kamps darunter geschrieben. Für ihn drückt das Bild außerdem den Wandel im Ruhrgebiet aus, die Glut des Hochofens.

Fröhlich-sinnstiftend sollte der Mensch die Zeit zwischen Geburt und Tod möglichst verbringen – und zur Freude seiner Mitmenschen, rät der Theologe.

Blau bedeutet nicht nur Kühle

Dabei lässt er nicht gelten, dass blau, „die Lieblingsfarbe der Deutschen“, wie er sagt, nur für Kühle stehe. Zurückhaltung und Distanz könnten ja ein Plateau, ein Ausgangspunkt, sein. Dann aber bekomme diese Farbe eine andere Bedeutung. Die Blautöne des französischen Malers Yves Klein seien dafür typisch: „Wenn man so ein Bild betrachtet, das lockt die Seele.“

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