Verkehr der Zukunft

Tag der Elektromobilität – Oberhausener testen Autozukunft

Auch die Elektromobilität auf dem Zweirad zählte zu den Themen der Aussteller auf dem Platz am Technischen Rathaus.

Auch die Elektromobilität auf dem Zweirad zählte zu den Themen der Aussteller auf dem Platz am Technischen Rathaus.

Foto: Fabian Strauch

oberhausen.   Rege Resonanz beim Tag der Elektromobilität am Technischen Rathaus. Ob Stoag, EVO, ADFC oder Verbraucherzentrale – viele Ideen auf einen Blick.

Sie boomt schon lange, die Elektromobilität. Aber nicht bei den Vierrädern, sondern bei den Zweirädern. Das zeigte sich auch beim ersten Tag der Elektromobilität, zu dem die Stadt am Samstagvormittag auf den Platz vor dem Technischen Rathaus nach Sterkrade eingeladen hatte.

„Toll, hier ist ja alles vertreten, was mit dem Thema zu tun hat“, freute sich Markus Schürmann aus Sterkrade, der zu den vielen Interessierten gehörte, die dort vorbeischauten: die Stoag, die schon 2014 ihre beiden ersten Linienbusse mit Elektroantrieb angeschafft hatte, die EVO, die den Einsatz geräuschlos fahrender Motorroller propagiert, die Verbraucherzentrale, die sich für die zugehörige Energieversorgung interessiert, die Stadt mit einem Infostand zum Klimaschutz, der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC), dem es vor allem um den Ausbau des Radwegenetzes geht, und natürlich die Befürworter von Elektroautos.

Ein Kilo Wasserstoff reicht für 100 Kilometer

Zu den Letzteren gehört die bundeseigene Now GmbH, für die Anne Laudien und Nina Posdziech aus Berlin eigens im Rahmen der „Roadshow Elek­tromobilität“ des Bundesverkehrsministeriums aus Berlin nach Sterkrade gekommen waren – in einem Auto mit Brennstoffzellen-Antrieb. Im Tank hat der Toyota Mirai bis zu fünf Kilo Wasserstoff, der an Bord in Strom umgewandelt wird. „Wir haben in Wolfsburg und in Kamen zwischengetankt“, berichtet Nina Posdziech. Mit einem Kilo Wasserstoff komme man ungefähr hundert Kilometer weit.

Das Fahrzeug namens „Zukunft“ ließen sich Interessierte gern zeigen. „Für mich ist das die Zukunft“, erklärte ein älterer Herr. Ein anderer Mann warf mit Anne Laudien einen Blick unter die Motorhaube. Dann diskutierte er mit ihr über das Problem, ob die spurtstarken Elek­troautos nicht zu riskantem Fahren verleiten könnten.

Probefahrt mit dem E-Bike

Solche Vorbehalte sind gegenüber den E-Bikes, den elektrisch angetriebenen Fahrrädern, längst fortgefallen, obwohl auch sie bis zu 45 km/h schnell sind. Ein Pärchen interessierte sich an einem Stand für Fahrräder des hessischen Premium-Herstellers Riese und Müller. Der Mann startete zur kurzen Probefahrt über den Martha-Schneider-Bürger-Platz und kehrte anschließend mit dem 4200 Euro teuren Modell freudestrahlend zu seiner Frau zurück.

Am Stand nebenan entwickelte sich ein Gespräch über die mögliche Reichweite solcher Räder. „Natürlich sollte man auf einen sparsamen Motor und eine starke Batterie achten“, riet einer der Besucher. Aber letztlich komme es dabei auf das persönliche Fahrverhalten und das Eigengewicht an.

Strombedarf deckt Solartechnik auf dem Hausdach

Martina Zbick von der Verbraucherzentrale warb dafür, umweltschonende Fortbewegung mit erneuerbaren Energien zu kombinieren. „Wenn man es gut plant, kann man den Strombedarf für ein Elektroauto fast vollständig mit Solartechnik auf dem Dach des eigenen Hauses decken“, erklärte sie. Vor allem dann, wenn man es einrichten könne, den Stromspeicher tagsüber zuhause aufzuladen.

Oberhausens Umweltdezernentin Sabine Lauxen war mit der Resonanz zufrieden. „Die Menschen kommen und interessieren sich und das wollten wir erreichen“, sagte sie. Von den Ausstellern aus Berlin hatte sie eigens ein Start-Set Elektromobilität mit Materialien zum Thema bekommen.

>>>>>> Technologie gilt als aussichtsreich

Bei den Brennstoffzellen-Autos sind asiatische Hersteller führend. Aktuell gibt es drei japanische, zwei koreanische und ein französisches Modell. Der Toyota Mirai ist eine Oberklasse-Limousine mit vier Türen. Sein 155-PS-starker Elektromotor beschleunigt ihn fast geräuschlos auf bis zu 175 km/h. Der Spurt auf Tempo 100 gelingt in weniger als zehn Sekunden. Sein Preis liegt bei über 70 000 Euro.

Den nötigen Wasserstoff kann man zur Zeit nur an 51 Tankstellen bundesweit laden. Er wird mit 700 Bar Druck in den Tanks gelagert. In der Brennstoffzelle reagiert er mit Sauerstoff aus der Luft, wobei elektrische Energie und Wasser als „Abgas“ entstehen. Beim Anfahren und Beschleunigen hilft eine Batterie mit. Ihre Energie wird beim Bremsen gewonnen.

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