Kinotipps

Tänzer und Sänger: Große Film-Biopics in Oberhausener Kinos

Als Nachtschwärmer entdeckt der Tänzer Paris: Oleg Ivenko als Rudolf Nurejew und Adéle Exarchopoulos als Clara Saint in „Nurejew – the White Crow".

Als Nachtschwärmer entdeckt der Tänzer Paris: Oleg Ivenko als Rudolf Nurejew und Adéle Exarchopoulos als Clara Saint in „Nurejew – the White Crow".

Foto: AlamodeFilm / dpa

Oberhausen.  Die Tanz-Szenen und das Hitchcock-Finale in „Nurejew“ sollte man nicht verpassen. Lindenbergs „Rock’n’Roll-Rakete“ bleibt sicher noch eine Weile.

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„Lindenberg“ und „Little Joe“ – bei der Lichtburg alliterieren die Neustarts. Doch das exklusivste Kunstwerk dieser Filmwoche bietet das Kino im Walzenlager, leider nur am Sonntag, 19. Januar, um 15.30 Uhr mit dem biographischen Drama „Nurejew - the White Crow“.

Der exzentrische Ballett-Egomane aus Sibirien

In seiner dritten Regiearbeit erzählt der britische Schauspiel-Star Ralph Fiennes („Der englische Patient“) die Geschichte des sowjetischen Ballett-Stars Rudolf Nurejew. Nach einem Gastspiel in Frankreich weigert sich der Tänzer, nach Moskau zurückzukehren. Am Pariser Flughafen Le Bourget kommt es am 16. Juni 1961 zu einer spektakulären Flucht. Zu diesem Hitchcock-Finale hin entwickelt sich das Biopic über den exzentrischen Ballett-Egomanen in Rückblenden und grandiosen Tanzszenen, die den langen Weg des Sibiriers zur internationalen Karriere nachzeichnen. So ambitioniert gemacht, sind Künstler-Biopics hochspannend.

Mit „Little Joe“ nimmt die Lichtburg einen hoch-exzentrischen Film ins Programm, wenn auch nur am Freitag und Samstag, 17. und 18. Januar, um 23.15 Uhr, den man wohl eher im Walzenlager vermutet hätte. Regisseurin Jessica Hausner nahm mit ihrem fünften Spielfilm erstmals am Wettbewerb in Cannes teil – und wurde gleich ausgezeichnet: Hauptdarstellerin Emily Beecham bekam für ihre Rolle einer Wissenschaftlerin, die eine Glück versprechende Pflanze entwickelt und bald an ihrer Wahrnehmung zweifelt, den Preis für die beste Darstellerin.

Horrorfilm und Wissenschafts-Satire

„Little Joe“ nennt Alice jene Blume, die mit ihren sattroten Blüten nicht nur außerordentlich ästhetisch, wenngleich sehr künstlich wirkt. Ihr therapeutischer Nutzen: Behandelt man „Little Joe“ gut, verströmt sie denselben Duft, den Babys verströmen und der zur Mutter-Kind-Bindung beiträgt. Daraus entwickelt Hausner eine grelle Melange aus Horrorfilm und Wissenschafts-Satire – eine Genre-Mixtur für Arthouse-Fans.

Der Name „Lindenberg!“ hat das Ausrufezeichen quasi implantiert. Hermine Huntgeburths Film, in der Lichtburg täglich um 18.15 und 20.45 Uhr, erzählt die frühen Jahre der „westfälischen Nachtigall“ aus Gronau bis zum großen Karriere-Kick anno 1973 in Hamburg. Und mit dem großen Lob des überragenden Nölers für Jan Bülow ist eigentlich schon alles gesagt: Der Hauptdarsteller darf sogar die Gesangsparts übernehmen.

Genug Aufs und Abs für einen zweiten Film

4,4 Millionen verkaufte Tonträger nach „Alles klar auf der Andrea Doria“, nach manchem Absturz und Neustart bliebe noch viel zu erzählen über den „Panikpräsidenten“. Vielleicht erwächst aus diesem Biopic ja eine Serie . . . wer weiß. Udo will ja mit 103 noch weiterrocken, hatte er in der Arena Oberhausen verkündet.

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