Feuer

Stoag Oberhausen sieht nach Busbrand kein Sicherheitsproblem

Der Linienbus der Stoag hat gegen 4 Uhr am Donnerstagmorgen Feuer gefangen und ist komplett ausgebrannt.

Der Linienbus der Stoag hat gegen 4 Uhr am Donnerstagmorgen Feuer gefangen und ist komplett ausgebrannt.

Foto: Feuerwehr Oberhausen

Oberhausen.  Nach dem Brand eines Linienbusses sieht sich die Stoag in Sachen Sicherheit gut aufgestellt. Fahrzeuge werden alle drei Monate gründlich geprüft.

Dramatische Szenen müssen sich am frühen Donnerstagmorgen auf der Weierstraße im Stadtteil Schwarze Heide abgespielt haben. In einem Linienbus der Stoag ist gegen 4 Uhr ein Feuer ausgebrochen. Der Fahrer versuchte noch, den Brand zu löschen, doch nach kurzer Zeit stand bereits der komplette Bus in Flammen.

Der Fahrer konnte sich selbst retten – „im letzten Moment“, wie die Feuerwehr berichtet. Der Bus war auf dem Weg vom Betriebsgelände zur Starthaltestelle der Linie 957, Gäste waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht an Bord. Ein Übergreifen der Flammen auf ein Wohnhaus konnte die Feuerwehr verhindern.

Polizei ermittelt

Unweigerlich werden die Bilder des schrecklichen Unfalls eines Reisebusses auf der A 9 in Bayern präsent. 18 Menschen sind dabei am Montag gestorben. Auch hier hatte der Bus binnen kürzester Zeit in Flammen gestanden. In beiden Fällen steht die Frage im Raum: Wie konnte sich das Feuer so schnell ausbreiten?

Vermutet wird ein technischer Defekt

Antworten gibt es bislang nicht. Weder die Stoag noch die Feuerwehr können zum jetzigen Zeitpunkt etwas dazu sagen. Die Verkehrsbetriebe wollen Kontakt zum Fahrzeughersteller aufnehmen und ein Gutachten in Auftrag geben, wie Werkstattleiter Stefan Thurm auf Nachfrage bestätigt.

Als Brandursache vermutet die Polizei indes einen technischen Defekt, die Brandermittler haben ihre Untersuchungen aber noch nicht abgeschlossen. Kurz vor dem Ausbruch des Brandes sei dem Fahrer eine Kontrollleuchte für den Bereich Heizung, Lüftung und Klima aufgefallen, bestätigt Thurm. Ob hier der Grund für das Feuer zu suchen ist, wollte er so kurz nach dem Geschehen nicht erläutern.

Keine Motorbrand-Löschanlage im Stoag-Bus

Tatsächlich befinden sich Teile der Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlage im hinteren Teil des Busses – aber auch der Motor sowie die Antriebseinheit. Über eine so genannte Motorbrand-Löschanlage verfügte der ausgebrannte Bus nicht. Derzeit sind nach Stoag-Angaben nur 34 der 116 Stoag-Busse mit so einer Löschanlage ausgestattet – 82 sind es also nicht. Beispielsweise in der Nachbarstadt Mülheim sieht das ganz anders aus: Dort gibt es lediglich drei Busse ohne Motorbrand-Löschanlage. Und diese drei sollen, wie lange geplant, in den kommenden Wochen ausgemustert werden.

Keine besonderen Zusatzkontrollen geplant

Die Oberhausener Busse ohne Löschanlage werden auch weiter in Betrieb bleiben. Besondere Kontrollen seien derzeit nicht geplant, sagt Stefan Thurm. „Unsere Busse werden alle drei Monate einer Sicherheitsprüfung unterzogen“, erklärt er. Wartungen stehen alle sechs Wochen an. Für zusätzliche Maßnahmen bestehe kein Grund.

Dem Fahrer des ausgebrannten Busses gehe es den Umständen entsprechend gut, erklärt Stoag-Werkstattleiter Stefan Thurm auf Nachfrage. Er habe sich rechtzeitig vor den Flammen in Sicherheit bringen können. Seinen Dienst habe er am Donnerstag nicht mehr fortgesetzt. Er solle sich von dem Schock erst einmal erholen.

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