Landesmittel

Stadt will mehr Familien in die eigenen vier Wände bringen

Für Neubaugebiete wie hier am Schacht IV gibt es Fördermittel. Ab diesem Jahr bezuschusst das Land aber auch den Kauf von Bestandsimmobilien,.

Für Neubaugebiete wie hier am Schacht IV gibt es Fördermittel. Ab diesem Jahr bezuschusst das Land aber auch den Kauf von Bestandsimmobilien,.

Foto: Hans Blossey

oberhausen.   Das Land NRW stellt neue Fördermittel zur Verfügung. Familien sollen mit günstigen Darlehen zu eigenen Wohnungen oder Häusern kommen.

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Für Familien mit dem Wunsch nach den eigenen vier Wänden gibt es ab sofort mehr Unterstützung. Das Land NRW stellt der Stadt neue Fördermittel zur Verfügung – und verfolgt damit drei Ziele: mehr Familien zu Wohneigentum zu verhelfen, mehr Eigentümer und Wohnungsgesellschaften dazu zu bringen, bestehende Immobilien zu sanieren, und Investoren darin zu stärken, mehr sozialen Wohnraum in der Stadt zu schaffen.

Neu ist die Wohnraumförderung nicht. Im vergangenen Jahr hat die Stadt bei einer Investitionssumme von rund 20 Millionen Euro fast 13 Millionen Euro Landes-Fördergelder verteilt – in Form von zinsgünstigen Darlehen. Aber die Hürden, die bislang zu nehmen waren, um eine Förderung zu erhalten, hat das Land in diesem Jahr deutlich gesenkt. So wird beispielsweise nicht mehr nur der Neubau gefördert, sondern auch der Kauf von bestehenden Immobilien.

Nur 80 Prozent zurückzahlen

Zudem hat das Land die maximale Fördersumme bei einem geplanten Kauf von Haus oder Eigentumswohnung von bislang 100 000 auf 115 000 Euro erhöht – bei einem Eigenkapital von mindestens 10 000 Euro und exemplarisch berechnet für eine vierköpfige Familie. Der Betrag beinhaltet auch einen Zuschuss, denn zurückzahlen muss man im vorliegenden Rechenbeispiel 10 000 Euro weniger als man aufgenommen hat. Bei einer Sanierung beträgt dieser sogenannte Tilgungsnachlass sogar 20 Prozent, unabhängig von der Personenzahl im Haushalt und von der Höhe des Darlehens. Nimmt man die für Sanierungen maximal mögliche Summe von 100 000 Euro auf, zahlt der Eigentümer 80 000 Euro zurück.

Die Förderung gilt ausschließlich für den sozialen Wohnungsbau. Für private Hauseigentümer und solche, die es werden wollen, gilt eine entsprechende Einkommensgrenze. Diese sei sehr schwer zu errechnen, erklärt Reinhard Dittberner vom städtischen Bereich Wohnungsbauförderung. Seine grobe Schätzung für einen Vier-Personen-Haushalt: ein Jahreseinkommen von rund 25 000 Euro netto, hochgerechnet auf ein Bruttoeinkommen von 60 000 bis 70 000 Euro im Jahr.

Das Wort ‘Einkommensgrenze’ schreckt ab

„Das Wort ‘Einkommensgrenze’ wirkt für viele erst einmal abschreckend“, sagt Dittberner. Ebenso die vielen Zahlen und Rechenbeispiele. „Jeder Fall ist anders.“ Interessierte Familien lädt er zu einem persönlichen Beratungsgespräch ein. „Viele Ratsuchende sind überrascht, wie viele Fördermöglichkeiten es gibt.“

Gerade den Bereich der Eigentumsförderung möchte die Stadt stärken, denn die Zahlen der Familien, die eine solche Förderung in Anspruch nehmen, sinken drastisch: Gerade einmal drei Förderanträge hat die Stadt 2017 bewilligt. 373 000 Euro wurden als Darlehen vergeben. Zum Vergleich: 2012 wurden 35 Anträge bewilligt und mehr als drei Millionen Euro vergeben, 2008 waren es fast sechs Millionen Euro und 90 bewilligte Anträge.

Die Stadt bietet kostenlose Sprechstunden für Interessierte an. Die Mitarbeiter des Bereichs Wohnungsbauförderung vereinbaren individuelle Termine. Sie sind zu erreichen unter 0208-825 2005, 825 2776 sowie 825 2791.

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