Digitales Lernen

SPD Oberhausen will Tablets für Schüler finanziell fördern

Um am Online-Unterricht zu Hause teilnehmen zu können, brauchen Schüler Tablets, Laptops oder Rechner – viele haben aber nur ein Smartphone.

Um am Online-Unterricht zu Hause teilnehmen zu können, brauchen Schüler Tablets, Laptops oder Rechner – viele haben aber nur ein Smartphone.

Foto: Sebastian Kahnert / ZBDeutsche Presse-Agentur

Oberhausen.  Die Stadt soll den Kauf von mobilen Endgeräten für bedürftige Schüler fördern, fordert die SPD. Schüler ohne Tablets seien stark benachteiligt.

Um Bildungsgerechtigkeit besonders in Zeiten von Corona-bedingtem Online-Unterricht zu schaffen, macht sich die Oberhausener SPD dafür stark, den Kauf von mobilen Endgeräten wie Tablets oder Laptops für Schüler zu fördern. In einem Antrag an den Rat der Stadt fordert die SPD-Fraktion deshalb, „die Anschaffung von für den digitalen Unterricht notwendigen Geräten wie Laptops oder Tablets für bedürftige Schüler aus den Mitteln zur Überwindung der Covid-19-Krise zu bezuschussen“.

Lernen auf Distanz, Online-Unterricht: Seit dem 15. März waren die Schulen durch die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Schulschließungen gezwungen, ihre Schüler digital mit Unterrichtstoff und Aufgaben zu versorgen. Doch die Bedingungen, bei diesem digitalen Lernen mitzuziehen, seien nicht für jeden Schüler zu Hause gleich, kritisiert die Oberhausener SPD.

Keine digitale Teilhabe aufgrund fehlender Ausstattung

„Viele Schülerinnen und Schüler leben mit mehreren Geschwistern auf engem Raum und haben nur einen PC zur Verfügung“, heißt es in einer Mitteilung an die Redaktion. „Wenn dann noch ein Elternteil im Homeoffice den einzigen PC in der Familie braucht, wird es zeitlich eng“, stellt der Parteivorsitzende der SPD in Oberhausen, Dirk Vöpel, fest. Was also tun, wenn die digitale Teilhabe aufgrund fehlender Ausstattung nicht möglich ist, fragen die Sozialdemokraten.

Eltern schauten zu Recht in dieser Zeit neidisch auf die Stadt Düsseldorf. Dort solle der vom Bund zur Verfügung gestellte Zuschuss von 150 Euro, wenn nötig, auf 100 Prozent des Anschaffungspreises aufgestockt werden. Ebenso werde in Düsseldorf an einer kommunal einheitlichen Lernplattform gearbeitet.

Chancenungleichheit nicht noch stärker wachsen lassen

Die SPD Oberhausen fordert, dass auch Oberhausen hier so schnell wie möglich handeln soll, um die durch die Corona-Krise verschärfte Chancenungleichheit nicht noch stärker wachsen zu lassen. „Moderne und gut funktionierende elektronische Endgeräte sind in diesen Zeiten noch wichtiger für den Erfolg in der digitalen Bildung als bisher schon. Es darf nicht sein, dass Schülerinnen oder Schüler aufgrund von persönlichen Umständen einen Nachteil haben“, so die SPD.

Auch Oberhausen sollte Familien, wenn nötig, den restlichen Betrag vom Kaufpreis vollständig erstatten. Der familiäre Hintergrund eines Kindes dürfe niemals über dessen Bildungschancen entscheiden. Daher werde die SPD-Fraktion im Rat der Stadt darauf drängen, dass die Mittel so schnell wie möglich zur Verfügung stehen. In der nächsten Sitzung des Schulausschusses am Dienstag, 26. Mai, steht der Antrag der Fraktion auf der Tagesordnung.

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