Zschäpe-Vergleich

SPD Oberhausen lädt Parteivize Stegner nach Tweet aus

Kommt nun doch nicht nach Oberhausen: Ralf Stegner, Bundesvize der SPD.

Foto: dpa (Archiv)

Kommt nun doch nicht nach Oberhausen: Ralf Stegner, Bundesvize der SPD. Foto: dpa (Archiv)

Oberhausen.   SPD Oberhausen lädt Parteivize Stegner nach einem umstrittenen Twitter-Eintrag kurzfristig von einem Termin aus. Dessen Büro ist „überrascht“.

Die Oberhausener SPD-Spitze hat den stellvertretenden Parteibundesvorsitzenden Ralf Stegner für einem am Dienstagnachmittag angeberaumten Termin in der Stadt kurzfristig wieder ausgeladen. Anlass ist ein umstrittener Twitter-Post, den der Vize-Parteichef am vergangenen Sonntagabend veröffentlicht hatte. Dort hatte er ein Foto, auf dem auch die operative Chefin des Facebook-Konzerns zu sehen war, mit den Worten kommentiert: „Und ich dachte, Frau Zschäpe sei in U-Haft“. Der Oberhausener SPD-Unterbezirk spricht von einem „unsäglichen Beitrag“.

„Auf den Urheber einer solchen Geschmacklosigkeit verzichten“

Dass Stegner den nur kurzfristig sichtbaren Post inzwischen gelöscht und ihn öffentlich bereut hat, entschuldige die Äußerung nicht, sagen die hiesigen Genossen: „Mir hat es regelrecht die Sprache verschlagen, als ich davon erfahren habe“, so die Landtagskandidatin Sonja Bongers. „Ein stellvertretender SPD-Vorsitzender, der mit der NSU-Zschäpe über eine amerikanische Jüdin witzelt, das ist allerunterste Schublade und geht gar nicht.“ In der engeren SPD-Spitze hätten daraufhin die Telefondrähte geglüht. „Wir waren uns alle einig, dass man auch nach der Entschuldigung von Ralf Stegner nicht einfach zur Tagesordnung übergehen kann“, so Parteichef Dirk Vöpel, „auf den Urheber einer solchen Geschmacklosigkeit kann die Oberhausener SPD getrost verzichten.“

Termin im Stadtteilprojekt Bebelstraße

Stegner hätte am Dienstagnachmittag gemeinsam mit Bongers, die auch stellvertretende Unterbezirksvorsitzende ist, und Vöpel einen Termin über das Stadtteilprojekt Bebelstraße absolvieren sollen. Von der Absage sei dessen Büroleitung „etwas überrascht gewesen, die haben damit wohl nicht gerechnet“, sagt der Oberhausener Parteigeschäftsführer Antonio Scarpino, der das Vorgehen seiner Genossen verteidigt: „Das war begründet.“ Über die Absage an Stegner sagt Scarpino: „Er wird damit umgehen können.“ Auf ihrer Homepage hatten die Oberhausener Sozialdemokraten auch am Nachmittag noch die Info, Stegner werde den Termin wahrnehmen. Im Fokus hätten dabei Fragen wie diese gestanden: „Wo liegen die aktuellen Herausforderungen in der Flüchtlingspolitik? Wo liegen Integrationshemmnisse? Wo zeigen sich Erfolge?“ (sk)

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