Politik

SPD Oberhausen hat so viele Neumitglieder wie lange nicht

Aus dem Archiv: Die Oberhausener SPD-Wahlparty zur Bundestagswahl 2017.

Foto: Gerd Wallhorn

Aus dem Archiv: Die Oberhausener SPD-Wahlparty zur Bundestagswahl 2017. Foto: Gerd Wallhorn

Oberhausen.   54 neue Mitglieder sind seit Jahresbeginn in die Oberhausener SPD eingetreten. Darunter viele Familienmitglieder langjähriger Parteimitglieder.

Was Union und SPD in Berlin in einem Verhandlungsmarathon ausbaldowert haben, gilt noch nicht als Go für die Groko. Denn bekanntlich haben da die SPD-Mitglieder noch ein Wörtchen mitzureden. Und das sind inzwischen weitaus mehr als vor dem SPD-Parteitag, nach dem die Jusos, die jungen Poltiker der SPD, die Kampagne „Einen Zehner gegen die Groko“ ins Leben gerufen haben.

Damit sollten Groko-kritische Mitglieder geworben werden, um das Zustandekommen einer weiteren Großen Koalition unter Kanzlerin Merkel zu verhindern. Der SPD in Oberhausen hat das so viel Zulauf verschafft wie das gesamte Jahr 2017 über nicht. Bis Dienstagabend 18 Uhr haben die hiesigen Sozialdemokraten seit Jahresbeginn 54 Mitglieder dazu gewonnen. Nur zwei Mitglieder sind ausgetreten.

„Wir brauchen wieder eine Politisierung“

Antonio Scarpino, Geschäftsführer des Oberhausener SPD-Unterbezirkes, sieht darin nicht unbedingt einen Flashmob, der nach der Abstimmung wieder das Weite sucht. „Ich lehne mich aus dem Fenster und sage: Vier Fünftel der neuen Mitglieder bleiben länger als zwei Jahre bei der SPD.“ Er untermauert seine These mit dem Alter der Neumitglieder.

Nicht einmal 20 Prozent seien im Juso-Alter, also unter 30 Jahre. Mehr als die Hälfte der neuen Mitglieder sei 50 und älter. Ihm fällt auf, dass vor allem viele bekannte Familiennamen auftauchen, dass plötzlich Mütter von Söhnen oder auch Kinder von langjährigen Genossen eingetreten sind. Das Phänomen beobachtet er auch in Remscheid, wo er ebenfalls Geschäftsführer der SPD ist.

Es sind also Menschen, die schon länger über Politik diskutieren oder grübeln. „Wir brauchen wieder eine Politisierung. Das haben wir mit dem Mitgliederentscheid erreicht“, sagt Scarpino.

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