Klimaschutz

SPD findet wenig Fans für Klimaschutz-Projekt in Schulen

Schüler demonstrieren für den Klimaschutz – sie könnten aber auch Energie sparen für den Umweltschutz, schlägt die SPD vor.

Schüler demonstrieren für den Klimaschutz – sie könnten aber auch Energie sparen für den Umweltschutz, schlägt die SPD vor.

Foto: Olaf Fuhrmann / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Die SPD Oberhausen will Schüler zum Energiesparen animieren. Doch in den Ausschüssen wird das Klimaschutz-Projekt „Fifty/fifty“ bisher zerredet.

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Eigentlich klingt die Idee der Oberhausener SPD-Ratsfraktion ja ganz charmant: Der Klimaschutz-Enthusiasmus der Schüler könnte ganz konkret in den Alltag integriert werden, indem sie darauf achten, in Schulen oder Jugendzentren weniger Wasser, Strom und Heizungswärme zu verbrauchen. Das soll sich auch auszahlen: Wenn tatsächlich Energiekosten eingespart werden, dann soll die eine Hälfte des Geldes der Stadtkasse zufließen, die andere Hälfte aber an die Schule gehen – für Klassenfahrten, Schulfeste, Projekte.

Nicht gerecht

Doch so richtig setzte sich die SPD mit ihrem Antrag „Projekt 50:50 – Energieeffizient an Schulen, Kindertageseinrichtungen und Jugendzentren“ bisher in den Ausschüssen nicht durch. Im Schulausschuss kritisierte vor allem die CDU-Fraktion das Vorhaben. „Nicht gerecht“ fand Christian Benter (CDU) den Vorschlag, weil die Schulen mit ihren unterschiedlichen Sanierungsgraden mit Blick auf Wärmedämmung zum Beispiel nicht die gleichen Startvoraussetzungen für einen solchen Wettbewerb hätten. Außerdem „ist mir nicht klar, mit welchem Verwaltungsaufwand das realisiert werden soll. Sparen wir hinterher wirklich mehr als das, was wir reinstecken“, fragte Christian Benter. Fraktionskollegin Ulrike Willing-Spielmann sprang ihm zur Seite: In den Neunzigern habe es doch schon mal so ein Projekt gegeben, „wir sollten erstmal klären, warum das im Sande verlaufen ist, bevor wir ein neues starten.“ Man woll ja kein „Pseudo-Projekt“ auf den Weg bringen.

Guter Anreiz für Schüler

Energieersparnis ließe sich nicht beliebig oft erzielen, aber auch bei einem einmaligen Effekt „finde ich die Idee einen guten Anreiz für Schüler“, sagte Regina Boos (Freie Demokraten 14/20). Aus Hygienegründen sollte sich das Bemühen um Ersparnis aber vor allem auf Strom und Wärme beziehen und nicht auf den Wasserverbrauch. Die Grünen wollten sich erst im Rat am Montag, 18. November, zu dem Antrag positionieren, erklärte Andreas Blanke im Schulausschuss.

Bewusster Umgang mit Ressourcen

Schüler zu einem „bewussten Umgang mit Ressourcen anzuleiten“ sei das Ziel ihres Antrags, verteidigte Kirsten Oberste-Kleinbeck, schulpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, den Vorschlag. „Die Schüler merken ganz konkret, wie sich Verhaltensänderungen auswirken.“ Der finanzielle Anreiz sollte zudem nicht verniedlicht werden, meinte sie in Richtung der Kritiker, „300 Euro für einen Martinszug zu haben oder nicht zu haben macht durchaus einen Unterschied“, so Oberste-Kleinbeck. Klimaschutz könnte in den Unterricht integriert werden, um das Umweltbewusstsein zu stärken, heißt es im Antrag der SPD. „Den Schülerinnen und Schülern soll so deutlich gemacht werden, dass Klimaschutz nicht nur Einschränkungen und Verbote mit sich bringt.“ Die Klimaschutzmanager der Stadt sollten zudem die Schulen und Einrichtungen beraten und konkrete Energiesparprogramme mit Handlungstipps erarbeiten.

Nach kurzer Zeit eingeschlafen

Warum ein ähnliches Projekt in den Neunzigern „nach relativ kurzer Zeit eingeschlafen ist“, konnte auch Schuldezernent Jürgen Schmidt nicht so recht erklären. Er schlug vor, die Politik solle der Verwaltung den Auftrag erteilen, die Rahmenbedingungen zu beschreiben: Bemessungsgrundlagen, unterschiedlicher Zustand der Schulen, Kosten. Der Schulausschuss verschob den SPD-Antrag ohne Vorberatung in den Rat.

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