Centro

So verlief der verkaufsoffene Sonntag im Centro Oberhausen

Gut gefülltes Centro – aber keine Schiebepartie. Am Sonntag öffneten im Einkaufszentrum fünf Stunden lang die Geschäfte.

Gut gefülltes Centro – aber keine Schiebepartie. Am Sonntag öffneten im Einkaufszentrum fünf Stunden lang die Geschäfte.

Foto: Jörg Schimmel / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Zum verkaufsoffenen Sonntag im Centro Oberhausen bleibt das große Geschiebe aus. Bei der Parkplatzsuche brauchen die Käufer allerdings Geduld.

Merseburg in Sachsen-Anhalt, der Landkreis Main-Spessart aus Bayern, der Landkreis Emsland in Niedersachsen, der Rhein-Sieg-Kreis an der Grenze zu Rheinland-Pfalz, Esslingen in Baden-Württemberg. Wer am Sonntag an der Centroallee auf die Nummernschilder der Autos geblickt hat, dürfte sich wie bei einer kleinen Deutschlandreise gefühlt haben. Das Centro Oberhausen öffnet die Geschäftstüren. Das Neue-Mitte-Fest bespaßt Kinder, Models zeigen auf dem Laufsteg Mode – Einkäufer treffen auf Spaziergänger und Wochenendurlauber.

Kunden nutzen Zeit vor dem Weihnachtsansturm

Scheibenwischer quietschen an der Ampel vor dem gläsernen Centro-Anbau beim Moderiesen Peek & Cloppenburg. Doch die Autos, die sich zur Grünphase hastig in den inneren Verkehrsring des Einkaufszentrums schieben, bremsen nach der Kurve nicht ab. Vor den Parkhäusern gibt es in der Neue Mitte eher normalen Anreiseverkehr. Fast freie Fahrt an einem so dicht bepackten Sonntag? Ungewöhnlich!

„Wir sind ordentlich durchgekommen“, sagen Vera und Markus Becker aus Borken nahe Bocholt. Den verregneten Sonntag möchte die Familie aus dem Münsterland unter dem Dach des Einkaufszentrums verbringen. „Bei schönem Wetter wären wir in den Park gegangen – doch da verpassen wir heute nichts.“ Statt sich matschige Stiefel einzufangen, schauen sie nun auf schwarzes Leder. Tochter Anna-Lena benötigt neue Schuhe. Die Familie erinnert sich an ihren letzten Besuch in der Neuen Mitte: „Da öffnete noch der Weihnachtsmarkt und Wagen-Karawanen rollten an. Wir haben es diesmal vermutlich besser getroffen!“

In Centro-Parkhäusern beginnt die Stellplatzsuche

Einzig bei der Parkplatzsuche mussten diese Centro-Besucher zuvor allerdings Ehrenrunden drehen. Die Anzeigetafel des Parkleitsystems wirkt wenige Minuten nach 13 Uhr, nachdem die Geschäfte die Kunden hereinlassen, schon wie der Countdown an Silvester. Die Anzeige zählt die Plätze herunter.

Eine Nullnummer liefern die Parkhäuser eins und zwei um 14 Uhr – die innenliegenden Stellplätze sind als erstes vergriffen. Auch in den anderen Häusern gibt es ein reges Lichterspiel. Grüne und rote Lämpchen über jeder Parkbucht signalisieren die Verfügbarkeit – kaum grün, viel rot. Immerhin 14.000 Parkplätze werden knapp.

Mit aufgezogener Kapuze geht es zum Eingang. Dort sehen die Besucher wieder Rot, aber auch Weiß. Die Regionalliga-Fußballer von Rot-Weiß Oberhausen (RWO) laufen gerade im Dauerregen zum Mannschaftsbus. Am Samstag fuhren die Kicker im Meisterschaftsspiel gegen den VfB Homberg bei einem umkämpften 3:1-Sieg drei Punkte ein – nun verteilen sie Geschenke. Beim Neue-Mitte-Fest auf dem Luise-Albertz-Platz schreiben sie Autogramme, stellen sich für Selfies auf. Trainer Mike Terranova schlendert mit Kapitän Jannik Löhden durch die Zeltkulisse: Hier werden Kinder bespaßt und Kirmes-Leckereien angeboten – diesmal ganz tiefenentspannt!

Fieses Wetter verdirbt Bauernmarkt die Atmosphäre

Mehr Pech hat auf der gegenüberliegenden Seite der Promenade der Bauernmarkt. Auf dem Platz der Guten Hoffnung hatte man dem Wetter wohl mehr zugetraut. Landwirte und Handwerker vom nahen Niederrhein bauen einen Teil ihres Hofladens auf. Liköre, Kürbis-Spezialitäten, Kräuter, Wurst und frische Eier. Unter einem Pavillon, auf dem sich das Regenwasser sammelt, probieren wetterfeste Leute die Speisen. Gute Idee, doch Atmosphäre lässt der fiese Regen nicht zu.

In den Gängen der Mall läuft es sich besser – und laufen kann man hier wirklich noch. Es ist gut gefüllt, aber noch keine Schiebepartie. Dies kennen hartgesottene Centro-Gänger anderes. Im Mitteldom bilden sich zur Modenschau doch mal Grüppchen. Ansonsten verteilt sich die sonntägliche Tütenkarawane. „Mal schauen – und vielleicht was kaufen“, steckt Mira Weilmann mit Freund Bastian die Strategie für ihre Einkaufstour fest. „Ich kann noch eine Winterjacke gebrauchen. Es wird schließlich kälter.“

Cake-Pops sorgen bei Einkäufern im Centro für süße Seite

Eile sieht man dem Paar trotzdem nicht an. Mancher Einkaufstüten-Träger setzt eher auf die Kurzzeitverwöhnung. „Cake-Pops“ sind im Centro der Renner. Gebäckkugeln, die wie bei einem Lolli an einem Stil haften. Klingt logisch, so kann man einem verregneten Sonntag noch eine süße Seite abgewinnen.

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