Kirmes

So startete die Wottelkirmes mit Karussells in Oberhausen

Familiär geht es bei der Wottelkirmes im Oberhausener Stadtteil Königshardt zum Erntedankfest zu. Neben einigen Karussells lockt am Wochenende zusätzlich der große Bauern- und Handwerkermarkt.

Familiär geht es bei der Wottelkirmes im Oberhausener Stadtteil Königshardt zum Erntedankfest zu. Neben einigen Karussells lockt am Wochenende zusätzlich der große Bauern- und Handwerkermarkt.

Foto: Jörg Schimmel / Funke Foto Services

Oberhausen.  Bisher feierten Tausende Besucher bei der Wottelkirmes in Oberhausen. Am Samstag und Sonntag vergrößert sich der Rummel um mehr als 70 Stände.

In Oberhausen-Königshardt strahlt kunterbuntes Discolicht – zumindest noch bis Sonntagabend. Der Autoscooter Lowrider des Schaustellers Petter verwandelt den Eingangsbereich der Königshardter Straße neben dem Kreisverkehr derzeit eine, ausnahmsweise, vergnügte Crash-Strecke. Die Besucher der familiären Wottelkirmes musste in der ersten Hälfte des fünftägigen Rummels allerdings das ein oder andere Mal unter die Vordächer der Buden und Stände ausweichen.

Kirmesbesucher schätzen den familiären Charme

Herbstzeit, Regenzeit! Durchwachsen, aber mit heiteren Abschnitten. Am Mittwochabend feierten sie noch ihre eigene Variante des „Kirmesheiligabend“ – am Feiertag blicken sie auf bullige Wolken am Himmel, aber gefüllte Gläser. „Et hät noch immer jut gegangen“ würden sie wahrscheinlich in rheinischen Metropolen nun murmeln. Am Bierstand, der ein populäres Kölsch ausschenkt, sind sie dennoch auf Nummer sicher gegangen. Eine Schirmparade über den Sitzbänken macht die Sache wasserdicht. Ein bisschen Indoor-Wottelkirmes muss sein.

Die Kirmes ist nichts für Leute, die kilometerweit schlendern und sich über unübersichtliche Festplätze schieben. Bei der Wottelkirmes schlängelt sich manches Festzelt in die Auffahrt der Anwohner. Wottelkirmes ist überall – der Ernte sei dank! „Hier geht es darum, ein wenig zu bummeln und Freunde und Bekannte zu treffen“, sagt Nicole Hoffer. Größere Rummelplätze mag sie nicht so sehr. „Bei der Wottelkirmes ist es einfach gemütlicher!“

Karotten geben der Wottelkirmes ihren Namen

Wottel? Wottel! Darunter verstehen man ein junges Gemüse. Es geht um Karotten und Möhren, die zur Jahreszeit passen. Das Erntedankfest, übrigens am kommenden Sonntag, gibt dem Budenzauber schließlich einen Anlass. Den dörflichen Charme wollen sich die Vereine und Initiatoren aus dem Stadtteil nicht wegnehmen lassen. Fassanstich, Festumzug – und feste feiern. Im Nordosten der Stadt ist das ein Dreiklang.

Für scheppernden Achterbahn-Protz haben sie auf dem gemütliche Theodor-Spiering-Platz keine Stellmöglichkeit. Aber das ein oder andere Großfahrgeschäft lockt junge Fans der Wottelkirmes trotzdem an. Vor dem großen „Beach Jumper“ mit seinen Schüttelarmen steht ein Metall-Aufsteller, der zwei aufgemalte Strandbesucher zeigt. Besucher stecken auf der Höhe der Köpfe ihre Gesicht durch die ausgestanzten Löcher. „Schaut her, wir waren am Königshardter Strand!“ Selfie- und Kicheralarm.

Kerzenmacher und Dreher beim Handwerkermarkt

Die T-Shirts bleiben aber dann doch im Schrank. Zum Übergangsjacken-Wetter schmeckt immerhin noch das Kirmes-Eis. Darauf kann man bauen. Aufbauen ist sowieso ein gutes Stichwort. Die Wottelkirmes wächst am Samstag und Sonntag noch um rund 70 weitere Stände. Dafür sorgt der Bauern- und Handwerkermarkt. Zum Angebot gehören Marktstände mit Keramik, Floristik, Kerzen und Stoffbeuteln.

Doch auch alte Handwerkskunst wird gezeigt – und erläutert. Darunter befindet sich Stuhlflechten, Töpfern und Schmiedearbeiten. Schlemmereien gibt es auch: Weine von der Mosel, Flammlachs, Ziegenkäse, Obstessig und Thüringer Wurstspezialitäten. Auch ja, auch der allseits beliebte Erbseneintopf wird wieder aus einem dampfenden Kochtopf auf die Teller der Besucher wechseln.

Clowns Oli & Felinchen zaubern auf der Wottelkirmes

Dass Kinder und Erwachsene gleichermaßen der Wottel-Wonne etwas abgewinnen können, zeigte sich schon in der ersten Kirmeshälfte. Die Clowns Oli & Felinchen zogen sich die buntesten Klamotten an, die der Kleiderschrank beherbergte und zauberten aus unaufgeregten Luftballons lustige Tiere. Die Wottelkirmes bleibt nicht nur für Gemüsefreunde interessant.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben