Kleinkunst

Sebastian Krämer singt im Ebertbad für die „Liederlounge“

Der Mann am Klavier: Sebastian Krämer singt mit Sinn für Melancholie – und abstrusen Humor.

Der Mann am Klavier: Sebastian Krämer singt mit Sinn für Melancholie – und abstrusen Humor.

Foto: Ina Carolin Lisiewicz / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  WDR 5 will die Aufzeichnung aus Oberhausens Badeanstalt an zwei Januar-Abenden senden. Große Kollegen schätzen den Chansonnier aus dem Lipperland.

Das Ebertbad will am Donnerstag, 3. Dezember, um 20 Uhr wieder öffnen – wenn’s ganz hart kommt allerdings nur für einen Mann am Klavier. Denn WDR 5 will zu Jahresbeginn an zwei Abenden Sebastian Krämer s „Liebeslieder an Deine Tante“ in seiner abendlichen „Liederlounge“ senden , als Aufzeichnung aus Oberhausens berühmter und hart geprüfter Badeanstalt.

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Der Sänger, Pianist und Komponist – dessen Werke auch der große Chansonnier Tim Fischer gerne und mit Gusto interpretiert – stammt aus NRWs kleinstem Landesteil Lippe und ist frisch gekrönter Träger des Bayerischen Kabarettpreises: in der Kategorie Musik. Denn der 44-Jährige mit 27-jähriger Berufserfahrung gelobt nach wie vor, kein Kabarett aufs Brettl zu bringen, sondern in Liedern mit genauem Blick über die Details des Lebens zu schweifen.

Der Abend im Ebertbad ist als Premiere seines neuen Programms angekündigt. Musiker- und Kleinkunst-Kollege Timm Beckmann hat dank seiner „ Liga der außergewöhnlichen Musiker “ den Wahl-Berliner auch im Revier bekannter gemacht. Als 20-Jähriger zog Sebastian Krämer nach Berlin, um regelmäßig im „Scheinbar“-Varieté, im „Zebrano“-Theater, im „Grünen Salon“ der Volksbühne und auf diversen Lesebühnen aufzutreten. Im Fernsehen zeigte sich der Chansonnier in Comedy-Formaten wie „Nightwash“ und in Kabarettsendungen wie „Mitternachtsspitzen“ und „Neues aus der Anstalt“.

Melancholie ist sein Metier

Melancholie ist sein Metier – und abstruser Humor, den Sebastian Krämer nicht zu planen scheint, der wie ein Schicksal über ihn hereinbricht, wenn sein Publikum es schon nicht mehr für möglich gehalten hätte. Seine Chansons wollen nicht „Mut machen“, haben keine Parolen oder Empfehlungen für eine bessere Welt zur Hand. Eher ist’s der Versuch, den sorgsam verpackten Schmerz im Hörer aufzuspüren. Denn die bizarre Schönheit der Krämerschen Verse ist mit jenem Schmerz im Bunde.

Nicht nur Tim Fischer weiß diese Kunst zu schätzen. „Keiner spickt seine Chansons so mit Morbidität, Charme und vor allem mit hinterfotzigem Humor Güteklasse A“, rühmt ihn der Berliner Komiker Kurt Krömer. Und Comedian Oliver Polak nennt Krämer (nicht Krömer) den „krassesten lebenden Songwriter, den es gibt: ein Genie“. Genial wäre es, wenn das Ebertbad mit ihm am 3. Dezember wieder aus der zweiten Corona-Welle auftauchen dürfte.

Karten kosten 24 Euro. Die „Liederlounge“ des WDR kündigt die zweigeteilte Aufzeichnung aus Oberhausen für die Sonntage 17. und 24. Januar an, jeweils um 21.04 Uhr.

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