Schule

Schulministerium begrüßt Türkisch am Oberhausener „Bertha“

Selten: Türkisch als zweite Fremdsprache, hier an der Katharina-Henoth Gesamtschule in Köln mit Lehrerin Hava Kolbaşı.

Foto: Oliver Berg/DPA

Selten: Türkisch als zweite Fremdsprache, hier an der Katharina-Henoth Gesamtschule in Köln mit Lehrerin Hava Kolbaşı. Foto: Oliver Berg/DPA

oberhausen.   In seiner Antwort auf die Anfrage eines SPD-Landtagsabgeordneten begrüßt das NRW-Schulministerium zwar Türkisch, stellt aber eine Bedingung.

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Das NRW-Ministerium für Schule und Bildung „begrüßt“ es, dass das Bertha-von-Suttner-Gymnasium seinen Schülern Türkisch als zweite Fremdsprache anbietet – als einziges Gymnasium im Regierungsbezirk Düsseldorf. „Die Bereitstellung eines dauerhaften Kursangebotes in türkischer Sprache setzt aber voraus, dass eine langfristig stabile Zahl von interessierten Schülerinnen und Schülern vorhanden ist.“ So heißt es in der Antwort auf eine Kleine Anfrage des SPD-Landtagsabgeordneten Stefan Zimkeit.

Die Anfrage hat Zimkeit gestellt, nachdem „Bertha“-Schulleiter Sascha Reuen bekanntgegeben hatte, das Angebot nicht fortführen zu wollen. Als Gründe nannte er das mangelnde Interesse in der Schülerschaft (aktuell nehmen nur 38 Schüler am Türkisch-Unterricht teil) und den Lehrerbedarf, der für andere Fächer höhere Priorität habe. Zumal die einzige Türkisch-Lehrerin der Schule bereits mehrfach einen Versetzungsantrag gestellt habe.

Heftige Kritik der Elternschaft

Die Entscheidung des Schulleiters, das Fach sukzessive auslaufen zu lassen, stieß bei der Elternschaft auf heftige Kritik. Einen herkunftssprachlichen Unterricht in Form einer Arbeitsgemeinschaft als Ersatz für das Hauptfach Türkisch wollen die Familien nicht akzeptieren. Dies machten sie auch bei einem Besuch im Schulausschuss deutlich. Auch der Integrationsrat lehnt das Aus für das Schulfach ab

Im Einvernehmen mit dem Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration teilt das Schul-Ministerium außerdem mit: „Die Landesregierung misst den fremdsprachlichen Fächern eine hohe Bedeutung zu. Mehrsprachigkeit ist eine der Stärken unseres Landes. Das breite Angebot, die intensive und anwendungsorientierte Förderung des Fremdsprachenlernens sorgen dafür, dass unsere Schülerinnen und Schüler die gelebte Mehrsprachigkeit in unserem Land erfahren und auf die Herausforderungen in unserer mehrsprachigen Welt vorbereitet werden.“

Sollten sich genügend Familien am „Bertha“ für den Türkisch-Unterricht anmelden (eine Zahl wird nicht genannt), will das Schul-Ministerium „zusammen mit der Oberen Schulaufsichtsbehörde entsprechende Maßnahmen prüfen, die ein Unterrichtsangebot ermöglichen könnten“.

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