Moderne Medien

Schüler erkunden ihr neues Gymnasium vorab von zu Hause aus

Die Medien-Scouts des „Heine“ wollen künftigen Fünftklässlern den Schulstart erleichtern. Foto:Oliver Müller

Die Medien-Scouts des „Heine“ wollen künftigen Fünftklässlern den Schulstart erleichtern. Foto:Oliver Müller

OBERHAUSEN.   Die Medienscouts des Heinrich-Heine-Gymnasiums haben sich etwas ausgedacht, um künftigen Fünftklässlern den Start an der Schule zu erleichtern.

Die Medienhelfer des Heinrich-Heine-Gymnasiums haben schon viel von der Welt gesehen: Manhattan von oben, das Basislager am Mount Everest und dessen Gipfel, einen Weißen Hai aus wenigen Metern Entfernung. Und das ging ganz einfach. Die Achtklässer benötigen dafür nur eine sogenannte Virtual-Reality-Brille und ihr Smartphone samt passender App-Anwendung.

In der Praxis sieht das dann so aus: Lehrer Marco Fileccia wählt auf dem modernen Tablet-PC eine Expedition, also einen Ort, aus. Luisa (14) klemmt ihr Smartphone vor die Linsen einer Pappbrille und hält diese dann vor ihre Augen. Wichtigste Regel: „Nur im Kreis drehen, nicht durch den Raum laufen“, sagt Marco Fileccia.

Der Lehrer leitet das Wahlpflichtfach, in dem sich die Schüler mit allem, was mit Digitalisierung zu tun hat, auseinandersetzen. „Unsere Generation wächst mit den Medien auf. Da ist es wichtig, dass man sich damit auskennt“, sagt der 13-jährige Julian. Auch für Luisa war die Entscheidung für dieses Fach nicht schwierig: „Ich will später mal etwas mit Medien machen. Das ist doch das perfekte Fach für mich, habe ich mir gedacht.“ Für eine Doppelstunde pro Woche treffen sich die 20 Medienscouts (so nennen sich die Schüler) und entwickeln vor allem Projekte für die jüngeren Schüler. Mit einer Idee sind sie nun sogar für einen Preis nominiert: „DigiYou – Digitalisiere deine Zukunft“ heißt der.

Die Projektidee: Die Medienscouts wollen es den zukünftigen Fünftklässlern erleichtern, sich in der großen Schule zurechtzufinden. Dafür machen sie mit ihren Smartphones 360-Grad-Aufnahmen im Schulgebäude und auf dem Schulhof. Die neuen Schüler sollen sich die Bilder dann genauso auf dem Smartphone anschauen können, wie die Medienscouts die Bilder von New York oder vom Mount Everest.

30 Pappbrillen für den Anfang

„Wir können später auch noch Ton einfügen“, sagt Marco Fileccia. „Dann sagt zum Beispiel eine Stimme: Links geht’s zur Mensa, geradeaus in Richtung Sporthalle.“ Eine super Sache, finden auch Luisa und Julian. „Das hätte mir damals geholfen. Die Grundschulen sind ja viel kleiner“, sagt Luisa. Und Julian ergänzt: „Es gibt hier einfach so viele Räume. Ich wusste am Anfang nicht, wo der Bio- oder der Musikraum ist.“

Das Projekt am „Heine“ wird gefördert: NRW-Bank und Bildungsgenossenschaft geben 500 Euro dazu. Das Geld können sie nun nutzen, um ihr erdachtes Projekt umzusetzen. „Davon haben wir zum Beispiel 30 dieser Pappbrillen gekauft“, erzählt Marco Fileccia. Im März werden die drei besten Projekte mit einem Preisgeld von je 1000 Euro ausgezeichnet.

Wenn es nach Marco Fileccia geht, dann soll das Projekt noch erweitert werden. „Man könnte das auch im Gasometer oder im Kaisergarten machen und die Aufnahmen zur Verfügung stellen“, sagt er. Dann könnten sich Besucher schon von zu Hause aus umsehen. „Und als Biolehrer würde ich am liebsten auch noch einen Zoo fotografieren.“

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