Gedenken an Pogromnacht

Schranz fordert: Toleranz und Respekt verteidigen

Kranzniederlegung an der Friedenstraße: Oberbürgermeister Daniel Schranz am ehemaligen Standort der Synagoge; im Hintergrund Lev Schwarzmann und Arnold Gorshteyn.

Kranzniederlegung an der Friedenstraße: Oberbürgermeister Daniel Schranz am ehemaligen Standort der Synagoge; im Hintergrund Lev Schwarzmann und Arnold Gorshteyn.

Foto: Jörg Schimmel / FFS

Oberhausen.  Gedenken im Scheinwerferlicht - Oberhausen erinnerte am ehemaligen Standort der Synagoge an die Pogromnacht vom 9. November 1938.

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Besonders viele Menschen kamen am Donnerstagabend an die Friedenstraße zum Gedenken an die Pogromnacht vom 9. November 1938. Sie alle wollten ein Zeichen setzen; ein unübersehbares Zeichen, wenige Wochen nach dem antisemitischen Anschlag auf die Synagoge von Halle. Oberbürgermeister Daniel Schranz appellierte vor dem Hintergrund dieser Terrortat: „Jetzt erst recht: Wir alle müssen uns dem alten und neuen Hass auf Juden entgegenstellen!"

Es sei erschreckend, dass im Jahr 2019 Jüdinnen und Juden in Deutschland wieder um ihre körperliche Unversehrtheit bangen müssten, so Schranz. Es gelte, wachsam zu sein sowie offen und beherzt für Werte wie Toleranz, Weltoffenheit und Respekt einzutreten.

81 Jahre seien seit der Pogromnacht von 1938 vergangen. Damals sei die Synagoge an der Friedenstraße in Oberhausen in Flammen aufgegangen, und das unter aktiver Mithilfe der Feuerwehr, die lediglich ein Ausbreiten des Feuers auf Nachbargebäude verhindert habe.

„Täter konsequent bestrafen“

Auch Lev Schwarzmann von der liberalen jüdischen Gemeinde Perusch erinnerte in seiner Rede eindrucksvoll an den Zivilisationsbruch dieser Schreckensnacht und erklärte: „Der Holocaust wurde schon seit 1933 vorbereitet und die Generalprobe war die Pogromnacht im Jahr 1938!“ Schwarzmann forderte mit Blick auf antisemitische Anschläge wie in Halle: „Nicht sprechen, sondern handeln! Die Täter müssen konsequent bestraft werden.“ Auch Arnold Gorshteyn von der Jüdischen Gemeinde Duisburg, Mülheim, Oberhausen begleitete die Veranstaltung.

Eine Lesung mit Schauspielerin Emilia Reichenbach vom Theater Oberhausen, eingeleitet von Dramaturgin Hannah Saar, aber auch Wort- und Musikbeiträge vom Sophie-Scholl-Gymnasium, von der Anne-Frank-Realschule und vom Bertha-von-Suttner-Gymnasium prägten das weitere Programm. Es war ein würdevolles Gedenken an der mit zwei Scheinwerfern beleuchteten Friedenstraße.

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