Denkmal-Renovierung

Sanierung des Gasometers in Oberhausen hat begonnen

Begutachten die Sanierungsarbeiten am Gasometer: (v.r.) Projektleiter David Auerbach, Architekt Harald Lindner, Oberbürgermeister Daniel Schranz, NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach und Jeanette Schmitz, Geschäftsführerin der Gasometer Oberhausen GmbH.

Begutachten die Sanierungsarbeiten am Gasometer: (v.r.) Projektleiter David Auerbach, Architekt Harald Lindner, Oberbürgermeister Daniel Schranz, NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach und Jeanette Schmitz, Geschäftsführerin der Gasometer Oberhausen GmbH.

Foto: Gerd Wallhorn / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Der Gasometer Oberhausen wird für 14,5 Millionen Euro saniert. NRW-Bauministerin Scharrenbach machte sich vor Ort ein Bild von dem Großprojekt.

Die Gipfelstürmer sind weg, nun rollen die Bagger. Und statt des rauschenden Trubels angeregter Ausstellungsbesucher erklingt jetzt außen vor allem eines: Baustellenlärm. Die Bauarbeiten für den Gasometer, Oberhausens unverkennbares Wahrzeichen, haben begonnen und rücken dem Stahlkoloss gleich ans Fundament.

Nur einen Tag später, nachdem Besucher am 27. Oktober noch die Erfolgs-Ausstellung „Der Berg ruft“ sehen und das Matterhorn bestaunen konnten, fiel bereits der Startschuss für die umfassende Komplettsanierung des denkmalgeschützten Bauwerks. Und die Bauherren haben es eilig. Ein Jahr sollen die Sanierungsmaßnahmen dauern, im März 2021 bereits die nächste Ausstellung eröffnen, wenn es nach Jeanette Schmitz, Geschäftsführerin der Gasometer Oberhausen GmbH, geht.

Die Frischzellenkur für die etwa 118 Meter große „Tonne“, wie der Gasometer durchaus liebevoll genannt wird, ist ein Mammutprojekt, von dem sich NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach zusammen mit Oberbürgermeister Daniel Schranz (beide CDU) am Donnerstag ein erstes Bild machte. Im Sommer vergangenen Jahres hatte das Land zuletzt eine wichtige Förderlücke für die dringend notwendig gewordene Erneuerung des Großdenkmals geschlossen.

Sanierung soll 14,5 Millionen Euro kosten

14,5 Millionen Euro soll die Sanierung insgesamt kosten. Dank der staatlichen Fördermillionen ist das Projekt überhaupt erst möglich geworden. Die Finanzierung aber steht: Den größten Anteil stellt der Bund mit 7,25 Millionen, 2,5 Millionen kommen vom Land NRW, 4,4 Millionen vom Regionalverband Ruhr. 350.000 Euro steuert die Gasometer GmbH zudem aus Eigenmitteln bei.

Im ersten Bauabschnitt wird nun das alte Fundament abgetragen und der Sockel komplett neu betoniert. „Wir haben an vielen Stellen Risse festgestellt“, sagt Jeanette Schmitz und unterstreicht das Bautempo nochmals: „In sechs Wochen wollen wir damit fertig sein.“

Als Nächstes sollen die Gerüstbauer anrücken. Ein eigens gefertigtes, etwa 30.000 Quadratmeter großes Gerüst mitsamt Transportaufzügen ist notwendig, um die etwa 70.000 Quadratmeter Fläche der Außenhülle zu bearbeiten. Dann ist wahrhafte Stahlkosmetik angesagt, gewissermaßen als nachträgliches Geburtstagsgeschenk zum 90. Jubiläum der heute so beliebten Ausstellungshalle, die sichtbar Rost angesetzt hat. Gerade auf der Wetterseite weist der Gasometer deutliche Korrosionsschäden auf, die dringend gemacht werden müssen.

Ein neuer Anstrich, aber nah am Original

„Insgesamt acht Farbschichten werden im Feststoffstrahlverfahren abgetragen“, erklärt Jeanette Schmitz das weitere Vorgehen. Dann ist der Stahlmantel blank und bekommt vier neue Schichten Farbe aufgetragen. Dank mikroskopischer Untersuchungen der alten Farbpartikel konnte sogar ziemlich genau die Farbe des Erstanstrichs rekonstruiert werden. „Es geht in Richtung eines braun-grauen Tons“, sagt Schmitz. Die endgültige Farbwahl erfolgt in genauer Absprache mit der Denkmalbehörde. Sie soll letztlich aber dem bisherigen Erscheinungsbild ähneln.

Noch laufen bis Ende November die Ausschreibungen für das Großprojekt. Dieses sei trotz der angespannten Situation in der Bauwirtschaft aber begehrt. „Wir führen wöchentlich Firmen über das Gelände, die teilweise aus der Schiffs- und Marinebranche kommen und sich auf den Anstrich von Kreuzfahrtschiffen verlegt haben“, erzählt David Auerbach, der die Projektleitung für das beauftragte Dortmunder Architekturbüro Lindner Lohse BdA übernimmt. Auch er nennt das Riesenprojekt und dessen Zeitplan „ambitioniert“ und hofft indes auf einen halbwegs trockenen Winter im Ruhrgebiet. „Bis jetzt sind wir völlig im Zeitplan“, versichert er.

Schranz: Gasometer ist „wichtig für die Attraktivität der Stadt“

Dass nach dem Aus fürs Metronom-Theater gleich ein weiterer wichtiger Kulturstandort und Besuchermagnet für Oberhausen vorerst geschlossen bleibt, macht auch Oberbürgermeister Daniel Schranz ein wenig Sorge: „Wir werden es sicherlich in der Stadt merken. Die Auswirkungen auf die Übernachtungszahlen werden sich aber in Grenzen halten.“ Es sei aber die verantwortungsvollere und richtigere Entscheidung, die Komplettsanierung jetzt durchzuführen, bevor der Gasometer für weit längere Zeit schließen müsste. „Der Gasometer ist wichtig für die Attraktivität der Stadt“, betont Schranz.

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