S-Bahn

S3 Oberhausen: Was Pendler zum neuen Fahrplan wissen müssen

Bei der S3 ändert sich der Takt. Künftig pendeln die S-Bahnen zwischen Hattingen und Oberhausen nur noch alle 30 Minuten.

Bei der S3 ändert sich der Takt. Künftig pendeln die S-Bahnen zwischen Hattingen und Oberhausen nur noch alle 30 Minuten.

Foto: Volker Hartmann / FFS

Oberhausen.  Die S-Bahn S3 fährt ab dem 15. Dezember zwischen Oberhausen und Hattingen nur noch alle 30 Minuten. Was der neue Takt für Pendler bedeutet.

Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) stellt am 15. Dezember im gesamten Verkehrsgebiet die Fahrpläne um. Das betrifft auch die Taktung der S-Bahn-Linie S3 zwischen Oberhausen und Hattingen. Sie fährt künftig nur noch alle 30 Minuten. Daneben kündigt sich ein Betreiberwechsel an: Statt der Deutschen Bahn rollen die Züge demnächst unter Aufsicht der Abellio Rail NRW GmbH.

Was S-Bahn-Pendler sonst noch auf der Linie an Neuerungen erwartet, haben wir in einer Übersicht zusammengefasst.

S3 in Oberhausen: Neue Taktung, neue Fahrzeiten

Zugreisende müssen sich darauf einstellen, dass die S3 ab Mitte Dezember vom derzeitigen 20-Minuten-Takt auf einen 30-Minuten-Takt umgestellt wird. Hintergrund ist, dass der VRR den S-Bahn-Verkehr im Ruhrgebiet in einen „nachfrageorientierten 15/30-Minuten-Takt“ ändert. Damit sollen „die Pendlerströme auf zentralen Verkehrsachsen spürbar beschleunigt“ werden, erklärt der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr.

Die Züge der S3 fahren dann montags bis sonntags jeweils um 18 und 48 Minuten nach der vollen Stunde ab Oberhausen Hauptbahnhof Richtung Hattingen Mitte ab. Damit entsprechen die Fahrzeiten der bisherigen Taktung am Wochenende.

Bei der für Pendler wichtigen Verbindung von Oberhausen nach Essen ergänzt zusätzlich die neue Linie RE 49 („Wupper-Lippe-Express“) montags bis freitags die S-3-Verbindung. Der Zug fährt dann stündlich um 56 Minuten nach der vollen Stunde ab Oberhausen Hbf ab und benötigt etwa 15 Minuten bis Essen Hauptbahnhof. Damit ist er etwa sieben Minuten schneller als die S-Bahn.

Weniger Fahrten nach Hattingen, aber mehr Sitzplätze

Insgesamt finden somit auf der S-Bahn-Strecke zwischen Oberhausen und Hattingen weniger Fahrten statt. Dafür wurden laut VRR die Kapazitäten erhöht, „so dass pro Stunde mehr Sitzplätze zur Verfügung stehen“. Möglich machen das die neuen S-Bahnen, die ab März 2020 zum Einsatz kommen sollen. Die Fahrzeuge vom Typ Flirt3XL der Stadtler Pankow GmbH, die im „VRR-Grün“ ausgeliefert werden, wurden speziell für den Betrieb an Rhein und Ruhr hergestellt und unterscheiden sich nicht nur optisch, sondern auch in Ausstattung und Komfort deutlich von den heutigen Bahnen der DB-Baureihe 423.

Die Züge vom Typ „XL“ besitzen nach Herstellerangaben breitere Eingangsbereiche und verfügen überwiegend über Vierer-Sitzgruppen. 296 Sitzplätze stehen den Fahrgästen in den neuen Zügen zur Verfügung – knapp 100 mehr als bei den bislang eingesetzten Fahrzeugen. Daneben soll es in den Bahnen ab März 2020 Toiletten, einen kostenlosen WLAN-Zugang sowie Steckdosen zum Aufladen von Smartphone und Co. an allen Sitzgruppen geben.

Neue Züge auf der S3: Barrierefreier und fahrradfreundlicher

Zudem sind die Neufahrzeuge barrierefrei konzipiert, so dass etwa Rollstuhlplätze von Fahrradstellplätzen getrennt sind. Rollstuhlfahrer sollen jeweils in der Mitte des Zuges Platz finden, Radfahrer jeweils im vordersten und hintersten Teil des Zuges. Auch sind die neuen Bahnen für die vom VRR geplanten 76 Zentimeter hohen Bahnsteige optimiert, so dass Bahnreisenden an vielen Stellen ein ebenerdiger Einstieg ohne Lücken und Stufen in den Zug ermöglicht wird.

Daraus ergibt sich allerdings folgende Schwierigkeit: Laut Verkehrsverbund sei künftig ein ebenerdiger Einstieg nur noch an Stationen möglich, wo bisher eine Stufe überwunden werden musste. An den Stationen, an denen bislang ein niveaugleicher Einstieg möglich ist, müsse demnächst allerdings wieder eine Stufe überwunden werden. Die Züge seien aber alle mit einer Rampe für Rollstuhlfahrer ausgestattet, welche vom Zugpersonal bedient würde. Der VRR will insgesamt deutlich mehr Zugbegleiter als bisher in den S-Bahnen einsetzen.

Linie S3 wird künftig von Abellio betrieben

Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember soll der Betrieb von der Deutschen Bahn an die Abellio Rail NRW GmbH mit Sitz in Hagen übergehen. Der VRR hatte die S3-Linie bereits im Herbst 2016 an das Unternehmen vergeben. Der Vertrag läuft bis zum Jahr 2034.

Doch hat die Abellio jüngst die DB Regio damit beauftragt, den Regelbetrieb bis Ende Februar auf der Strecke sicherzustellen. Der Grund: Der Abellio mangelt es noch an Lokführern. Viele Kollegen befänden sich derzeit noch in Ausbildung, heißt es aus dem Unternehmen. Mit der Unterstützung der Deutschen Bahn sei der Betrieb für die Fahrgäste ab Dezember zunächst sichergestellt.

Umstellung im Ticketverkauf

Ab Mitte Dezember übernimmt auch ein neuer Vertriebspartner den Ticketverkauf im VRR. Die Firma Transdev stellt dazu neue Fahrschein-Automaten an Bahnhöfen und Haltepunkten auf. Diese sind dann nicht mehr im „DB-Rot“, sondern wie die neuen S-Bahnen im „VRR-Grün“ gehalten. In den Städten und Kreisen übernehmen aber weiterhin die kommunalen Verkehrsbetriebe den Ticketverkauf.

In Oberhausen können die Fahrkarten deshalb nach wie vor bei den drei Kundencentern der Stoag am Hauptbahnhof, am Bahnhof Sterkrade, an der Haltstelle Neue Mitte sowie an den mehr als 40 Verkaufsstellen im Stadtgebiet erworben werden. Wer lieber das Smartphone oder den Computer nutzen will, kann Fahrkarten außerdem über die VRR-App und im Online-Ticketshop der Stoag kaufen.

Hier finden Sie Berichte zum Fahrplanwechsel in einzelnen Städten an Rhein und Ruhr:

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