RWO/RWE

RWO und RWE profitieren von Schmiererei auf Wurst-Plakat

Unbekannte hatten „Scheiß RWO“ und „RWE“ gesprüht: Stadioncaterer Tobias Fleckner (li.) verwandelte das Ärgernis in Kunst. Axel Schmiemann (mi.) ersteigerte das ironische Plakat. Das Geld geht an die Jugendteams von RWO und RWE.

Unbekannte hatten „Scheiß RWO“ und „RWE“ gesprüht: Stadioncaterer Tobias Fleckner (li.) verwandelte das Ärgernis in Kunst. Axel Schmiemann (mi.) ersteigerte das ironische Plakat. Das Geld geht an die Jugendteams von RWO und RWE.

Foto: Christian Ripkes / Tresohr

Oberhausen.  Die kunstvolle Umgestaltung einer ärgerlichen Schmähschrift ist in Oberhausen versteigert worden. Die Jugendteams von RWO und RWE profitieren.

Eine ärgerliche Schmiererei hat am Ende doch für Gutes gesorgt: Das war allerdings nur möglich, weil der Geschädigte auf die plumpe Sachbeschädigung klug reagierte. Die kunstvoll umgestaltete Graffiti-Beschimpfung auf einem Plakat mit RWO-Logo brachte bei der Internet-Versteigerung auf Ebay immerhin knapp 500 Euro ein.

Was war geschehen? Eigentlich wollte Küchenmeister Tobias Fleckner vor der Bernardus-Eventkapelle an der Dorstener Straße nur auf seine Stadionwurst aufmerksam machen, die der Stadioncaterer von Fußball-Regionalligist Rot-Weiß Oberhausen in umsatzschwachen Corona-Zeiten hier verkaufen wollte.

Ebay-Erlöse gehen an Jugend von RWO und RWE

Doch ein unbekannter Sprayer reagierte nicht mit Solidarität auf den gebeutelten Gastronom, sondern besudelte das Plakat mit einem wenig geistreichen „Scheiß RWO“-Schriftzug.

Da im Umfeld zeitgleich mit der gleichen Handschrift und Farbe auch RWE-Schriftzüge auftauchten, lag nahe, dass Essen-Sympathisanten den unliebsamen Gruß hinterlassen haben könnten.

Von der selbstironischen Reaktion des Plakatbesitzers und RWO-Fans Fleckner sowie des Kreativlabels Pottpeople profitiert jetzt sogar der Jugend-Fußball – und zwar in gleichen Teilen bei Rot-Weiß Oberhausen und Rot-Weiss Essen.

Ein Graffiti-Künstler hatte die lieblose Schmiererei in ein kleines Kunstwerk verwandelt. Der eigentlich nicht schmeichelhafte Spruch blieb unverändert.

RWO-Präsident Hajo Sommers lobt Schmier-Kunstwerk

Bei der Versteigerung im Internet erhielt letztlich Axel Schmiemann, Inhaber von Uhren Schmiemann und langjähriger Förderer von Rot-Weiß Oberhausen, den Zuschlag. Auch RWO-Präsident Hajo Sommers hatte sich das umgestaltete Wurst-Plakat angeschaut und in gewohnt ironischer Weise kommentiert: „Diese Scheiße kann sich sehen lassen!“

Es ist nicht das erste Mal, dass im Umfeld von RWO mit Selbstironie auf Krakeeler reagiert wurde. Vor zehn Jahren legte Präsident Sommers zu Zweitliga-Zeiten einen Plastik-Trinkbecher mit der Aufschrift „Scheiß RWO“ auf, der ausschließlich in der Gästekurve befüllt wurde.

Die Aktion sorgte damals zwar im eigenen Fanlager für geteilte Meinungen, brachte dem Verein aber zusätzliche Einnahmen ein. Viele Pfandbecher wurden von den Gästefans nicht zurückgetauscht.

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