Coronavirus

Risikogebiet Oberhausen: Fordert die Stadt nun Soldaten an?

Im Dortmunder Gesundheitsamt unterstützt die Bundeswehr bereits die Beschäftigten, wie hier Obergefreite Melissa Fritzenkötter.

Im Dortmunder Gesundheitsamt unterstützt die Bundeswehr bereits die Beschäftigten, wie hier Obergefreite Melissa Fritzenkötter.

Foto: Ralf Rottmann / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Oberhausen ist Risikogebiet, es gelten ab sofort die NRW-weiten Corona-Beschränkungen. Doch die Stadtspitze verschärft die Regeln noch weiter.

Mit mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gilt Oberhausen seit Dienstag als Corona-Risikogebiet. Damit treten nun nicht nur automatisch strengere Regeln der NRW-Schutzverordnung in Kraft – Oberhausen geht einen Schritt weiter und weitet die Maskenpflicht deutlich aus. Menschen müssen nun auch in belebten Innenstadt-Bereichen und im Außenbereich der Neuen Mitte eine Mund-Nase-Bedeckung tragen.

Soldaten bald auch in Oberhausen im Einsatz?

Das bestätigt Rechtsdezernent Frank Motschull am Dienstag auf Nachfrage. Noch im Laufe des Tages soll ein Sonderamtsblatt veröffentlicht werden und über die neuen Regeln informieren. Motschull leitet derzeit den Oberhausener Krisenstab, sowohl Michael Jehn als eigentlicher Leiter als auch Oberbürgermeister Daniel Schranz sind urlaubsbedingt derzeit nicht im Dienst.

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Hier gilt ab Mittwoch eine Maskenpflicht: In Sterkrade auf der Bahnhofstraße, der Steinbrinkstraße sowie im gesamten Bereich am Sterkrader Tor. In Osterfeld auf der Gildenstraße zwischen Marktplatz und Bottroper Straße. In Alt-Oberhausen auf der Marktstraße, Elsässer Straße, auf dem Friedensplatz und auf der Langemarkstraße. Auch Flaneure auf der Centro-Promenade müssen Mundschutz tragen, und zwar im Bereich zwischen dem Platz der Guten Hoffnung und dem Luise-Albertz-Platz.

Krisenstab tagt am Donnerstag

Für Mittwoch ist eine Dienstbesprechung mit dem Gesundheitsamt anberaumt, der Krisenstab tagt dann am Donnerstag das nächste Mal regulär. Dann wird die Expertenrunde auch darüber beraten, ob die Stadt weitere Maßnahmen ergreifen muss, um die Ausbreitung der Pandemie in Oberhausen zu verlangsamen. Möglich wäre etwa, dass Kräfte der Bundeswehr angefordert werden, um das Team des Gesundheitsamtes zu unterstützen, beispielsweise bei der Rückverfolgung der Kontakte von Infizierten.

Motschull plädiert dafür, Soldaten anzufordern, wenn der Bedarf im Gesundheitsamt da ist. Es habe ja keinen Sinn, immer weiter Rathaus-Beschäftigte aus anderen Bereichen abzuziehen und vorübergehend im Gesundheitsamt aushelfen zu lassen.

In Oberhausen gilt nun eine Sperrstunde

Der Inzidenzwert in Oberhausen lag mit Stand vom 20. Oktober, 12 Uhr, laut Stadt bei 53,1. Exakt 804 Covid-19-Fälle wurden seit Ausbruch der Pandemie bei uns gezählt. Mit dem Überschreiten der zweiten Risikowarnstufe gelten laut NRW-Schutzverordnung nun auch folgende strengere Regeln: Im öffentlichen Raum dürfen maximal fünf Personen zusammenkommen oder Personen aus maximal zwei Hausständen – Familien sind damit also nicht direkt betroffen. Bei privaten Festen dürfen höchstens zehn Personen miteinander feiern.

Von 23 bis 6 Uhr gilt zudem eine Sperrstunde für Lokale, Restaurants und Clubs. In dieser Zeit darf auch kein Alkohol verkauft werden. Der Ordnungsdienst der Stadt Oberhausen wird auch weiterhin kontrollieren, dass sich alle an die Vorgaben halten.

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