Gastronomie

Neue Gesprächsreihe macht Station im Oberhausener Posthorn

Das Restaurant Posthorn von Wirt Ale Dizdarevic in Oberhausen-Biefang ist ein beliebter Zwischenstopp – auch für Niederländer, die vom Centro Oberhausen zurückreisen. Sie bestellen häufig: Schnitzel mit Pommes und Mayonnaise.

Das Restaurant Posthorn von Wirt Ale Dizdarevic in Oberhausen-Biefang ist ein beliebter Zwischenstopp – auch für Niederländer, die vom Centro Oberhausen zurückreisen. Sie bestellen häufig: Schnitzel mit Pommes und Mayonnaise.

Foto: Gerd Wallhorn / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Im Oberhausener Restaurant Posthorn sprechen nicht nur Nachbarn über Familie und Weltgeschehen. Nun schaut auch die Brost-Stiftung vorbei.

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Gespräche? Für Wirt Ale Dizdarevic beginnen diese normalerweise mit einer freundlichen Begrüßung. Wenn er im traditionsreichen Restaurant Posthorn an der Biefangstraße in Oberhausen auf seine Gäste trifft, startet der Small-Talk für gewöhnlich unmittelbar hinter der Eingangstür. „Man spricht bei bekannten Gästen über die Familie oder redet kurz über das aktuelle Weltgeschehen“, sagt der 57-Jährige.

Der persönliche Kontakt, so berichtet der erfahrene Branchenkenner, gehöre in der Gastronomie eben unverzichtbar dazu. Darum ist das Gasthaus am Dienstag, 21. Januar 2020, ab 19 Uhr auch eine Station der Bürgerbeteiligungsreihe „Ruhrgebiet besser machen“, die von der Brost-Stiftung in elf Oberhausener Stadtvierteln als Kneipengespräche in Restaurants, Gaststätten und Gemeindesälen initiiert wird. Die Gesprächsrunden sollen die Lebensqualität vor Ort unter die Lupe nehmen. Bürger können sich kostenlos anmelden – und Probleme, Lösungsvorschläge und Ideen anbringen.

Posthorn Oberhausen: Im Speiselokal diskutieren Gäste gelassener

Der Restaurant-Betrieb unterscheide sich natürlich maßgeblich von einem Plausch in einer Eckkneipe, hat Dizdarevic beobachtet. „In einem Speiselokal sind die Themen in der Regel familiärer. Die Gäste wollen sich vor und nach dem Essen in einer gemütlichen Atmosphäre unterhalten.“

Dagegen gehe es an fernen Tresen schon mal hoch her. „Gerade im Ruhrgebiet gehen beim Thema Fußball die Meinungen natürlich auseinander.“ Einen Theken-Ausschank gibt es im Posthorn nicht. 45 Sitzplätze hat der Wirt dafür in seinem Lokal zu vergeben. Im Sommer wechseln vor allem langjährige Stammkunden gerne auf die Terrasse.

Manchmal fachsimpeln die Genießer an den schick eingedeckten Tischen auch über ihre Einkäufe, die dann meistens in großen Einkaufstüten im Wagen vor dem Restaurant warten. „Immer mehr Niederländer besuchen uns“, hat der Wirt nämlich erkannt. „Sie kommen aus dem Centro und halten bei der Rückreise bei uns an.“ Warum ist das so? „Wir befinden uns nah an der Autobahnauffahrt. Unser Restaurant hat sich offenbar bei auswärtigen Gästen herumgesprochen, denen die Speiselokale am Centro zu belebt sind.“

Posthorn Oberhausen: Smartphone hat die Gesprächskultur verändert

Ale Dizdarevic stammt gebürtig aus dem ehemaligen Jugoslawien. Er hat das Restaurant Posthorn vor fünf Jahren vom zu früh verstorbenen Besitzer Helmut Neuhaus übernommen. Zuvor engagierte er sich in verschiedenen Lokalen am Niederrhein. Zwischen 1988 und 1997 öffnete Ale Dizdarevic auch den Gambinus-Keller an der Havensteinstraße. In dem Gebäude war damals der Reno-Schuhmarkt und der Elektrohandel House of Technic („Hot“) heimisch. Heute steht hier das neue Sparkassen-Hauptgebäude.

Über Missstände zu sprechen, hält Ale Dizdarevic für wichtig. Doch nicht nur die Diskussions-, sondern auch die Gesprächskultur habe sich in seinen Augen deutlich verändert. Oft liege in kleinen und großen Runden das Smartphone auf dem Tisch. Oder mindestens eine Person tippe auf dem Display herum. „Das ist schade, dadurch geht doch ein Stück von der persönlichen Begegnung verloren.“

Zwei bis drei Stunden verbringen die Gäste normalerweise an einem gemütlichen Abend im Restaurant Posthorn. Welche Leckereien beliebt sind, könne man nicht pauschal sagen, meint der Gastronom. Die Speisekarte beinhalte internationale Gerichte. Sie ist bewusst etwas kleiner gehalten, dafür gibt es beliebte Klassiker. Steak, Lamm und Fisch würden gerne genommen. Die Hauptgerichte kosten in der Regel zwischen 12 und 24 Euro.

Wer gerade bei deutschen Besuchern übrigens sofort an eine ausführliche Schnitzel-Parade denkt, der täuscht sich. „Das ist tatsächlich viel typischer für Gäste aus den Niederlanden“, sagt Ale Dizdarevic. „Ein Schnitzel mit Pommes und Mayonnaise wird immer gerne bestellt.“

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