Mobilität

Radverkehr: ADFC-Oberhausen bittet Politik um kreative Ideen

Oberhausener radeln im Mai 2019 für den Klimaschutz. Links im Bild: Burkhard Schmidt, Sprecher des örtlichen ADFC.

Oberhausener radeln im Mai 2019 für den Klimaschutz. Links im Bild: Burkhard Schmidt, Sprecher des örtlichen ADFC.

Foto: Franz Naskrent / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Die Parteien sollen Projekte zur Stärkung des Radverkehrs in Oberhausen vorschlagen. Damit wagt der Club ein Experiment im Kommunalwahljahr.

Im Kommunalwahljahr will der örtliche Vorstand des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) das Thema Fahrrad besonders hochhängen. Statt aber einen Forderungskatalog aufzustellen und die eigenen Ziele für eine Verbesserung des Radverkehrs in Oberhausen zu definieren, wagt der hiesige Kreisverband ADFC Oberhausen/Mülheim ein Experiment: Er fordert die Lokalpolitik auf, sich selbst Gedanken zu machen und Ideen für künftige Projekte zur Stärkung des Fahrradverkehrs vorzuschlagen.

Der Fahrrad-Club ADFC, die Volksinitiative „Aufbruch Fahrrad“ und immer mehr Bürger NRW-weit fordern die Städte in NRW auf, mehr und bessere Radwege zu bauen. Denn da liegt in vielen Kommunen landesweit vieles im Argen.

„Wir wollen den Parteien Gelegenheit geben, kreativ zu werden und sich mit Fragen der Radverkehrspolitik zu beschäftigen“, erklärt der ADFC-Kreisverbandsvorsitzende Norbert Marißen in Oberhausen. „Die Parteien sollen sich mindestens ein Projekt überlegen, das sich mit Fragen beschäftigt, wie: Wie schaffe ich mehr Platz für Radfahrer in der Stadt? Wie erreiche ich einen sichereren und komfortableren Radverkehr?“

ADFC lobt Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung

Dazu wurden alle derzeit im Rat vertretenen Fraktionen und Gruppen angeschrieben. Der Zweirad-Verein erhofft sich nun bis Anfang April einige Einsendungen. Die Vorschläge sollen dann zunächst intern beraten und über die Vereinsmedien publik gemacht werden. Zusätzlich plant der ADFC eine Veranstaltung, um die Ideen der Parteien der Stadtöffentlichkeit zu präsentieren.

„Für uns ist das ein Experiment“, betont Norbert Marißen, der gespannt auf die Ergebnisse schaut. „Vielleicht fällt den Parteien ja etwas ein, woran wir bislang gar nicht gedacht haben.“ Dass der ADFC in diesem Jahr zunächst keine konkreten Forderungen stellt, hat weniger mit Ideenlosigkeit zu tun, als mit einer aus Vereinssicht positiven Entwicklung in der städtischen Radverkehrsplanung und einem zunehmenden Interesse der Parteien an Mobilitätsthemen. Darüber hinaus sei die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung im Vergleich zu anderen Städten im Ruhrgebiet hervorragend, hebt Marißen hervor.

„Wir freuen uns über eine rege Mitsprache bei den städtischen Planungen“, ergänzt ADFC-Sprecher Burkhard Schmidt. Bei den Planungen etwa zur fahrradfreundlichen Umgestaltung der Bebelstraße oder dem neuen Radweg auf der Teutoburger Straße, sei der Fahrradclub frühzeitig miteinbezogen worden. „In Oberhausen haben wir eine besonders fahrradfreundliche Verwaltung“, unterstreicht Schmidt.

Politik orientiere sich zu sehr an den Interessen der Autofahrer

Im vergangenen Jahr hat sich der Verein daher über die neu geschaffene Stelle des Mobilitätsbeauftragten bei der Stadt gefreut. „Mit Marcel Knauff hat die Stadt einen jungen und kompetenten Mann in ihren Reihen, der mit großartigen Ideen den Radverkehr in Oberhausen voranbringt“, zeigt sich Norbert Marißen voll des Lobes. Die Teutoburger Straße hält der ADFC für die beste Fahrradstraße in Oberhausen. Und dass die Verwaltung nun prüft, ob sichere Abstellmöglichkeiten für Räder in der Stadt geschaffen werden können, weise in die richtige Richtung.

Doch bei aller Zufriedenheit ärgert sich der ADFC vor allem darüber, dass Oberhausen noch immer eine Autostadt sei. „Die örtliche Politik orientiert sich zu sehr an den Interessen der Autofahrer“, meint Burkhard Schmidt. Das habe nicht zuletzt die Diskussion um die neuen Parkgebühren gezeigt. In einem Schreiben an die Stadt hat der ADFC nach einer Aufstellung aller Kosten gefragt, die der Förderung des Pkw-Verkehrs zugutekommen. „Daraus wird hervorgehen, wie krass der motorisierte Individualverkehr mit Steuermitteln subventioniert wird“, so Schmidt. Seit September wartet der Verein auf eine Antwort.

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