Konzert

Queens of the Stone Age bringen Arena Oberhausen zum Toben

Der kalifornische  Alternative-Rocker Josh Homme ist ein Rockstar und Rebell (Archivbild).

Foto: Alexandre Fumeron/imago

Der kalifornische Alternative-Rocker Josh Homme ist ein Rockstar und Rebell (Archivbild). Foto: Alexandre Fumeron/imago

Oberhausen.  Die Alternative-Band Queens of The Stone Age rockte mit harten Riffs die KöPi-Arena. Ein energiegeladener Zwei-Stunden-Soundtrip.

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Das Konzert ist gerade sieben Songs alt, da braucht Josh Homme bereits die erste Zigarette. Der Sänger der Queens of the Stone Age lehnt sich mit dem Rücken an eine der Effekt-Stelen auf der Bühne, genießt während eines Solos des vorzüglichen Drummers Jon Theodore seinen Stehplatz im Schatten – und nimmt einen tiefen, genussvollen Zug. Ein Rockstar und Rebell wie der Sänger der kalifornischen Alternative-Rocker schert sich nicht um so etwas Schnödes wie ein Rauchverbot. Am Ende war es aber nicht nur Homme, der in der Arena qualmte. Sondern auch das Publikum. Denn die Körper der knapp 6000 Zuschauer dampften nach diesem energiegeladenen Zwei-Stunden-Soundtrip vor innerer Erhitzung.

Es ist als 20.30 Uhr als Josh Homme und seine Mitstreiter ins Scheinwerferlicht treten. Der Rotschopf trägt ein gleichfarbiges Hemd, der Rest seiner Kleidung ist in tiefstem Schwarz gehalten. Wenn er sich so leibhaftig vor seinen getreuen Fans am Mikro aufbaut, wird sofort sichtbar, was für ein Hüne der 44-jährige Musiker in natura ist. Er knackt spielend die 1,90-Meter-Marke. Und sein Kreuz hat Holzfäller-Ausmaße. Nein, sein Äußeres lässt wirklich nicht sofort erahnen, dass da einer der begnadetsten Gitarristen seiner Generation vor einem steht.

Wie beherzt Homme in die Saiten zu greifen weiß, beweist er gleich in den Einstiegssongs „If I Had a Tail“ oder „My God Is The Sun“. Er läuft während der Stücke gern in dem Labyrinth aus Leuchtstäben umher, die strahlender Teil der Bühnenausstattung sind. Jene mannshohen Lichtelemente sind dank eines Gelenks am Fuße voll beweglich. Das nutzt Homme aus, um in den mitreißendsten Momenten genussvoll und mit Schmackes dagegen zu treten.

Natürlich stehen auch Songs des aktuellen Albums der Steinzeit-Königinnen im Fokus. „Villains“ heißt die Erfolgsplatte, die im Spätsommer auch in den deutschen Charts in die Top-Drei stürmte. Und Stücke wie „Feet Don’t Fail Me“ oder „The Way You Used To Do“, die erste Single-Auskopplung des neuen Albums, beweisen eindruckvoll ihr hohes Live-Potenzial.

Der Funke zur tosenden Masse springt vollends über, als Homme auch Stücke von „Songs for the Deaf“ anstimmt, bis heute das Referenzalbum im Schaffenskatalog der Band. Bei „No One Knows“ gibt’s kein Halten mehr. Die Fans im Innenraum rennen im Kreis um eine menschenleere Mitte, als würden von einem Sog dort hineingezogen. Ein Strudel aus tanzenden, verschwitzten Körpern. Damit folgt die Menge den Anweisungen Hommes, der sie auffordert, aus diesem Donnerstagabend emotional doch bitteschön einen Samstagabend zu machen – vermutlich weil er weiß, dass sich an einem solchen Wochenend-Tag noch viel ausgelassener feiern lässt.

Seine Fähigkeiten als Chorleiter unterstreicht Homme bei „Make It Wit Chu“, als das Publikum kurzerhand den Gesangspart für ihn übernimmt. Und zum Finale Fantastico gibt’s mit „Little Sister“ und „Go With the Flow“ noch zwei Hymnen der Steinzeitler, die bis in alle Ewigkeit mitreißen.

Am Ende des denkwürdigen Abends tritt Homme noch einmal ins gleißende Scheinwerferlicht. Er strahlt. Beseelt vor Glück. Dann winkt er noch einmal ins Publikum. Und zündet sich eine Zigarette an...

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