Landgericht Duisburg

Porschefahrer bremst Frau auf A 2 aus: Fahrverbot aufgehoben

Der Vorfall ereignete sich auf der A 2 bei Oberhausen.

Der Vorfall ereignete sich auf der A 2 bei Oberhausen.

Foto: Fabian Strauch / Funke foto services

Oberhausen.  Ein Porschefahrer provoziert fast einen Unfall. Mit einer Geldbuße ist er einverstanden. Doch den geliebten Führerschein will er nicht abgeben.

Eine junge Oberhausenerin konnte am 27. Januar 2017 gerade noch verhindern, dass sie auf einen Porsche auffuhr, als dessen Fahrer sie auf der A 2 in Oberhausen ausbremste. In zweiter Instanz wehrte sich der 67-Jährige vor dem Landgericht Duisburg gegen eine Geldstrafe und die für ihn offenbar viel schlimmere Führerscheinsperre.

Die junge Frau hatte auf dem Mittelstreifen gerade einen Lastwagen überholt, als der Sportflitzer ihr fast auf die Stoßstange fuhr, um dann rechts zu überholen. Dann zog der 67-Jährige wieder auf die mittlere Spur und setzte sich so dicht vor die Oberhausenerin, dass es ohne die schnelle Bremsreaktion der Frau wohl zu einem Unfall gekommen wäre.

Gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr

Dem Amtsgericht Oberhausen war das eine Verurteilung wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr wert. Den gut situierten Rentner sollte die Aktion 7000 Euro Geldstrafe und den Führerschein kosten. Vor Ablauf von sechs Monaten dürfe ihm die Straßenverkehrsbehörde keine neue Fahrerlaubnis ausstellen, wiesen die Richter im Juli 2018 an. Eine Entscheidung, gegen die der 67-Jährige umgehend Berufung einlegte.

Die Frage der Vorsitzenden der Berufungskammer, ob man das Verfahren nicht ohne Urteil erledigen könne, stieß bei dem Angeklagten auf offene Ohren. Erst recht, nachdem Gericht wie Staatsanwalt signalisiert hatten, dass ein Entzug der Fahrerlaubnis so lange nach der Tat kaum noch zu begründen sei. Zumal der Führerschein des bislang nicht vorbestraften Angeklagten nie sicher gestellt worden war und er sich seit dem Vorfall im Straßenverkehr offenbar nichts zu Schulden hat kommen lassen.

7000 Euro lassen den Angeklagten kalt

Der 67-Jährige stieß hörbar die Luft aus und lächelte dankbar in die Runde. Die 7000 Euro waren ihm, so schien es, vergleichsweise egal. Die Beratung mit seinem Anwalt dauerte keine zwei Minuten. Dann erklärte er sich mit der Einstellung des Verfahrens gegen Zahlung einer Geldbuße in Höhe von 7000 Euro einverstanden.

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