Kundenfrust

Poolparty im Spaßbad: Abgewiesener Gast will Geld zurück

Der Aquapark in der Neuen Mitte.

Der Aquapark in der Neuen Mitte.

Foto: Hans Blossey / FFS

Oberhausen.  Eine Gruppe will im Aquapark Oberhausen eine Poolparty feiern. Doch die Security weist eine Person ab. Bleiben die Freunde auf den Kosten sitzen?

In den offiziellen Hinweisen und Regeln zur Veranstaltung ist ausdrücklich ein Führerschein als mögliches Ausweisdokument genannt: Doch Torsten Nagel (43) und seine Begleiterin (38) hatten damit an der Einlasskontrolle zur „Crazy Duck“-Party im Aquapark Oberhausen keinen Erfolg. Sie seien abgewiesen worden, so Torsten Nagel, weil der Führerschein seiner Begleiterin aus Sicht der Security nicht ausgereicht habe als Dokument. Damit war der Abend für die beiden, angereist mit einem weiteren Pärchen, auf deprimierende Weise zu Ende. Und: Sogar ihr Eintrittsgeld von 44 Euro je Pärchen sollen sie nicht zurückerhalten.

Torsten Nagel ist stinksauer und kündigt juristische Schritte dagegen an. Es sei weitgehend willkürlich gewesen, wie die Einlasskontrolle verfahren sei, meint er. Direkt vor ihnen sei ein eigens aus Bremen angereister junger Mann nicht hereingelassen worden, offenbar weil er sich nicht ausweisen konnte. Sie selbst seien eigens aus dem 70 Kilometer entfernten Remscheid angereist und hätten speziell für die Party sogar noch eine Badeinsel gekauft.

„Wir waren in keiner Weise auffällig“

Torsten Nagel fasst seine Beobachtungen vor Ort so zusammen: „Das schlecht geschulte Sicherheitspersonal sortierte am Eingang kräftig aus und wies während der Wartezeit etliche Besucher mit fadenscheinigen Begründungen ab.“ Torsten Nagel unterstreicht, dass seine Gruppe weder alkoholisiert noch auf andere Weise berauscht gewesen sei. „Wir haben uns ganz normal verhalten und waren in keiner Weise auffällig.“

Dass der Veranstalter der „Crazy Duck“-Party nun auch noch eine Rückerstattung des Eintrittspreises ablehne, ist aus seiner Sicht „schlichtweg Betrug“. Eine entsprechende Anzeige sei gefertigt, ein Termin beim Anwalt sei angefragt.

Das alles hat Torsten Nagel in einer gepfefferten E-Mail dem „Crazy Duck“-Veranstalter nach Witten geschrieben und mit rechtlichen Konsequenzen gedroht. Der Veranstalter antwortete, dass Führerscheine im Allgemeinen als amtliches Ausweisdokument auch von ihm als gültig anerkannt würden. Eventuell läge ja ein bedauerliches Missverständnis vor. Doch dann heißt es: „Wir lassen uns allerdings wenig von juristischen Drohungen beeindrucken. Wenn Du uns freundlich nach einer Rückerstattung gefragt hättest, wäre das kein Problem – allerdings wäre es aus Kulanz. Auf Basis von Drohungen machen wir leider nichts.“

Aquapark mischt sich nicht ein

Auf Nachfrage unserer Redaktion hat sich der Veranstalter nach eigener Aussage das Protokoll der Sicherheitsfirma angesehen. Demnach soll eine Person aus der Vierergruppe „stark verwirrt“ gewirkt haben und sich nicht habe ausweisen können. „Aus diesen Gründen wurde der einen Person der Eintritt verwehrt“, heißt es in der Stellungnahme des Veranstalters. Die drei weiteren Gäste hätten die Party besuchen dürfen, seien aber wieder gegangen. Torsten Nagel legt unterdessen Wert auf die nochmalige Feststellung, dass niemand aus seiner Gruppe verwirrt war. Er will auf jeden Fall die Rückerstattung des Eintrittspreises vor Gericht durchsetzen. „Das ziehe ich durch!“

Es ist wohl nicht der erste Vorfall dieser Art. Diese Diskussion (Bekomme ich mein Geld zurück, wenn mir der Einlass verwehrt wird?) trete bei Veranstaltungen immer wieder auf, erklärt Jens Vatheuer, Betriebsleiter des Aquaparks. Die Fragen zu klären, sei Sache des Veranstalters, das Team des Aquaparks mische sich bei diesem Thema grundsätzlich nicht ein. Die Party selbst sieht Vatheuer als vollen Erfolg, er spricht von „sehr vielen glücklichen Gästen“, Auseinandersetzungen oder Sachbeschädigungen habe es nicht gegeben.

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