Völkerverständigung

Polnisch-deutsche „Brückenbauer“ in Oberhausen geehrt

Buntes Programm rund um die Ausstellung zum Leben von Wladyslaw Bartoszewski: Nach der Vernissage ging es zum Gdanska, wo die Neptun-Statuetten an Thorsten Klute und Wieslaw Lewitzki überreicht wurden.

Buntes Programm rund um die Ausstellung zum Leben von Wladyslaw Bartoszewski: Nach der Vernissage ging es zum Gdanska, wo die Neptun-Statuetten an Thorsten Klute und Wieslaw Lewitzki überreicht wurden.

Foto: Kerstin Bögeholz / FUNKE FotoServices

Oberhausen.  Um die deutsch-polnische Verständigung in all ihren Facetten ging es bei der Verleihung der „Neptun“-Statuetten im Gdanska und in der Galerie Kir.

Drei Brückenbauern der polnisch-deutschen Aussöhnung galten am Sonntagnachmittag zwei Veranstaltungen in der Innenstadt. In der Galerie Kir an der Elsässer Straße wurde die Wanderausstellung über Leben und Wirken des früheren polnischen Außenministers Wladyslaw Bartoszewski eröffnet. Im Anschluss galt es, in der Kulturkneipe Gdanska am Altmarkt zwei Aktive mit den Neptun-Statuetten zu ehren: Thorsten Klute und Wieslaw Lewicki.

In der Galerie der Kunstinitiative Ruhr (Kir) freuten sich Vorsitzender Winfried Baar und Gdanska-Wirtin Maria Golebiewski darüber, die Wanderausstellung nach Oberhausen bekommen zu haben. Dazu begrüßten sie die polnische Vizekonsulin Lydia Bialek und den Betreuer der Ausstellung, Martin Barcz aus Warschau. Bartoszewski, der 93-jährig 2015 in Warschau starb, war 1995 und 2000/2001 kurzzeitig polnischer Chefdiplomat. „Er hat eine schlimme Zeit erlebt“, gab Winfried Baar zu bedenken, überlebte das Konzentrationslager Auschwitz, den Warschauer Aufstand 1944, saß aber auch unter der kommunistischen Diktatur in Polen bis 1954 in Haft und zuletzt 1981 als Unterstützer der Gewerkschaft Solidarnosc.

Stationen eines besonderen Lebens

Von da an engagierte sich Bartoszewski an führender Stelle für die Aussöhnung mit Deutschland. Er hat das unsagbare Leid, dass Deutsche ihm selbst angetan haben, verziehen. „Es geht darum, menschliche Haltungen zu zeigen, die vorbildlich sind, Menschen mit Zivilcourage, die sich ihr unabhängiges Denken nicht nehmen lassen“, betonte Martin Barcz. Die Ausstellung zeigt Stationen dieses Lebens. Sie ist bis zum 11. August mittwochs und freitags von 16 bis 19 Uhr und samstags von 15 bis 18 Uhr in der Galerie Kir zu sehen.

Im Anschluss begaben sich die rund 50 Teilnehmer zum Gdanska. Dort riefen die Wirtsleute Maria und Czeslaw Golebieswki im Jahre 2002 als Preis die „Neptun-Statuetten“ ins Leben, inspiriert vom berühmten Neptun-Brunnen in Danzig. Nachdem die Auszeichnung 2018 nicht vergeben wurde, gab es in diesem Jahr wieder zwei Preisträger: den ehemaligen nordrhein-westfälischen Staatssekretär Thorsten Klute (45) aus Versmold in Ostwestfalen und den Präsidenten des Europäischen Instituts für Kultur und Medienmanagement in Aachen, Wieslaw Lewitzki (62). Klute hatte als Bürgermeister von Versmold eine als vorbildlich geltende Städtepartnerschaft mit der polnischen Stadt Dobczyce ins Leben gerufen, Lewitzki den Preis „Polonicus“ angeregt, mit ähnlicher Zielsetzung wie die Neptun-Statuetten.

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