Natur

Platanen in Oberhausen verlieren bereits ihr Laub

Viele Platanen im Stadtgebiet werfen bereits ihre Blätter ab; ein Erreger löst dieses Phänomen aus.

Viele Platanen im Stadtgebiet werfen bereits ihre Blätter ab; ein Erreger löst dieses Phänomen aus.

Foto: Gerd Wallhorn / FUNKE Foto Services

Oberhausen.  Haben wir schon Herbst? Das fragen sich viele Menschen beim Blick auf die großen Platanen in Oberhausen. Ein Erreger lässt die Blätter welken.

Es ist ein eigenartiges Bild, das viele Oberhausener Platanen in diesen Tagen bieten. Etwa an der Tannenbergstraße, wo man beim Blick in die Baumkronen den Eindruck gewinnen kann, der Herbst habe bereits begonnen. Ähnlich sieht es an vielen anderen Stellen im Stadtgebiet aus. Lichte Alleen. Die Blätter welken und segeln auf die Straße. Viele Menschen sind besorgt und befürchten, dass die Bäume flächendeckend erkrankt seien.

Auch bei der Stadt und in unserer Redaktion gab es bereits entsprechende Anfragen und Hinweise. Doch die Fachleute sind sich sicher, dass es den Bäumen gut gehe. In kühleren und niederschlagsreichen Frühjahren sei ein solch frühzeitiger Laubfall bei Platanen fast jährlich zu beobachten, heißt es. Diese Witterung begünstige die Ausbreitung des Pilzes „Apiognomonia veneta“, der bei ahornblättrigen Platanen („Platanus x acerifolia“) und bei anderen Platanenarten auftreten könne.

Zackenartige braune Flecken

Der Befall mit diesem Erreger löst eine Blattbräune, es bilden sich zackenartige braune Flecken entlang der Hauptadern auf den Blättern der ersten Blattgeneration, diese Flecken beginnen oft schon an der Blattbasis. Mit diesem Welken gehe ein frühzeitiger Abwurf der befallenen Blätter einher. Doch die Bäume haben sich damit keineswegs vom Sommer verabschiedet: Kurz darauf treibe der Baum mit einer neuen Blattgeneration wieder aus. Diese neuen Blätter bleiben dann meist gesund und die Bäume regenerieren sich schnell, so die beruhigende Botschaft der städtischen Grün-Experten.

Insgesamt führe die Pilzerkrankung somit nicht zum Absterben der betroffenen Bäume oder schränke die Verkehrssicherheit auf den vielen Alleestraßen ein. Der Pilz „Apiognomonia veneta“ könne jedoch bei einem erneuten Befall einen zunehmenden Verlust der feineren Äste an den Bäumen auslösen.

Bekämpfung kaum möglich

Bei ausgewachsenen Bäumen könne aufgrund der Baumgröße eine Bekämpfung mit Pflanzenschutzmitteln nicht durchgeführt werden. Für den Haus- und Kleingartenbereich seien derzeit keine Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung der Blattbräune an Platanen zugelassen. Der Tipp aus dem Rathaus: Vom Erreger befallenes Laub sollte aufgesammelt werden, da es eine Infektionsquelle für das kommende Jahr sein könne. Anwohner der betroffenen Straßen könnten, wie alle anderen Bürgerinnen und Bürger auch, diese Laubabfälle kostenlos am Wertstoffhof abgeben. Eine Laubabfuhr seitens der Stadt Oberhausen werde vor Ort auf den Alleestraßen erst wieder im Herbst starten.

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