Kinderbetreuung

Pflegenest-Aus in Oberhausen: „Vorwürfe sind konstruiert“

Vorerst geschlossen: die Großtagespflegestelle "Falkennest" in einem Mehrfamilienhaus an der Falkensteinstraße 169 in Alt-Oberhausen.

Vorerst geschlossen: die Großtagespflegestelle "Falkennest" in einem Mehrfamilienhaus an der Falkensteinstraße 169 in Alt-Oberhausen.

Foto: Sebastian Hetheier

Oberhausen.  Die genauen Vorwürfe im Fall der Kindeswohlgefährdung im „Falkennest“ sind bekannt geworden. Der Betreiber hat Zweifel an deren Wahrheitsgehalt.

Die im Raum stehenden Vorwürfe der Kindeswohlgefährdung in der geschlossenen Großtagespflege „Falkennest“ an der Falkensteinstraße sind offenbar weniger gravierend als bisher angenommen. Aufschluss darüber gibt der Widerrufsbescheid des Jugendamtes, in dem die Gründe für die Aufkündigung des Kooperationsvertrags mit dem Betreiber, der „Clique Sonnenschein“, genannt werden. Das Schreiben wurde dieser Redaktion vorgelegt.

Darin werden die Vorwürfe von zwei ehemaligen Mitarbeiterinnen zitiert. Angeblich seien nach ihrer Beobachtung Kinder sehr grob angepackt worden, so dass „Knöchel der Kinder weiß werden“. Zudem sei in „einem Fall“ ein Tageskind am Arm gepackt und „etwa 20 bis 30 Zentimeter“ über dem Boden gehalten und dann fallen gelassen worden. Diese Vorwürfe wertete das Jugendamt als körperlichen Übergriff und als Gefährdung des Kindeswohls. Gegen die beschuldigte Mitarbeiterin hatte das Amt Anzeige erstattet. Seither laufen die Ermittlungen.

Jugendamt hat Einrichtung geschlossen

„Die Vorwürfe sind konstruiert und beruhen allein auf Aussagen der Mitarbeiterinnen“, ärgert sich Andreas Bock, Sprecher der „Clique Sonnenschein.“ Wie andere Mitarbeiter des Pflegenestes in eidesstattlichen Versicherungen darlegen, hätten sie solche Taten nie beobachtet. Außerdem ist von einem verhaltensauffälligen Kind die Rede, welches in dem Zusammenhang offenbar für Schwierigkeiten sorgte.

Das Jugendamt hält daran fest, dass die Vorwürfe der Kindeswohlgefährdung nicht allein ausschlaggebend für die außerordentliche Kündigung des Kooperationsvertrages gewesen seien. Am 16. Mai hatten sich zwei Kräfte des Pflegenestes beim Jugendamt gemeldet und die angeblichen Vorfälle berichtet. Noch am selben Tag wurde die Einrichtung vom Jugendamt geschlossen.

Kinder haben Kita-Platz sicher

Andreas Bock glaubt nicht, dass sich die Vorwürfe in irgendeiner Form bewahrheiten. „Wir sind zuversichtlich, dass sich der Sachverhalt im Interesse aller aufklären lässt.“ Der Betreiber hat nun auch Rechtsmittel gegen die Aufkündigung des Kooperationsvertrages durch das Jugendamt eingelegt.

Welche Pläne die „Clique Sonnenschein“ für das „Falkennest“ hat, lässt Andreas Bock indes offen. Die Kinder dieses Hortes haben indes nun feste Kita-Plätze in der Tasche.

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