Festival

Olgas Rock feiert beim Festival-Start das kauzige Revier

Die Olga rockt wieder: Zum Auftakt trotzten die Festival-Fans den feuchten Wiesen in Oberhausen-Osterfeld. Auch am Samstag lockt die Sause im Olga-Park.

Foto: Matthias Graben

Die Olga rockt wieder: Zum Auftakt trotzten die Festival-Fans den feuchten Wiesen in Oberhausen-Osterfeld. Auch am Samstag lockt die Sause im Olga-Park. Foto: Matthias Graben

Oberhausen.   Olgas Rock startet in Oberhausen mit erstaunlichen Weisheiten ins Festival. Fans feiern im feuchten Grün und Musiker singen über Nähmaschinen.

Festival-Fans haben eine erstaunliche Widerstandskraft — und einen gut sortierten Schrank gefüllt mit Schuhpflege-Sets. Pünktlich zum Start des zweitägigen Reigens bei Olgas Rock ebneten die Wolken alles für ein glitschiges Gitarren-Gelände. Also bestand die Wahl zwischen schwarzärgern in der Grünanlage oder Trotz-Rock. Am frühen Freitagmittag entschieden sich Hunderte zum Start für die zweite Variante. Und: Der Regen hörte irgendwann auf.

Nur gut, dass sich das Festival mit Rock, Pop und Ska selbst nicht verbissen ernst nimmt: Als eine Art musikalische Nationalmannschaft des Ruhrgebiets kann man die muntere Gruppe Beatmartin verstehen, deren bevorzugte Musikrichtung sich im bisher besten Festival-Zitat des Jahres erklärt: „Der Punk ist dem Pott sein Soul!“

Wiesen-Hocker trotzen dem Nass

Dass die Gruppe anschließend noch Songs über Nähmaschinen unter das groovende Festivalvolk bringt, passt in den turbulenten Start in das Olga-Wochenende. Irgendwie war es schon mal voller, aber eben auch noch feuchter. Irgendwie. Irgendwo. Irgendwann.

Zweckoptimismus legt einen Teil der Parkwiesen trocken. Schon am Nachmittag wagen sich die ersten Olga-Fans ans „Wiesen-Hocking“, die Jacke ersetzt mancherorts die Wolldecke. Da keine Rucksäcke mit in den Park genommen werden durften, eine praktische Alternative und hinterher ein Fall für den Schleudergang. Die härtere Gangart wählen die Jungs von Meine Zeit bewusst nicht. Das junge Rock-Trio aus Wesel kann immerhin seine frische Single „Feuer und Meer“ mitbringen.

Freier Eintritt, gute Bands

Und wie feiert es sich so ohne Sonne, die in den Nacken brennt? „Mit Sonne macht es zwar mehr Spaß. Das Festival kostet aber keinen Eintritt und bietet dafür gute Bands“, sagt Tina Schüttler (26) aus Bottrop. Sie hat sich für die Punkrock-Band Itchy festivalfein gemacht. Ein roter Regen-Poncho aus feinstem Kunststoff steckt in ihrer Jacke.

Hinter den Kulissen fahren Kleinbusse vor. Musiker rollen mit Instrumenten befüllte Container aus dem Kofferraum. Sie schlurfen im dicken Schuhwerk neben die Bühne und nehmen das Festivalgelände ins Visier. Ein bisschen lünkern wird wohl noch erlaubt sein. An den Wiesenkanten riecht es nach Festivalstärkung. Bullige Food-Trucks bieten dampfende Burger-Buletten an. Auch für vegane Tänzer gibt es eine Wegzehrung.

Wer platt ist, hockt sich auf die Treppenstufen zur Parkempore. Wer im Wohnzimmer weitertanzen möchte, geht an den Plattenstand. Kistenweise Vinyl verbreitet auch bei nostalgischen Umsonst-und-Draußen-Anhängern rosige Laune. Mal sehen, was sich der Wetterfrosch für Samstag ausdenkt.

Mad Caddies spielen am Samstag

Am Samstag öffnet der Olga-Park in Osterfeld um 12.30 Uhr seine Tore. Rücksäcke und größere Taschen dürfen erstmals nicht mitgenommen werden. Nur kleinere Taschen bis zum Format von DIN A4 sind erlaubt. Wie in den Vorjahren auch, sind keine selbst mitgebrachten Getränke im Park gestattet.

Auf der Bühne 1 spielen: 13.35 Uhr Tom Allan, 14.45 Uhr Like a Mess, 15.55 Uhr Der Butterwegge, 17.25 Uhr De Staat, 19.30 Uhr Good Riddance, 21.50 Uhr Mad Caddies. Auf der Bühne 2 sind es: 13 Uhr Düsentrieb, 14.10 Uhr Bold Sun, 15.20 Uhr Llung, 16.45 Uhr The Magic Flip, 18.35 Uhr Emscherkurve 77, 20.40 Uhr Face to Face. Eintritt frei. Änderungen, sowohl zeitlich als auch örtlich, sind möglich. Die Aftershowparty startet um 23 Uhr im Zentrum Altenberg. Der Eintritt: 5 Euro.

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